Warum Fußnoten?

Aus LernWerkstatt Geschichte
Version vom 30. Mai 2006, 07:58 Uhr von Karl Schneider (Diskussion | Beiträge)

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„In den Geisteswissenschaften entsprechen sie in etwa dem, was für den Naturwissenschaftler die Datenbelege sind: Sie sind die empirischen Stützen für die Geschichte, die einer erzählt, und für die Argumente, die er vorträgt. Ohne sie kann man historische Thesen zwar preisen oder ablehnen, aber verifizieren oder widerlegen kann man sie nicht.“ Grafton, Anthony, Die tragischen Ursprünge der deutschen Fußnote. (dtv 30668) München 1998, S. 7.

Es gehört zu den besonderen Herausforderungen für Studierende, Fußnoten zu setzen. Vor allem, so ihr Einwand und Frage: Weshalb eigentlich das ganze und wann und wie? Darauf gibt es zwar schon viele Antworten, eigentlich in jeder Einführung in das Geschichts­studium, aber dennoch sollen hier noch einmal einige Antworten gegeben werden. Zunächst:

Geschichte ist eine Wissenschaft

Was heißt das? Das heißt, dass in der Geschichtswissenschaft keine „Wahrheiten“ entdeckt werden, die irgendwo in der Vergangenheit „versteckt“ sind, sondern dass Historiker aufgrund der vorhandenen Quellen versuchen, vergangene Zustände zu rekonstruieren. Da die Vergangenheit als Ganzes per se nicht rekonstruierbar ist, bilden schon die untersuchten Aspekte eine Auswahl, die auch von außerwissenschaftlichen Faktoren abhängig sein können, etwa aktuellen Fragestellungen, Vorlieben der Bearbeiter, kulturellen Präferenzen etc. Damit ist schon ein gewisses Maß an Subjektivität eingebunden. [1]
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