Hildegard von Bingen

Aus LernWerkstatt Geschichte
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"Danach sah ich ein riesiges dunkles Gebilde wie ein Ei..."[1]


Kosmische Visionen bei Hildegard von Bingen.
Von Anonyma (Hausarbeit, Sommersemester 2005)



Vorwort der LWG: Die hier als Wiki-Text hinterlegte Arbeit hatte in ihrer ursprünglichen Form einen Anhang (ursprünglich Punkt 7 der Gliederung), der Fotos der im Text erwähnten Miniaturen sowie Textauszüge aus den Quellen beinhaltete. Aus urheberrechtlichen Gründen konnte dieser Anhang hier leider nicht mit bereitgestellt werden; intern verweisende Fußnoten wurden entsprechend entfernt. Daraus ergeben sich gelgentlich nicht aufgelköste Bezugnahmen, die nicht das Verschulden der Autorin sind.



Inhaltsverzeichnis

Einleitung

"Danach sah ich ein riesiges dunkles Gebilde wie ein Ei...". Kosmische Visionen bei Hildegard von Bingen.

Auf den ersten Blick mutet der Titel dieser Arbeit dem zeitgenössischen Leser etwas seltsam an. Verweist er doch auf eine Lebenswirklichkeit, die der unseren so fern scheint. Hildegard von Bingen ist vielen bekannt. Ihre Schriften haben in den vergangenen zwanzig Jahren geradezu einen Boom erlebt. Sie ist eine der schillerndsten und bekanntesten Persönlichkeiten des Mittelalters und noch dazu eine Frau. Schon zu ihren Lebzeiten wird sie "Prophetissa teutonica" oder "Edelstein Bingens" genannt.[2] Doch was war so besonders an ihr? Sie hatte Visionen, die sie als göttliche Offenbarungen bezeichnete. In diesen Visionen sah sie den Kosmos in seiner Gesamtheit. Niedergeschrieben hat sie sie in vorrangig zwei Werken: dem Scivias und der Liber Divinorum Operum. Diese Visionen sind sehr bildhaft und so wurden schon zu Lebzeiten Hildegards nicht nur zur Verzierung, sondern auch zum besseren Verständnis, Miniaturen angefertigt. Der umfangreiche Anhang dieser Arbeit ermöglicht dem Leser, die Visionen, die zentral oder nur nebensächlich eine Rolle spielen werden, nachzulesen und auch die bekanntesten Miniaturen zu den Visionen zu betrachten.

Um einen guten Einstieg ins Thema zu gewährleisten, wird im ersten Kapitel auf Leben und Werk Hildegards von Bingen eingegangen. Im Folgenden soll dann über die Visionen gesprochen werden, die Hildegard ihr Leben lang begleitet haben. Was für Visionen sind das? In welchem Zustand erlebt sie sie? Einen Anhaltspunkt hierfür wird das Titelbild liefern. Und schließlich wird im vierten und letzten Teil eine Analyse vorgenommen: Zuerst soll eine ältere kosmische Vision aus dem Scivias betrachtet werden, aus der auch das wörtliche Zitat des Titels stammt. Anschließend werden vier Visionen des 28 Jahre später entstandenen Liber Divinorum Operum untersucht. Unausweichlich ist auch ein Vergleich der Scivias- Vision mit einer Vision des Liber Divinorum Operum. Der Analyseteil beschäftigt sich vor allem mit der Frage nach dem Verhältnis zwischen Mensch, Natur, Kosmos und Gott. In einer abschließenden Betrachtung werden sich die gezogenen Schlussfolgerungen der Arbeit wiederfinden.

Hildegard von Bingen: Leben und Werk

Hildegard von Bingen wurde im Jahre 1098 als zehntes und wohl jüngstes Kind der dem fränkischen Hochadel angehörigen Hildebert und Mechthild von Bermersheim geboren. Ihr genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt. Auch wenn Bermersheim als Geburtsort nicht zweifelsfrei feststeht, so ist doch bekannt, dass sie bis zu ihrem achten Lebensjahr mit den Geschwistern auf dem elterlichen Herrenhof lebte. Schon als Kind zeigte sich bei Hildegard eine äußerst ungewöhnliche Wahrnehmungsgabe, die sie selbst als visio (Schau) bezeichnet, ihrer Umgebung jedoch meist verschwieg.[3] Diese Gabe, bei vollem Bewusstsein Dinge zu sehen, die eigentlich nicht sichtbar sind, behält sie ihr Leben lang.

Wann genau Hildegard ins Kloster ging, ist in der Forschung umstritten. Meist wird Hildegards Vita als Quelle herangezogen. Ihr zufolge wurde sie im Jahre 1106, also im Alter von acht Jahren, in die Obhut der sechs Jahre älteren Jutta von Sponheim gegeben. Diese hatte sich entschieden ein klösterliches Leben zu führen und wollte in dem Benediktinerkloster auf dem Disibodenberg in die Frauenklause einziehen.

Was das Eintrittsjahr der beiden Frauen in das Kloster betrifft, so existieren keine gesicherten Kenntnisse, da sich Hildegards Vita von der Juttas unterscheidet. Der Zeitraum zwischen 1106 und 1112 scheint wahrscheinlich. Noch im Jahr des Eintritts legen die Frauen das monastische Gelübde ab und werden somit Benediktinerinnen. Im Kloster lernt Hildegard lesen und schreiben und bekommt die Möglichkeit, sich umfassende Kenntnisse der Bibel, der Schriften der Kirchenväter und auch der weltlichen Wissenschaften anzueignen.[4] Nach dem Tod Juttas von Sponheim am 22. September 1136 wird die 38-jährige Hildegard zur neuen Meisterin gewählt. Ihr Ruf dringt nach außen und die Gemeinschaft der Frauen im Kloster wächst.

Zukunftsweisend sind für sie die Erlebnisse des Jahres 1141. Hier beginnt sie ihr erstes Buch Scivias zu verfassen. Sie tut dies, nach eigener Aussage, nachdem sie von Gott den Auftrag erhalten hatte, ihre Visionen niederzuschreiben.[5] Nach anfänglicher Weigerung und Krankheit beginnt sie doch mit Hilfe des Mönchs Volmar die Texte in lateinischer Sprache zu verfassen. Zehn Jahre dauert es, bis das Werk abgeschlossen ist.

Allerdings zweifelt sie lange Zeit an ihrer Sendung und an ihrer Berufung zur prophetischen Rede. Sie ruft 1146/47 in einem Brief den einflussreichen Abt Bernhard von Clairvaux an und wendet sich ein Jahr später auch an den Zisterzienserpapst Eugen III.. Eine päpstliche Kommission prüft die Sehergabe Hildegards und nach einem positiven Gutachten und der Fürsprache Bernhard von Clairvaux’ ermuntert der Papst Hildegard 1148 mit ihrer Arbeit fortzufahren. Auf diese Art und Weise erkennt er den göttlichen Ursprung der Visionen Hildegards an und macht sie somit von einer Seherin zur Prophetin. Dies gibt Hildegard die Möglichkeit ihre Visionen zu veröffentlichen und schützt sie gleichzeitig vor dem Vorwurf der Häresie. Auch auf das Kloster auf dem Disibodenberg hat diese päpstliche Legitimation Auswirkungen. Die Gemeinschaft der Frauen vergrößert sich kontinuierlich. Des Weiteren nimmt die Anzahl der Ratsuchenden auf dem Disibodenberg zu und verschafft dem Kloster so zusätzliche Einnahmequellen.

Um 1147/48 herum entschließt sich Hildegard unabhängig von dem Männerkloster zu werden. Die Hauptbeweggründe sind wohl der zunehmend beengte Lebensraum für die wachsende Frauengemeinschaft sowie das Streben nach Unabhängigkeit.[6] Allerdings tun sich viele Widerstände auf, Hildegard erkrankt und eine einflussreiche Fürsprecherin außerhalb des Klosters setzt sich für dessen Umzug ein. Im Zeitraum von 1147 bis 1151 siedelt die Frauengemeinschaft auf dem Rupertsberg, ca. 30 km vom Disibodenberg entfernt, nachdem dort mit der finanziellen Unterstützung weltlicher Geldgeber Rodungs- und Bauarbeiten durchgeführt worden waren. Im Mai 1158 wird die Rechtsstellung des neuen Klosters urkundlich festgelegt und alle seine Besitzungen bestätigt.

Ihre zweite Visionsschrift Liber Vitae Meritorum, in der es um den Widerstreit zwischen Tugenden und Lastern geht, verfasst Hildegard zwischen 1158 und 1163.

Im Alter von 65 Jahren beginnt Hildegard an ihrem dritten und letzten Visionswerk zu arbeiten. Der Liber Divinorum Operum gilt gemeinhin als das reifste Werk der Nonne. Bis 1174 schreibt Hildegard an diesem monumentalen Opus.

Doch verfasst Hildegard nicht nur Visionsschriften. In der Zeit zwischen 1150 und 1160 entstehen auch natur- und heilkundliche Schriften, die als Physica und Causae et Curae überliefert wurden. Außerdem sind umfangreiche Briefwechsel Hildegards mit bekannten Persönlichkeiten ihrer Zeit, wie beispielsweise Friedrich Barbarossa, erhalten. Außerdem schrieb Hildegard nicht nur Texte, sondern verfasste auch Lobgesänge (Symphoniae), zu denen sie selbst die Musik komponierte.

Am 17. September 1179 stirbt Hildegard von Bingen im Alter von 81 Jahren in ihrem Kloster auf dem Rupertsberg.

Besonders einzigartig wird das Wirken Hildegards durch ihre Berufung auf göttliche Offenbarungen, von denen sie sagt, sie zu haben. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit eben diesen Visionen.

Visionen

Es geschah im Jahre 1141 nach der Menschwerdung des Gottessohnes Jesus Christus, als ich 42 Jahre und sieben Monate alt war. Aus dem Himmel fuhr blitzend ein feuriges Licht hernieder. Es durchdrang mein Gehirn und setzte mein Herz und die ganze Brust wie eine Flamme in Brand.[7]


Mit diesen Worten aus dem Vorwort des Scivias beschreibt Hildegard ihre göttlichen Offenbarungen, die wie Feuerzungen in ihren Kopf eindringen und so den ganzen Körper ergreifen. Zu Beginn der Rupertsberger Handschrift des Scivias ist dies auch in einer Miniatur dargestellt. Hildegard befindet sich im Zentrum des Bildes in einem Gebäude, das die Umrisse ihres Klosters andeuten soll. Wach und aufrecht sitzend hält sie den Griffel und ein Wachstäfelchen bereit. Fünf Feuerzungen, die ihren gesamten Kopf umgeben, deuten die im Vorwort beschriebenen Flammen an, die die göttlichen Visionen übermitteln. Etwas abseits, an der Seite des Bildes sitzt der Mönch Volmar, Hildegards Sekretär und "symmista", ihr "Mitwisser der Geheimnisse"[8]. Er hält ein Buch in der Hand, das vermutlich die Worte Hildegards aufnehmen soll. Auch wenn er nicht direkt an den Visionen teilhat, so ist er dennoch ihr Zeuge und sorgt als solcher auch dafür, dass sie öffentlich werden.[9]

Wenn Hildegard zu erklären versucht, wie ihre Visionen vonstatten gehen, so tut sie dies meistens ad negativum, indem sie vor allem ausführt, wie es nicht geschieht. So schreibt sie in einem Brief an Wilbert von Gembloux:


Ich sehe aber alle diese Dinge nicht mit den äußeren Augen und höre sich nicht mit den äußeren Ohren, auch nehme ich sie nicht mit den Gedanken meines Herzens wahr noch durch irgendwelche Vermittlung meiner fünf Sinne. Ich sehe sie vielmehr einzig in meiner Seele, mit offenen leiblichen Augen [...]. Die Worte in dieser Schau klingen nicht wie aus dem Menschenmund, sondern sie sind wie eine blitzende Flamme und wie in reinem Äther sich bewegende Wolke [...]. [10]


So wie sie das Bild der Flamme auch in anderen Quellen verwendet, um die göttlichen Visionen zu beschreiben, bestätigt Hildegard ebenfalls in anderen Zusammenhängen die Offenbarungen nicht mit den äußeren Sinnesorganen wahrzunehmen. Ein Beispiel ist wieder das Vorwort des Scivias:


Die Gesichte aber, die ich sah, empfing ich nicht im Traum, nicht im Schlaf oder in Geistesverwirrung, nicht durch die leiblichen Augen oder die äußeren menschlichen Ohren, auch nicht an abgelegenen Orten, sondern ich erhielt sie in wachem Zustand, bei klarem Verstand, durch die Augen und Ohren des inneren Menschen, an zugänglichen Orten, wie Gott es wollte.[11]


Wie deutlich wird, versucht Hildegard jeden Zweifel an ihren Visionen auszuräumen. Nicht die gewöhnlichen Sinnesorgane empfangen die Visionen, sondern innere Augen und Ohren. Des weiteren schläft sie nicht und befindet sich beim Empfang der Visionen auch nicht in einem Zustand der Ekstase oder des Wahns, sondern sie ist vielmehr "bei klarem Verstand". Hierin unterscheidet sie sich zu anderen Visionären ihrer Zeit. Wie Jean-Claude Schmitt in einem interessanten Aufsatz vergleichend zeigt, beschreiben Elisabeth von Schönau und Rupert von Deutz vielmehr Ekstase- oder Schlafzustände.[12] Dass Hildegard sich ausdrücklich auf einen Wachzustand beruft, begreift er als Legitimation ihrerseits, um als authentisch zu gelten.[13] Doch worin bestehen nun ihre Visionen? Was sind sie genau? Um Hildegard selbst zu zitieren: "Wie das geschieht kann der fleischliche Mensch schwer begreifen."[14] Historiker können sich in diesem Fall nur auf das stützen, was Hildegard in verschiedenen Quellen beschreibt. Doch dies fällt schwer, in Hinblick auf die Tatsache, dass sie sich in Details stark zurückhält und auch immer wieder bekräftigt, dass sie "nichts aus eigener Erfindung oder irgendeines Menschen" schreibt, "sondern wie [sie] es in himmlischer Eingebung sah und durch die verborgenen Geheimnisse Gottes empfing"[15]. Die genauen Umstände der Visionen treten hinter den Offenbarungen und deren Deutung zurück. Was zu untersuchen bleibt, stellt Schmitt richtig fest: Hildegards Rhetorik, die, wie dies bei Rhetorik immer der Fall ist, Regeln folgt und sich sozialen und ideologischen Normen sowie Autoritäten unterwirft[16]. Ein Teil dieser Rhetorik ist die Bescheidenheitsformel Hildegards, sie selbst habe nur als unwissendes Medium Gottes gedient.[17] Dabei ist bekannt, wie bereits oben erwähnt, dass sie über umfangreiche Kenntnisse der Bibel und auch anderer Schriften verfügte. Clausberg sieht hier vielmehr einen literarischen Kunstgriff zur glaubhafteren Darstellung der göttlichen Offenbarungsvollmacht.[18]

Kosmische Visionen

Scivias

"Danach sah ich ein riesiges dunkles Gebilde (instrumentum) wie ein Ei [...]"[19]

Mit diesen Worten leitet Hildegard eine kosmische Vision ein. Die göttliche Offenbarung zeigt Hildegard hier ein Bild vor ihrem inneren Auge vom Aufbau des Kosmos, welches sie in der dritten Vision des ersten Teils des Scivias ausformuliert. Im Rupertsberger-Kodex ist eine Zeichnung der Vision enthalten. Sie erleichtert es dem Leser sich das komplexe Bild vorzustellen. Insgesamt ist ihre Beschreibung sehr strukturiert. Sie führt den Leser nach der Reihenfolge, wie sie es in der Vision gesehen zu haben scheint, vom Bildäußeren zum Inneren und geht schrittweise vor.

Die Vision beginnt mit der Beschreibung des oben bereits erwähnten dunklen Gebildes, welches in der Mitte breiter und oben und unten jeweils spitz zulaufend ist. Dieses eiförmige Gebilde stellt den Kosmos insgesamt dar. Er teilt sich in verschiedene Schichten: Die erste Schicht ist aus "leuchtendem Feuer". In dieser befindet sich am oberen Ende ein von drei Fackeln gehaltener, rötlich schimmernder Feuerball, welcher das gesamte Gebilde erleuchtet. Dieser Ball ist in Bewegung, nähert sich den Fackeln an, so dass sich ihre Flammen verbinden und so noch weiter ausschlagen und entfernt sich von den Fackeln, so dass ihm "große Kälte" entgegenschlägt und er seine Flammen zurückholt. Von dieser äußersten Feuerschicht geht ein Wind aus, so wie auch von der darunterliegenden Schicht, die als "dunkle Haut" bezeichnet wird. In dieser Schicht befindet sich ein "düsteres Feuer", das, so Hildegard, "so schrecklich war, dass ich es nicht anschauen konnte". In dieser Haut toben Donner, Blitz, Hagel und ein Gewittersturm. Weiter im Inneren des Gebildes liegt eine klare Luftschicht, in der sich ein weißer glänzender Feuerball befindet, der seinen Glanz auch an weiße Kugeln in der Luftschicht abgibt. Unter dieser Luftschicht zeigt sich eine weiße Dunstschicht und darunter eine weiße Haut, die Feuchtigkeit und bei starker Kontraktion auch Platzregen aussendet. Auch in dieser Schicht befindet sich ein Wind. In der Mitte des eben beschriebenen Komplexes befindet sich eine "sehr große Sandkugel". Ein riesiger Berg trennt den Norden, in dem es finster ist, vom Osten, der hell erleuchtet ist. Der beschriebene Kosmos ist geostet und nicht genordet, wie es die heutigen Karten sind. Dies war im Mittelalter durchaus üblich.

Sehr sprachgewaltig und eindrücklich schildert Hildegard diese Vision in ihren Einzelheiten. Im Anschluss folgt eine Deutung der Vision in 30 Sinnabschnitten nach kosmischen und geistig- religiösen Gesichtspunkten.

Mit der Bedeutung der Eiförmigkeit des Gebildes befasst sich Ingrid Riedel. Sie weist darauf hin, dass das Ei die Form des Keimenden und des Lebenden ist und somit Entwicklungspotenzial enthält. So schlussfolgert sie, dass auch Hildegard den Kosmos als in Entwicklung befindend einstuft.[20] Des Weiteren weist sie darauf hin, dass das Ei in der Tradition des religiösen Bildes fast immer eine heilige, beinahe göttliche Gestalt darstellt. Und anhand der Erläuterungen, die Hildegard zu den Visionen gibt, weist Riedel nachvollziehbar nach, dass der Kosmos hier als Leib Gottes gemeint ist. Als Erläuterung zu der Form des Kosmos schreibt Hildegard:


Denn dieses dunkle Gebilde wie ein Ei, oben spitz zulaufend, in der Mitte breiter und unten sich wieder verengend, bedeutet für den Glauben (fideliter[21]) den allmächtigen Gott, unfassbar in seiner Majestät, unvergleichbar in seinen Geheimnissen und die Hoffnung aller Gläubigen.[22]


Und auch Christus ist Teil dieser Vorstellung: Der rötlich schimmernde Feuerball, der im Kosmos als Sonne dient ist das Zeichen für Christus.


Mit dem Glanz seiner Herrlichkeit (des Feuerballs, J.H) weist er (Gott, J.H) auf den unaussprechlich wunderbaren Eingeborenen in Gott dem Vater hin, der als Sonne der Gerechtigkeit den Strahl brennender Liebe in sich trägt und von solcher Herrlichkeit ist, dass die ganze Schöpfung vom Glanz seines Lichtes erleuchtet wird.[23]


Somit ist offenbar, dass Kosmos und Gott einander entsprechen. Die Sonne steht für Jesus Christus, das gesamte Kosmosgebilde spiegelt den Leib Gottes wider.

Auch in einer späteren kosmischen Vision zeigt sich diese Übereinstimmung zwischen Kosmos und Gott. Diese wird im Folgenden untersucht.

Liber Divinorum Operum (LDO)

28 Jahre nachdem der Scivias vollendet ist, verfasst Hildegard eine neue kosmische Vision in ihrem dritten und letzten Visionswerk Liber Operum Divinorum oder auch De Operatione Dei genannt.[24] Der Schwerpunkt der folgenden Analyse liegt auf der zweiten Vision des ersten Teils "Vom Bau der Welt"[25]. Da die Visionen im Liber Operum Divinorum aufeinander aufbauend sind, werden die erste Vision "Vom Ursprung des Lebens"[26], die dritte Vision "Von der Natur des Menschen"[27] und die vierte Vision des ersten Teils "Von der Gliederung des Leibes"[28] eine nebengeordnete Rolle spielen. Auch zu diesem Visionswerk gibt es Miniaturen, die das Verständnis der Visionen erleichtern. Zu diesem Zweck werden die entsprechenden Illustrationen aus dem Lucca-Kodex herangezogen.

Eine von "Klarheit" und "Schönheit" gekennzeichnete Gestalt menschlichen Aussehens, die ein Gewand trägt, "das der Sonne gleich erglänzte", sieht Hildegard in der ersten Vision.[29] Es handelt sich hier um die Caritas, die Mensch gewordene Liebe Gottes. Aus einem goldenen Reif, der den Kopf der Gestalt umgibt, erscheint der Kopf eines älteren, bärtigen Mannes, die "Benignitas", Gottes unendliche Güte, die "im gesamten Planen und Vorherwissen Gottes [30] der Gipfel der höchsten Liebe" [31]ist. Vier Flügel gehen von dieser Lichtgestalt aus. Zwei treffen sich über den beiden Köpfen, zwei reichen bis zu den Knien. In den Händen hält die geschilderte Person ein Lamm, das Jesus Christus symbolisiert.

In der zweiten Vision hält die Caritas kein Lamm mehr in den Händen, sondern ein Rad erscheint vor der Brust ihrer Gestalt. Dieses Rad vergleicht Hildegard mit dem im Scivias geschilderten Ei. Auch das Rad besteht aus verschiedenen Schichten: Der äußerste Ring ist wie im Scivias ein Kreis aus "hellleuchtendem Feuer" und der darunter besteht aus "schwarzem Feuer". Als dritte Schicht erscheint ein Kreis aus "reinem Äther". Es folgen jeweils eine Schicht mit "wasserhaltiger Luft" und darunter eine andere mit "starker weißer Klarluft". Abschließend findet sich in der Mitte noch eine "dünne Luftschicht". In eben diesem letzten Kreis wird eine Kugel sichtbar, die die Erde darstellt. Inmitten des Kosmos ist die Gestalt eines Menschen zu sehen. Seine Arme sind nach rechts und links ausgestreckt. So berührt er die äußersten Enden der weißen Luftschicht mit Händen, Füßen und Scheitel. Im weiteren Verlauf der Vision erscheinen verschiedene Tierköpfe an unterschiedlichen Stellen im Weltenrad, die in verschiedene Richtungen hauchen und so an manchen Stellen wiederum neue Tierköpfe entstehen lassen. Außerdem beschreibt Hildegard den Stand der verschiedenen Planeten und zwei Zungen, die kleine Wasserbäche gegen die menschliche Gestalt und die Kugel im Zentrum des Kosmos ergießen.[32]

Ausgangspunkt aller Schöpfung ist für Hildegard Gott. Seine Liebe und Güte umfassen sinnbildlich, und in der Vision sogar real, den räumlich begrenzten Kosmos. Das All ist der Leib Gottes, die Welt gleicht einem Organ. Wie auch besonders schön in der Miniatur zu erkennen ist , wird das All von den Armen der Caritas in einer nahezu mütterlichen Geste bergend und schützend umfasst.[33] Als Ursprung des Universums sieht Hildegard das Wort Gottes, eine "reine, schöpferische Dynamik"[34], die sowohl Sein als auch Wirken ist.[35] Gottes Wort ist für Hildegard auch in jeder Kreatur anwesend.[36] Mensch und Gott stehen also in sehr engem Zusammenhang. Der Mensch ist nicht nur Geschöpf Gottes, sondern auch gleichzeitig ein Teil von ihm. Somit ist die Welt, schlussfolgert Regine Kather, sowohl von der schöpferischen Macht Gottes umfangen, als auch von ihr durchdrungen.[37]

In der zweiten Vision wird der räumlich begrenzte Kosmos als Rad dargestellt.[38] Rund und kreisend ist das Weltenrad. Die Winde setzen es in Bewegung und mit ihm die Zeit. Ein endloser Kreislauf von Wachsen und Verfall setzt ein, wie in den Visionen drei und vier des LDO gezeigt wird. Hier wird das noch statische Weltenrad in Bewegung gesetzt und Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Bestandteilen treten ein. Durch die verschiedenen Schichten, aus denen sich das Rad zusammensetzt, erhält der Kosmos zunehmende Stabilität. Alle Elemente der Welt finden sich in diesem Rad, gemeinsam mit den Winden und Gestirnen.


Jede dieser Weltsphären steht in einem inneren Verhältnis zu allen anderen und zum Ganzen; keine kann sich in ihrer Eigenkraft allein auswirken; jede steht unter einer Anforderung und hat Rücksicht auf das Ganze zu nehmen. Die Welt ist ein universales Ordnungs-Gefüge.[39]


Sehr treffend beschreibt Heinrich Schipperges hier die Quintessenz aus den verschiedenen Visionen. Alles in der Welt hängt zusammen, nichts kann allein ohne das andere bestehen.

Im Zentrum des eben beschriebenen Ordnungsgefüges steht, wie sich auch in der zweiten Vision zeigt, der Mensch. Er berührt die äußersten Enden des größten Kreises im Weltenrad. Er ist folglich in der Lage, die Dinge sowohl unten, als auch oben in Bewegung zu setzen[40]. Der Mensch sei bedeutender als alle anderen Geschöpfe, die abhängig von der Weltstruktur bleiben. Seine seelischen Kräfte überstiegen seine physischen Kräfte bei weitem. So steht es in der Erläuterung zur zweiten Vision.[41] Hildegard vertritt also eine deutlich anthropologische Weltsicht.

Zum Verhältnis des Menschen zur Natur schreibt Hildegard:.


Auf dieser Welt hat er (Gott, J.H.) den Menschen mit allem umgeben und gestärkt und hat ihn mit gar großer Kraft rundum durchströmt, damit ihm die Schöpfung in allen Dingen beistünde. Die ganze Natur sollte dem Menschen zur Verfügung stehen, auf dass er mit ihr wirke, weil ja der Mensch ohne sie weder leben noch bestehen kann. Das wird dir in dieser Schau gezeigt.[42]


Unabhängig davon, wie groß und wichtig die Stellung des Menschen in der Schöpfung auch sei, so ist er doch auf die Natur angewiesen. Er soll auf sie einwirken und die Natur soll auf den Menschen zurückwirken.

Auch das All, wie sowohl in der Vision zu lesen, als auch auf der Miniatur deutlich zu erkennen ist, wirkt mit seinen gesammelten Kräften auf den Menschen ein. Dieser ist allerdings mit seinen geistig- seelischen Kräften ebenso in der Lage, auf den ganzen Kosmos zurückzuwirken und ihn zu durchdringen.[43] Damit ist keine räumlich- körperliche Ausdehnung gemeint.[44] Der Mensch als Mikrokosmos mit seiner leiblich- geistigen Struktur entspricht dem Makrokosmos, also dem Universum. Mikro- und Makrokosmos sind analog geordnet.[45] Hildegard versucht im Verlauf ihrer Visionen, die Maßverhältnisse des Kosmos direkt und exakt auf den Menschen zu übertragen und die Elementarstruktur genau beizubehalten.[46] So entsprechen sich ihrer Ansicht nach Mikro- und Makrokosmos, die Elemente (Feuer, Wasser, Luft und Erde), die Lebenssäfte des Menschen (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle), die Temperamente, die Jahreszeiten und auch die Lebensalter.[47]


Gott schuf auch die Elemente der Welt. Alle Weltelemente befinden sich im Menschen, und mit ihnen wirket der Mensch. Sie heißen aber: Feuer, Luft, Wasser, Erde. Diese vier Grundstoffe sind in sich selber dermaßen durchflochten und verbunden, dass keins vom anderen geschieden werden kann [...].[48]


Und weiter schreibt sie:


In der eben geschilderten Weise lebt der Mensch aus den vier Säften, wie auch das Weltall aus den vier Elementen besteht. Gott hat nämlich die Welt aus diesen vier Elementen so zusammengefügt, dass keins vom anderen getrennt werden kann; die Welt würde aufhören zu bestehen, wenn eins vom anderen getrennt zu existieren vermochte. Im Gegenteil: sie sind völlig unlöslich ineinander verkettet.[49]


Und auf eben diese Weise sind Gott, der Kosmos und der Mensch untrennbar miteinander verbunden. Mit dieser Ansicht ist Hildegard von Bingen nicht allein in ihrer Zeit, jedoch ist ihr Weltbild eines der geschlossensten. Es handelt sich, wie deutlich wurde, um ein sehr komplexes Gebilde. Nichts im Universum steht für sich allein oder ist monokausal zu erklären. In diesem ganzheitlichen Ansatz ist alles und jedes miteinander verbunden, entspricht einander und ist insgesamt auf die Schöpfung Gottes zurückzuführen. Abschließend ist unbedingt noch darauf hinzuweisen, dass es Hildegard um das eben beschriebene geht, nämlich um das Verhältnis zwischen Gott, dem Menschen und der Natur. Es geht ihr in keinesfalls darum, eine astronomische Erklärung für den Kosmos zu liefern.[50] Aus diesem Grund sind ihre Visionen nur in der Hinsicht kosmisch, dass der Kosmos darin vorkommt und symbolische Bedeutung hat.

Vergleich der kosmischen Vision im Scivias und im LDO

Abschließend soll ein kurzer Vergleich der beiden Kosmosvisionen aus dem Scivias und dem Liber Divinorum Operum vorgenommen werden, wie er von Hildegard selbst nahegelegt wird.[51] Hauptsächliches Unterscheidungsmerkmal ist die äußere Form des in den Visionen auftauchenden Kosmos. Wird im Scivias noch von einem Ei gesprochen, so wird er im Liber Divinorum Operum als Kreis geschildert.

Das Ei ist, so Hildegard, ein Bild für den Kosmos in dem Sinne, dass das Ei, ebenso wie der Kosmos in verschiedene Schichten unterteilt ist. Die Ei-Förmigkeit soll also die Elementstruktur des Kosmos verdeutlichen.[52] Klaes verweist darauf, dass sich die Vorstellung der Ei- Förmigkeit und der Elementstruktur bei mehreren zeitgenössischen Autoren findet, Hildegard sie jedoch zu einem eigenen neuen Weltbild verarbeitet.[53]

Außerdem ist das Ei eine Form des Keimenden, es verweist auf einen in Entwicklung befindlichen Prozess. Somit betrachtet Hildegard in ihrer Scivias-Vision den Kosmos als in Entwicklung befindlich.[54]

Das Rad, das in der zweiten Vision des ersten Teils des Liber Divinorum Operum zum ersten Mal als Bild für den Kosmos verwendet wird, ist die technisch vollkommene Form. Es ist rund, geschlossen und in Bewegung. Es soll, nach Hildegard, das Verhältnis der Elemente untereinander verdeutlichen.[55] Es stellt also die abgeschlossene und harmonische Einheit aller Geschöpfe dar und ist somit auch ein Symbol für den Ordnungsgedanken Gottes.[56] Heinrich Schipperges sieht in dem Rad alle genannten Eigenschaften mit denen des Eis verbunden. Er schreibt:


Dass sich dieses Weltenrad zu drehen beginnt, ist Sinnbild nicht nur für Ordnungsgedanken im Universum, sondern auch für die Prozesse einer ganzen Welt in Entwicklung. Ist doch das Rad auch Symbol für das Spiel der Naturmächte (opus cum creatura) wie auch für die Gewalten im Zeitgeschehen (opus cum tempore), für das Wechselspiel der Jahreszeiten und Lebensalter, für die Tragik im rollenden Lauf der Dinge (vicissitudo temporum).[57]


Auch in dieser Interpretation finden wir wieder, dass sich schon im Sinnbild des Rades alle oben erwähnten Verbindungen zwischen Mensch und Kosmos zeigen.

Jedoch schreibt Hildegard, dass weder das Ei noch das Rad die wahre Gestalt des Kosmos darstellen. Dieser müsse vielmehr eine Kugel sein:


Denn während die vielschichtige Struktur des Eies der Welt mit ihren Schichtungen, in der hier wie dort die verschiedenen Stoffe unterschieden sind, gleicht, wird mit diesem Rad lediglich der Umlauf und die rechte Ausgemessenheit dieser Weltelemente verstanden. Denn keins von diesen beiden Bildern verkörpert die Weltgestalt insgesamt, weil diese Welt ja rundum heil und rund und kreisend ist. Solch eine Kugel aber, rund und kreisend, gleicht noch am ehesten in allen Einzelheiten jener Weltgestalt.[58]


Sowohl das Rad als auch das Ei haben als äußere Erscheinung des Kosmos ihre Berechtigung. Jede Form lenkt ihr Augenmerk nur auf einen bestimmten Aspekt des Kosmos. Aber, um es noch einmal festzuhalten, es geht Hildegard nicht um die wahre Form des Kosmos, sondern um ein Symbol für dessen Form.

Fazit

Hildegard von Bingen ist eine faszinierende Persönlichkeit ihrer Zeit. Schon von früher Kindheit an verbringt sie ihr Leben fern vom Elternhaus in einem Kloster. Und doch hat sie Kontakte zu führenden, einflussreichen Personen, wie Bernhard von Clairvaux und Friedrich Barbarossa. Ihr ganzes Leben lang wird sie von Visionen begleitet. Sie beschreibt sie als göttliche Offenbarungen, die wie Feuerzungen in ihren Kopf eindringen und von inneren Augen und Ohren wahrgenommen werden. Bei den Visionen befindet sie sich keineswegs in einem Zustand der Ekstase. Sie ist vielmehr bei vollem Bewusstsein. Der Papst erkennt den göttlichen Ursprung der Visionen an und ermöglicht so deren Veröffentlichung. Was Hildegard in ihren Visionen sieht, ist sehr gewaltig. Nicht weniger als den Kosmos erblickt sie hier. Den Kosmos, der in einem Beziehungsgeflecht mit allen Bestandteilen der Welt verbunden ist. Erscheint er ihr im Scivias noch als Ei, so sieht sie ihn Jahrzehnte später im Liber Divinorum Operum als Rad. Es geht hier jedoch nicht um die tatsächliche Gestalt der Erde sondern um ein Symbol von ihr. In einer Vision des LDO steht der Mensch im Zentrum des Kosmos. Er entspricht ihm in seinem ganzen Sein. Mikro- und Makrokosmos konvergieren und stehen in enger Verbindung mit beispielsweise den Jahreszeiten. Hildegard sieht innere Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Bestandteilen des Kosmos. Dieser holistische Ansatz zum Verständnis der Welt ist den Menschen über viele Jahrhunderte verloren gegangen. Erst in den vergangenen Jahrzehnten ist durch die ökologische Krise wieder ein Bewusstsein dafür aufgekommen, dass es tiefere und weitreichendere Verbindungen der Bestandteile der Welt geben könnte. Hildegard von Bingen hatte diese Erkenntnis schon im 12. Jahrhundert!

Sie hatte sehr durchstrukturierte und komplexe Visionen. Leider konnte in dieser Arbeit aufgrund des stark begrenzten Umfangs keine ausführlichere Analyse der Visionen vorgenommen werden, um ihrem Ordnungsgefüge der Welt noch näher zu kommen. Dies hätte sicherlich weiteren Erkenntnisgewinn bringen können. Dem interessierten Leser steht es jedoch selbstverständlich frei, mit Hilfe des Anhangs zu weiteren Erkenntnissen zu gelangen.

Wie sich gezeigt hat, ist die Beschäftigung mit Hildegard von Bingen und ihren kosmischen Visionen ein sehr komplexes Thema. Und doch: Es lohnt sich!

Literaturverzeichnis

Quellen

Bingen, Hildegard von: Briefwechsel. Nach den ältesten Handschriften übersetzt und

nach den Quellen erläutert von Adelgundis Führkötter. Salzburg 21990, S.227. Zit. in: Koring, Ines: Hildegard von Bingen. 1098- :1179. In: Hans- Jürgen Kotzur (Hg.): Hildegard von Bingen (1098-1179). Mainz 1998, S.2-24. –nicht eingesehen-


Bingen, Hildegard von: Heilkunde. Das Buch von dem Grund und Wesen und der

Heilung der Krankheiten. Nach den Quellen übersetzt und erläutert von Heinrich Schipperges. Salzburg 61992, S. 56. Zit. in: :Winfried Wilhelmy: Hildegards natur- und heilkundliches Schrifttum. In: Hans- Jürgen Kotzur (Hg.): Hildegard von Bingen :(1098-1179). Mainz 1998, S.285.- nicht eingesehen-


Bingen, Hildegard von: Scivias- Wisse die Wege. Eine Schau von Gott und Mensch in

Schöpfung und Zeit. Übers. und hg. von Walburga Storch. Freiburg- Basel- Wien 1992.


Bingen, Hildegard von: Welt und Mensch. Das Buch „De Operatione Dei“. Aus dem

Genter Kodex übers. und erläutert von Heinrich Schipperges. Salzburg 1965. (=LDO)


Literatur

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Monographie zu ihrem 900. Geburtstag. Frankfurt/Main u.a. 22000.


Clausberg, Karl: Kosmische Visionen. Mystische Weltbilder von Hildegard von Bingen

bis heute. Köln 1980.


Forster, Edeltraud u.a.: Hildegard von Bingen. Prophetin durch die Zeiten. Zum 900.

Geburtstag. Freiburg-Basel-Wien 1997.


Führkötter, Adelgundis (Hg.): Kosmos und Mensch aus der Sicht Hildegards von

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Haverkamp, Alfred: Hildegard von Bingen in ihrem historischen Umfeld.

Internationaler wissenschaftlicher Kongress zum 900jährigen Jubiläum. 13.-19. September 1998. Bingen am Rhein. Mainz 2000.


Kather, Regine: Vollendetes Kunstwerk Gottes. Das kosmische Weltbild Hildegards

von Bingen. In: Forster, Edeltraud u.a.: Hildegard von Bingen. Prophetin durch die Zeiten. Zum 900. Geburtstag. Freiburg- :Basel-Wien 1997, S.198- 222.


Klaes, Monika: Zu Schau und Deutung des Kosmos bei Hildegard von Bingen. In:

Führkötter, Adelgundis (Hg.): Kosmos und Mensch aus der Sicht Hildegards von Bingen. Mainz 1987. (Quellen und Abhandlungen zur :mittelrheinischen Kirchengeschichte, im Auftrag der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte. Hg. von Isnard W. Frank :Bd.60), S.37- 115.


Koring, Ines: Hildegard von Bingen. 1098- 1179. In: Hans- Jürgen Kotzur (Hg.):

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Kotzur, Hans-Jürgen (Hg.): Hildegard von Bingen (1098-1179). Mainz 1998.


Riedel, Ingrid: Hildegard von Bingen. Prophetin der kosmischen Weisheit. Stuttgart

1994.


Schipperges, Heinrich: Hildegard von Bingen. München 21995.


Schmitt, Jean-Claude: Hildegard von Bingen oder die Zurückweisung des Traums. In:

Alfred Haverkamp (Hg.): Hildegard von Bingen in ihrem historischen Umfeld. Internationaler wissenschaftlicher Kongress zum :900jährigen Jubiläum. 13.-19. September 1998. Bingen am Rhein. Mainz 2000, S.351-373.


Wilhelmy, Winfried: Hildegards natur- und heilkundliches Schrifttum. In: Kotzur,

Hans-Jürgen (Hg.): Hildegard von Bingen (1098-1179). Mainz 1998, S.284- 303.


Endnoten

  1. Wörtliches Zitat im Titel aus: Bingen, Hildegard von: Scivias- Wisse die Wege. Eine Schau von Gott und Mensch in Schöpfung und Zeit. Übers. und hg. von Walburga Storch. Freiburg- Basel- Wien 1992, S.40. Siehe Anhang, S.2.
  2. Schipperges, Heinrich: Hildegard von Bingen. München 21995, S.7.
  3. Vgl. Koring, Ines: Hildegard von Bingen. 1098- 1179. In: Hans- Jürgen Kotzur (Hg.): Hildegard von Bingen (1098-1179). Mainz 1998, S.4.
  4. Koring, S.6.
  5. Zu den Visionen siehe S.5; Bingen, Hildegard von: Scivias- Wisse die Wege. Eine Schau von Gott und Mensch in Schöpfung und Zeit. Übers. und hg. von Walburga Storch. Freiburg- Basel- Wien 1992, S.5.
  6. Koring, S.9.
  7. Scivias, S.5.
  8. Koring, S.7.
  9. Vgl. Schmitt, Jean-Claude: Hildegard von Bingen oder die Zurückweisung des Traums. In: Alfred Haverkamp (Hg.): Hildegard von Bingen in ihrem historischen Umfeld. Internationaler wissenschaftlicher Kongress zum 900jährigen Jubiläum. 13.-19. September 1998. Bingen am Rhein. Mainz 2000, S.351.
  10. Hildegard von Bingen: Briefwechsel. Nach den ältesten Handschriften übersetzt und nach den Quellen erläutert von Adelgundis Führkötter. Salzburg 21990, S.227. Zit. in: Koring, S.19. Zit. im Anhang, S.16.
  11. Scivias, S.6f.
  12. Schmitt, S.351-373.
  13. Ebd., S.373.
  14. Scivias, S.7.
  15. Ebd., S.7.
  16. Schmitt, S.360.
  17. Scivias, S.5.
  18. Clausberg, Karl: Kosmische Visionen. Mystische Weltbilder von Hildegard von Bingen bis heute. Köln 1980, S.69.
  19. Scivias, S.40.
  20. Riedel, Ingrid: Hildegard von Bingen. Prophetin der kosmischen Weisheit. Stuttgart 1994, S.60.
  21. „fideliter“ kann nicht nur „der Glaube“, sondern auch „der Glaubende“ bedeuten (Anm. d. Verf.).
  22. Scivias, S.41.
  23. Ebd., S.42.
  24. Es wird folgende Ausgabe des Werkes verwendet: Bingen, Hildegard von: Welt und Mensch. Das Buch "De Operatione Dei". Aus dem Genter Kodex übers. und erläutert von Heinrich Schipperges. Salzburg 1965. (=LDO)
  25. LDO, I, 2, 1.
  26. LDO, I, 1, 1.
  27. LDO, I, 3, 1.
  28. LDO, I, 4, 1.
  29. LDO, I, 1, 1.
  30. LDO, I, 1, 3, S.27 und Bäumer, Änne: Wisse die Wege. Leben und Werk Hildegards von Bingen. Eine Monographie zu ihrem 900. Geburtstag. Frankfurt/Main u.a. 22000, S.158f.
  31. LDO, I, 1, 4, S.27
  32. LDO, I, 2, 1.
  33. Vgl. Kather, Regine: Vollendetes Kunstwerk Gottes. Das kosmische Weltbild Hildegards von Bingen. In: Forster, Edeltraud u.a.: Hildegard von Bingen. Prophetin durch die Zeiten. Zum 900. Geburtstag. Freiburg-Basel-Wien 1997, S.201.
  34. Ebd., S.200.
  35. Vgl. ebd., S.200.
  36. „Als nun das WORT Gottes erklang, da erschien dieses WORT in jeder Kreatur, und dieser Laut war das Leben in jedem Geschöpf.“ In: LDO, I, 4, 105, S.171.
  37. Kather, S. 201.
  38. Ein Vergleich zum Scivias, in dem der Kosmos als Ei dargestellt wird, siehe Kapitel 4.3
  39. Schipperges, S.41.
  40. LDO, I, 2, 15, S.44.
  41. LDO, I, 2, 15, S.45.
  42. LDO, I, 2, 2, S.37.
  43. Vgl. Riedel, S.138.
  44. Vgl. Kather, S.203.
  45. Vgl. Wilhelmy, Winfried: Hildegards natur- und heilkundliches Schrifttum. In. Kotzur, S.285.
  46. Klaes, Monika: Zu Schau und Deutung des Kosmos bei Hildegarg von Bingen. In: Führkötter, Adelgundis (Hg.): Kosmos und Mensch aus der Sicht Hildegards von Bingen. Mainz 1987. (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte, im Auftrag der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte. Hg. von Isnard W. Frank Bd.60), S.87.
  47. Vgl. Wilhelmy, S.285
  48. Bingen, Hildegard von: Heilkunde. Das Buch von dem Grund und Wesen und der Heilung der Krankheiten. Nach den Quellen übersetzt und erläutert von Heinrich Schipperges. Salzburg (6. Auflage) 1992, S. 204.
  49. Heilkunde, S.137f. Zit. in:: Wilhelmy, S.285.
  50. Vgl. auch Bäumer, S.157.
  51. LDO, I, 2, 1.
  52. LDO, I, 2, 3, S.38.
  53. Klaes, S.56- 62.
  54. Vgl. Riedel, S.60.
  55. LDO, I, 2, 3, S.38.
  56. Vgl. Bäumer, S.158
  57. Schipperges, S.38f.
  58. LDO, I, 2, 3, S.38.


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"Danach sah ich ein riesiges dunkles Gebilde wie ein Ei..."