Literaturverwaltung(EDV)

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

In diesem Artikel werden diverse Programme vorgestellt, mit denen Literaturdaten erfasst, verarbeitet und dauerhaft gesichert werden können.

Anwendungsbereiche

Die Verwendung von Literaturverwaltungsprogrammen sollte so früh wie möglich im Studium beginnen, aus zwei Gründen.

Erstens bleiben die Literaturmengen, die für ein Projekt (Hausarbeiten zumeist) genutzt werden, zwar während des Studiums relativ überschaubar. Aber spätestens mit der Masterarbeit nimmt die zu verarbeitende Literatur Ausmaße an, die ein Instrument für diesen Vorgang dringend angeraten sein lassen. Sich erst dann mit neuen Programmen zu befassen, raubt wertvolle Arbeitszeit. Dazu kommt, dass eine vernünftige Literaturverwaltung auch schon bei normalen Hausarbeiten drastisch Zeit sparen kann - beispielsweise mit der Funktion, automatisiert Bibliographien zu erstellen.

Zweitens hilft ein früher Einsatz von Literaturverwaltungen auch während des Studiums, da eine gut gepflegte Datenbank bei späteren Hausarbeiten immer wieder von Nutzen sein kann - man braucht nicht stets das Rad neu erfinden, wenn man erfasst hat, welche Literatur man vor vier oder fünf Semestern bearbeitet hat und welche Inhalte diese hatte.

Programme

Die hier vorgestellten Programme ähneln sich teils recht stark. Dies liegt in der Natur der Sache. Es werden trotz aller Ähnlichkeiten hier mehrere Programme vorgestellt, weil Anwender oftmals eine gefühlsmäßige Entscheidung treffen und dazu eine genügende Auswahl haben sollen.


Bibliographix (Bx)

Von Bobliographix gibt mittlerweile eine völlig neue Version, die auch unter dem Mac und Linux nutzbar ist, sehr klein ist, sehr schnell und überdies noch komplett kostenlos! Mehr Infos auf der Homepage!

Bezugsquellen: [1]

Citavi

Darstellung: Eines der beiden hier am Historischen Seminar am häufigsten verwendeten kommerziellen Literaturverwaltungsprogramme, das ab sofort von Angehörigen der Leibniz Universität Hannover kostenlos in der Vollversion eingesetzt werden kann (s.u.). Es bietet eine große Zahl von Möglichkeiten (unter anderem auch die Option, das Programm direkt auf einen USB-Stick installieren und nutzen zu können!), von denen hier nur die vermeintlich wichtigsten genannt werden können.

  • Online-Recherche: Im Gegensatz zu Bibliographix kann in Citavi selber ausschließlich über die sogenannte Z39.50-Schnittstelle online recherchiert werden, die den meisten Anwendern etwas umständlicher in der Bedienung vorkommen dürfte. Auch hierüber können Titel per Mausklick direkt in die Datenbank übernommen werden. Wesentlich komfortabler gestaltet sich die Recherche über den sog. Citavi-Picker, ein kostenloses Zusatztool, das sich direkt in den Browser einbindet und die Titelaufnahme per Mausklick ermöglicht. Somit ist dieser Komfortnachteil gegenüber Bibliographix nahezu aufgehoben.
  • Wissensmanagement: Die Listeneinträge können mit Abstracts, Zitaten, Ideen, Arbeitsaufträgen, Querverbindungen, Schlagworten etc. etc. ergänzt werden. So wird ein simpler Listeneintrag zum aktiven Modul des Arbeitsprozesses.
  • Bibliographie und Fußnoten in Textdokumente exportieren: Nicht nur wird in Citavi eine benutzbare Datenbank angelegt, die Daten können auch in einem beliebigen Format (siehe unten) in Textdokumente eingespeist werden - so werden Bibliographie und Fußnoten automatisch (und damit frei von Flüchtigkeitsfehlern!) erstellt.
  • Zitationsdefinition: Anwender können auch in Citavi genau die Regeln festlegen, nach denen Fußnoten und die Bibliographie formatiert werden sollen. Allerdings ist der sog. Zitationsstileditor insbesondere für Einsteiger recht umständlich zu bedienen und erfordert einiges an Einarbeitungszeit.
  • Projektmanagement: In Form der Module Wissensorganisation und Aufgabenplanung bietet Citavi über die Standards einer Literaturverwaltung hinaus nützliche Hilfen um Projekte zu koordinieren.

Bewertung: Wie man an den gleich lautenden Optionen schon sieht: Auch Citavi bietet viele Möglichkeiten. Auch hier gilt, wie bei Bibliographix: Man kann dabei streiten, ob Projektmanagement wirklich wichtig ist für eine Literaturverwaltung. Das "Kerngeschäft" aber, nämlich das Erfassen, Kommentieren, Verschlagworten, Querverbinden, Sortieren und Speichern von Literaturdaten - das leistet Citavi zweifelsohne sehr gut. Etwas weniger direkter Support als bei Bx, dafür für Anfänger in den meisten Bereichen leichter zugänglich. Ab sofort ist Citavi für Studierende und Lehrende der LUH in der Vollversion als Campus-Lizenz kostenlos zu beziehen. Informationen zu Schulungen und Support werden regelmäßig auf den entsprechenden Seiten der TIB/UB sowie dem RRZN bereitgestellt.

Bezugsquellen: Download der eingeschränkten Freeware-Version

Formular zur Anforderung des Lizenzschlüssels der Vollversion (nur für Angehörige der LUH!)

Litlink

Darstellung: Litlink basiert auf der Datenbank Filemaker Pro und ist als Freeware für Windows und Mac OS X erhältlich. Es bietet im Gegensatz zu den genannten kommerziellen Produkten Bibliographix und Citavi noch keine direkte Anbindung an eine Textverarbeitung. In der neuesten Version 3.2 ist aber die Anbindung an das Internet nochmals stark verbessert worden. Eine besondere Stärke von Litlink ist die "assoziative" Verknüpfung von Informationen. Von allen hier genannten Programmen ist Litlink besonders von und für Historiker entwickelt worden. Mit dem Programm lassen sich nicht nur Literaturtitel verwalten, sondern auch Bilder oder Akten. Zitierdefinitionen können von der Website heruntergeladen werden. Das Forum wird kompetent betreut und bietet schnelle Hilfe.

Bewertung: Mit Ausnahme der noch nicht vorhandenen Anbindung an eine Textverarbeitung ist Litlink ein sehr leistungsfähiges und angenehm auf das Wesentliche - Literatur verwalten - reduziertes Programm.

Bezugsquellen: Download der freien Version

Endnote

Darstellung: Ein bekanntes kommerzielles Literaturverwaltungsprogramm. Wenig Spielereien, aber alle wichtigen Funktionen zu einem allerdings recht hohen Anschaffungspreis.

Bewertung: Etabliertes Programm, das sich aber im historischen Feld nicht besonders durchgesetzt hat. Dafür aber als eines der wenigen kommerziellen Programme für MAC OS X erhältlich. Das ist ja auch schon etwas.

Bezugsquellen: Download der 30-Tage-Testversion

Zotero

Darstellung: Ein relativ neues, sich teilweise noch in der Entwicklungsphase befindliches freies Projekt, das als Erweiterung für Firefox angeboten wird und demnach Betriebssystem-unabhängig genutzt werden kann. Es bietet eine gute Integration in den Webbrowser, ein direkter Import von blibliographischen Daten aus dem Web oder aus einigen OPACs (wie dem gbv) ist möglich. Zotero ist sehr flexibel einsetzbar. Direkte Anbindung an Word oder OpenOffice ist für die meisten Versionen möglich. Schwachpunkt sind noch die in der Mehrzahl amerikanischen Zitierstile. Seit Version 2 bietet zotero eine einfach zu bedienende Synchronisierungsfunktion, die eine Arbeit an verschiedenen Arbeitsplätzen mit einer Datenbank ermöglicht.
Zotero arbeit wunderbar einfach zusammen mit dem Portable Firefox, die Datenbank ist somit immer griffbereit. Seit kurzem ist auch eine sog. standalone-Version von zotero erhältlich, durch die man nicht mehr an die Verwendung von firefox gebunden ist.
Auf der Website finden sich gute, auch deutschsprachige, Anleitungen zur Nutzung des Programms (für den schnellen Einstieg bieten sich die anschaulichen screencast tutorials an), dessen Vielfalt sich unter einer vergleichsweise schlichten Benutzeroberfläche verbirgt.

Bewertung: Kleines Programm mit teilweise überraschend einfachen Lösungen, empfehlenswert!

Bezugsquellen: Zotero

JabRef

Darstellung: Eine OpenSource-Literaturverwaltung, die auf BibTex aufbaut und somit primär eine Alternative für LaTex-Nutzer ist.

Bewertung: Alle wesentlichen Funktionen einer Literaturverwaltung sind integriert. Zusätzlich direkter Download aus CiteSeer. Zusätzliche Extras wie Ideen- oder Projektmanagment gibt es nicht.

Bezugsquellen: Download

Bibus

Darstellung: An dieser Stelle sei ausnahmsweise eine andere Wiki zitiert: "Bibus ist eine Software zur Verwaltung von Literatur und arbeitet mit Writer von OpenOffice.org zusammen. Bibus ist insbesondere für wissenschaftliche Arbeiten gut geeignet und speichert seine Literaturdaten in einer SQL-Datenbank ab. Zitatverweise können über Bibus im OpenOffice.org-Dokument eingefügt werden. Automatisch erstellt und ergänzt Bibus anhand der Zitateinträge eine darauf aufbauende Literaturliste. Ändern sich die Angaben zu einer Literatur in der Datenbank, werden diese Änderungen im OpenOffice.org Writer automatisch wirksam. Die Zitatverweise sowie die Literaturliste können vielfältig formatiert werden. Für einige internationale Standards existieren bereits vorgefertigte Formatierungsvorlagen." Quelle

Bewertung: Eine kostenfreie Lösung für alle jene, die ohnehin mit Open Office arbeiten, und eine schlanke Lösung suchen, um Literatur zu verwalten.

Bezugsquelle: Download

Synapsen

Darstellung: Ein kostenfreies Programm, das ein Mittelding aus Datenbank und Literaturverwaltung darstellt.

Die Besonderheit dieses Programmes ist laut Eigendarstellung: "Denn über die sture Verwaltung von bibliographischen Daten hinaus bietet synapsen eine Informations-Architektur, die dem Zettelkasten in spezifischer Weise selbst die Rolle eines Autors zuschreibt. Jeder Datensatz, der die bibliographischen Daten eines Textes ebenso erfaßt wie einen mitunter sehr umfangreichen Lektürebericht, wird durch eine Liste von Schlagworten charakterisiert. Diese sind vom Anwender bei der jeweiligen Eingabe zu vergeben. Anhand umfangreicher interner Vergleiche fügt synapsen daraufhin eine Liste der Datensätze/Zettel an, die ebenfalls mit diesen Schlagworten belegt sind. Jeder Zettel schreibt sich damit automatisch in ein Netzwerk des persönlichen Wissens ein, das der Benutzer auf leichte Weise per hypertextuellem Mausklick verfolgen kann. Der Zettelkasten liefert auf diese Weise überraschende Verbindungen und assoziiert neue Argumentationslinien über Begriffe und die dazugehörigen Texte/Stellen, die vom Benutzer unter Umständen gar nicht gesehen, geahnt oder vergessen wurden. Der Zettelkasten gerät somit regelrecht zum Kommunikationspartner und kreativen Stichwortgeber." Quelle

Bewertung: Folgt noch.

Bezugsquelle: Download

Links

Einige gute Links zur Arbeit mit Literaturverwaltung bietet der ansonsten knappe Titel der Wikipedia.