Erster Weltkrieg in der Region

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Inhaltsverzeichnis

Zur Einführung

2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Während für viele europäische und außereuropäische Gesellschaften sich der Erste Weltkrieg tief in das kollektive Gedächtnis "eingebrannt" hat, wurde er in Deutschland von der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg überschattet. Das scheint sich in den letzten Jahren nach und nach geändert zu haben. Wir sind dabei, den Ersten Weltkrieg neu zu entdecken. Das liegt zum einen daran, dass die Militärgeschichte mittlerweile nicht mehr eine reine Geschichte von Strategie und Taktik ist, sondern eng mit den Sozial- und Kulturwissenschaften zusammen arbeitet. Damit werden völlig neue Themen entdeckt, bzw. alte Themen neu bewertet. Dazu gehört auch der Blick auf die regionale Bedeutung des Krieges. Der erste Weltkrieg erfasste Front und "Hinterland" bzw. "Heimat" auf eine neue, bis dahin unbekannte Weise. Selbst in Deutschland, das nicht direkt von Kriegshandlungen wie andere europäische Länder betroffen war, wirkte sich der Krieg an der "Heimat" sehr schnell aus, sei es, dass die Nahrungsmittelversorgung angesichts der Abhängigkeit von überseeischen Importen schnell problematisch wurde, sei es, dass in allen Städten Lazarette angelegt wurden und damit verwundete, bzw. genesende Soldaten bald zum Alltagsbild gehörten. Später gehörten auch gefangene und in der Landwirtschaft und der Industrie beschäftigte alliierte Soldaten dazu. Hinzu kam die dauernde Angst um das Leben der eigenen Söhne oder Ehemänner oder Väter.

Neuere Forschungen haben viele Aspekte und Details heraus gearbeitet, die bis dahin nicht beachtet wurden. Die aktuelle Auseinandersetzung mit diesem Krieg hat aber noch eine weitere Facette: Es war eine europäische Auseinandersetzung, die bislang eher in einem nationalen Kontext erforscht wurde. Das ändert sich aber gerade, nicht zuletzt deshalb, weil über das Internet ein internationaler Zugang zu Quellen und neuen Forschungen ermöglicht wird.

Am Historischen Seminar werden derzeit mehrere kleine Projekte gemeinsam mit Studierenden durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Projekte, die jeweils regionale Zeugnisse auswerten, werden hier auf der LWG nach und nach veröffentlicht werden.

Einführende Literatur

Neuere Literatur zu niedersächsischen Regionen im Ersten Weltkrieg

Grotjahn, Karl-Heinz: Stahl und Steckrüben : Beiträge und Quellen zur Geschichte Niedersachsens im Ersten Weltkrieg (1914 - 1918), Hameln 1993.

Hirschfeld, Michael: Kriege und Kriegserfahrungen im Oldenburger Münsterland im 19. und 20. Jahrhundert: Beiträge des 12. und 13. Studientags zur Geschichte des Oldenburger Münsterlandes, Cloppenburg 2012 (Die blaue Reihe / hrsg. vom Heimatbund für das Oldenburger Münsterland 19).

Meien, Joachim: Kleinstaat und Weltkrieg : das Fürstentum Schaumburg-Lippe 1914 - 1918, Bielefeld 2012.

Museum Wustrow (Hg.): Spuren des Ersten Weltkriegs im Lüchow-Dannenberg., Wustrow o. J.

Ziessow, Karl-Heinz; Schikade, Juliane: Der Erste Weltkrieg: Kriegswahrnehmung und Erinnerung in der Region ;, Cloppenburg, 2009 2009 (Materialien & Studien zur Alltagsgeschichte und Volkskultur Niedersachsens 39).

Beispielhafte Studien aus anderen Regionen Deutschlands

Chickering, Roger: Freiburg im Ersten Weltkrieg: totaler Krieg und städtischer Alltag 1914 - 1918, Paderborn u.a. 2009.

Ziemann, Benjamin: Front und Heimat : ländliche Kriegserfahrungen im südlichen Bayern 1914 - 1923, Essen 1997.

Webprojekte

- nicht nur Links, sondern auch eine Reihe neuerer Studien als Digitalisate

einige der Videos gibt es auch bei Youtube, etwa Mythen des ersten Weltkriegs (vornehmlich aus britischer Sicht oder ganz anders: Rap Battle

Regionale Digitalisate