1837 Rechnung Steinkohlenbergwerk

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1837: "Original-Rechnung des gemeinschaftlichen Obernkircher und Südhorster Steinkohlen-Bergwerks 1837."

Stadtarchiv Obernkirchen, unverzeichnet. Hinweis Ralf de Groot,Bergbaumuseum Obernkirchen.

"Geführt vom Oberberginspector Ludwig Heinrich v. Colsson.

Die vom Rechnungsführer, wegen der ihm anvertrauten gemeinschaftlichen Obernkircher und Südhorster Steinkohlenbergwerkskasse, so wie auch wegen der ihm in Gemeinschaft mit dem Berginspector Heuser übertragenen Controlle der Rechnungs- und Kostenführung des Berginspectors Wittich, vom gemeinschaftlichen Stadthäger, Sülbecker und Sooldorfer Steinkohlenbergwerkes, zur Sicherheit der beiderseitigen Herrschaften, einglegte Spezial-Kaution, besteht in 1.500 rt. und zwar für diese Summe in einer mittelst gerichtlichen Instrumentes vom 13. Octbr. 1817 verpfändeten Obligation der Fürstlich Schaumburg-Lippischen Rentkammer vom 23.Mai 1817, über ein von ihr bei letzteren belegtes Kapital von 1.500 rt. Gold.

Außerdem ist Rechnungsführer, behuf seiner Sicherheit, mit seinem ganzen, sowohl jetzigen als künftigen Vermögen, durch gerichtliche Urkunde vom 3. Novb. 1803 verhaftet. Sämtliche Documente über diese Kautionsbestellung befinden sich in dem Gesammt Bergatms-Archive zu Obernkirchen und zwar unter dreifachen Beschluss des Gesamt-Bergamtes. Schlüssel

zur Obernkircher und Südhorster gemeinschaftlichen Steinkohlenbergwerks-Rechnung vom Jahre 1837.

Inhaltsverzeichnis

I. Gemäß.

1. Ein Förderkübel hält an sich räumlich 3332 Decimal-Kubikzoll und an Kohlen im Durchschnitt 2938 Decimal Kubikzoll.

2. 18 solcher Kübel werden bei der Förderung für ein Bergfuder gerechnet.

3. Das Gewicht eines Kübels Kohlen beträgt im Durchschnitt 126 Pfund.

4. Der räumliche Inhalt einer Kohlen-Verkaufs-Balge ist 2000 Dec. Kubikzoll oder 2 Kubikfuß.

5. 26 Balgen werden auf ein Bergfuder gerechnet.

6. Das Gewicht einer Balge Kohlen beträgt im Durchschnitt 86 Pfund.

7. 36 Balgen Kohlen werden auf ein Schichtfuder oder 144 Balgen auf eine Berglast gerechnet. - Ein Dienstfuder Kohlen machen, auf Kurfstl. Hessischer Seite, 12 Balgen, auf Fürstl. Schaumburg-Lippischer Seite hingegen 24 Balgen aus.

8. Bei der Gruben- und Werkholzberechnung sind 16 Kubikfuß ein Bergfuder.

9. Die Länge des Lachtermaßes beträgt 7 Fuß.

10. Das angenommene Längenmaß ist Schaumburgisches, ebenso das Gewicht. Ersteres, dem Hessisch Kasselschen beinah völlig gleich, verhält sich zum Rheinländischen wie 12 zu 13, oder genauer wie 10.000 zu 10.806 und zum Pariser (vind du Roi) wie 10.000 zu 11.184,5.

II. Geographische, Chronologische und geognostische Verhältnisse.

11. Das Bergwerk liegt an dem sich sanft verflächenden nördlichen Abhange eines ohngefär auf der Grenze zwischen den Hessischen und Schaumburg-Lippischen Antheilen des Schaumburgischen sich hinziehenden Gebirges, zwischen den Städten Bückeburg und Stadthagen, an einer großen Kommerzialstraße, drei Stunden von der Weser, und eben so weit von den an diesem Strome belegenen Städten Rinteln, Minden und Petershagen, in seiner jetzigen Erstreckung 1/4 Stunde südlich und 1 1/2 Stunden nordöstlich von Obernkirchen.

12. Jenes, der jüngeren Formation angehörige Gebirge, dessen Hauptzug der Bückeberg heißt, hat sein(!) Hauptstreifen ohngefär zwischen Morgen und Abend. Man kennt bis jetzt zwei Steinkohlenflöze, welche, in Lagern auseinandergezogen, der mitternächtliche Gebirgsabhang und die große Ebene, worin derselbe sich verliert, einschließen. Das obere dieser Flöze war bisher nur 3 bis 3 1/2 Dec.-Zoll mächtig und wegen dieser seinen geringen Mächtigkeit, unbauwürdig. Das zweite tiefer liegende Flöz hingegen hat eine Mächtigkeit von 12 bis 16 Dezimal Zoll, nimmt eine Fläche von etwa vier Quadratmeilen ein und ist wie man mit Gewißheit annehmen kann, schon seit 500 bis 600 Jahren der Gegenstand des hiesigen Bergbaues, dessen Dauer sich daher, wo bis jetzt kaum der zehnte Theil abgebauet sein dürfte, noch auf eine geraume Zeit berechnen läßt.

14. Den Hauptstreifen hat dieses Flöz, gleich wie das ganze Gebirge, von Morgen nach Abend. Das Fallen desselben, von Mittag zu Mitternacht ist nur 5 bis 6 Grad.

15. Die Kohle selbst gehört zur Gattung der Schieferkohle und zeichnet sich durch Reinheit und Hitzkraft im Allgemeinen ganz vorzüglich aus, je weiter nach dem Steigenden des Flözes zu, so wie auch unter vorkommenden Unregelmäßigkeiten in dem Flöze selbst und dessen Lage, verliert sie jedoch mehr oder weniger an jener Qualität und wird hierdurch beim Verkauf oft die Notwendigkeit der Unterscheidung verschiedener Sorten derselben herbeigeführt.

16. Die über und unter dem bauwürdigen Flöz lagernden, mit ihm in der Regel ein gleiches Streichen und Fallen haltenden Gebirgsarten sind, nach ihrer, wiewohl sehr abweichenden Mächtigkeit:

a Dammerde 1/2–1 Lachter

b Litten, oft mit Sand und Wasser, Treibsand(?) 1–3 Lachter

c. Schieferthon 2–6 Lachter

. d. das 3 bis 3 1/2 Dec.-Zoll mächtige unbauwürdige Kohlenflöz

e. Fester, weißlich-grauer Sandstein 2–5 1/2 Lachter

f. Schieferthon 1–2 Lachter

g. das bauwürdige, 12 – 16 Dec. Zoll mächtige Kohlenflöz, welches wieder Schieferthon zur Sohle hat, dessen Mächtigkeit aber noch nicht vollständig untersucht worden ist. Ein in den Jahren 1818, 1819 und 1820 angestelltes Versuchbohren bat denselben noch in einer Teufe von 35 Lachter unter dem bauwürdigen Kohlenflöz anstehend finden lassen.

III. Verhältnisse des zwischen Hessen und Schaumburg-Lippe gemeinschaftlichen Betriebes.

17. Das Obernkircher und Südhorster Steinkohlenbergwerk ist ein Communion-Werk und zwar sind dabei Sr. Königliche Hoheit der Kurfürst von Hessen und Sr. Durchlaucht der Fürst von Schaumburg-Lippe zu gleichen Theilen intecessirt(?), wie dieses die bei der Theilung der Grafschaft Schaumburg gezogenen Recesse näher bestimmen. Alle und jede Betriebskosten werden daher aus der gemeinschaftlichen Kasse des Werks bestritten, und über die Ueberschußgelder hat jeder Theil für seine Hälfte besonders zu disponieren. Die Betriebsgegenstände werden zwischen den beiderseitigen Behörden verhandelt und meist durch eine in der Regel jährlich um Johanni in Obernkirchen zusammengefundene gemeinschaftliche Commission regulirt, welche letztere alsdann zugleich die zuvor bei den beiderseitigen Behörden geprüften Rechnungen des Werks vom letztverflossenen Jahr abnimmt. Das ganze Diener- und Arbeiter-Personal steht in gemeinschaftlichen Pflichten. Ein gemeinschaftliches Bergamt hat die specielle Leitung des technischen und ökonomischen Betriebes.

IV. Eintheilung des Werks in Reviere.

18. Es werden vier Reviere unterschieden, als: das alte Obernkircher und das neue Obernkircher, das Südhorster und das Haupttiefbau-Revier Nr. I.

19. Das alte Obernkircher Revier, südöstlich von Obernkirchen belegen, wird durch einen nahe bei diesem Orte ausfließenden Stollen, der alte Obernkircher Stolle genannt, von den Wassern gelöset.

20. Das neue Obernkircher und das Südhorster Revier haben, zur Absicherung der Grubenwasser, gemeinschaftlich einen Stollen, der tiefe Südhorster oder auch neue Wilhelms-Stolle genannt, welcher nordöstlich von Obernkirchen von dem Schaumburg-Lippischen Dorfe Südhorsten aus, in der Stunde gegen Mittag auf gefahren, und mit dessen Anlage in 1757, unter den Regierungen des Landgrafen Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel und des Grafen Wilhelm I. von Schaumburg-Lippe der Anfang gemacht worden ist.

21. Unter dem neuen Obernkircher Reviere wird der, von dem Punkte, an welchem dieser Stolle auf die Kohlen trifft, gegen Abend, und unter dem Südhorster Revier der von demselben Punkte gegen Morgen ausgelenkte und auf dem Streichenden des Kohlenflözes getriebene Flügel, so wie das von ihm abhängige Feld verstanden.

22. Der Südhorster oder neue Wilhelms-Stolle bringt auf dem Südhorster Reviere jetzt nur ein 110 Lachter breites Feld ein, welches nach dem steigenden von der Gesamtstrecke des Stadthäger Revieres begrenzt wird und auf dem neuen Obernkircher Reviere wird das von ihm abhängige Feld zur Zeit von keinem höheren Baue begrenzt, in einer Breite von 300 bis 400 Lachter, jedoch unter sehr ungünstigen Verhältnisse in der Lage des Flözes, abgebauet. – In neueren Zeiten ist dieser Stolle, so weit er nicht im Festen steht, in eine Bogenmauerung von Bruchsteinen gesetzt, eine Erstreckung desselben von 55 Lachter, von seinem Mundloche ab, ausgenommen, die noch ihre ursprüngliche Verzimmerung von Steinplatten(?) hat.

23. In dem, in 1835 eröffneten Tiefbau-Reviere Nr. I werden die Kohlen unterhalb des Südhorster Stollen-Flügelorte in einer Feldbreite von 150 Lachter erobert. Die bezeichnung Nr. I führt dieses Revier aus dem Grunde, weil unterhalb der Grundstrecke desselben späterhin noch ähnliche Tiefbaue eröffnet werden können. – Die Vorrichtungen zur Entwässerung dieses Reviers, mit welchen in 1817 der Anfang gemacht wurde, sind im wesentlichen:

a) ein unterhalb des Südhorster Flügelortes, und zwar von dem Schachte Nr. 29 auf 150 Lachter Entfernung nach dem Fallenden, abgeteufter Kunst- oder Maschinenschacht; bis auf das Liegende des Kohlenflözes, inclusvie 1 1/2 Lachter Aufsatz, 31 Lachter tief, 12 Fuß lang und 8 Fuß breit, so weit er nicht im Festen steht, in Mauerung gesetzt; drei Abtheilungen enthaltend, nämlich den Kunstschacht, den Förderschacht und den Fahrschacht, in der Abtheilung für die Kunst mit einer von henschel und Sohn in Kassel gefertigten und gelieferten Säulenmaschine.

b) Ein aus dem Stadthäger Stollen nach dem Kunstschacht geführtes, mit letzterem in 3 8/10 Lachter Teufe durchschlägiges Ort /: Wasserzuführungsort:/ bestimmt die Wasser jenes Stollen, als zur Bewegung der Säulenmaschine erforderliche Aufschlagwasser heranzuführen.

c) Ein, zur Abführung dieser Aufschlagwasser und der aus dem Tiefbau gehobenen Grubenwasser in das Südhorster Stollenflügelort, zwischen diesem und den Kunstschachte getriebenes, mit letzterm in 14 6/16 Lachter Teufe durchschlägiges Ort /:Wasserabführungsort:/

24. Von der Sohle des Kunstschachtes ab, hat dieses Revier, eben so wie der Südhorster Stolle von dem Punkte ab, an welchem derselbe auf die Kohlen trifft, seinen östlichen und westlichen Flügel /:Tiefbau-Revier Nr. I.O. und I.W.:/ und wird dessen Grundstrecke nach beiden entgegengesetzten Richtungen mit der Grundstrecke des Obernkircher und Südhorster Reviers oder den Südhorster Stollenflügelorten parallel, auf dem Streichenden des Flötzes fortgetrieben.

25. Das obere Kohlenflöz, oberhalb der Südhorster Stollenflügelorte nur 3 bis 3 1/2 Dec. Zoll mächtig und unbauwürdig ist bei der Absinkung des sub. 23 a erwähnten Kunstschachtes in 24 2/16 Lachter Teufe, in einer Mächtigkeit von 7 1/2 Dec. Zoll reiner schöner Kohle, und unter so günstigen Verhältnissen rücksichtlich seines Hangenden und Liegenden angetroffen worden, daß, nach angestellten Berechnungen, der auf das Hauptflöz abgesehene Tiefbau, mit großem Vortheil, auch auf die Eroberung dieses oberen kleinen Kohlenflözes ausgedehnt werden kann, wenn doch, wie man zu vermuthen Grund hat, dessen zugenommene Mächtigkeit und die begleitenden günstigen bergbaulichen Verhältnisse anhaltend sind.

V. Verhältnisse des Bergbaubetriebes

26. Mit dem Flügelorte, auf Wasserlinie, Grundstrecke genannt, parallel wird zur Unterhaltung des Wetterwechsels, auf 3 Lachter Abstand, im nebenort /:Nebenstrecke:/ auf die Streichenden des Kohlenflözes fortgetrieben. Von den zwischen beiden Oertern, in Distanzen von 70 bis 90 Lachter, stehenden Schächte ab, führen Strecken gegen Mittag oder das Steigende /:Mittagsstrecken :/ und da , wo diese, in Breiten von 60 bis 75 Lachter, auf dem Streichenden des Flözes wiederum parallel mit der Grundstrecke fortgeführte Strecken /:Streichungsstrecken:/ durchschneiden, werden in zweiter Linie Schächte abgeteuft. Das Kohlenfeld wird durch diese Schacht-Linien oder Züge in mehrere Reihen von Parallelogrammen zerlegt, welche, zum Abbau der Kohlen, von den genannten Hauptstrecken aus in diagonaler Richtung und in Abständen von 6 Lachter, wieder mit Strecken /:Diagonal-Förderstrecken:/ durchschnitten werden, worauf endlich nur die zwischen letztere fallende Mittel /:Strebe:/ auszukohlen(?) bleiben. Oefters in der Lage des Gebirges und des Kohlenflözes vorkommenden Veränderungen /:Wechsel, fallende und steigende:/ machen jedoch eben so oft Abweichungen von dieser für den Kohlenabbau im Allgemeinen angenommenen Regel nöthig.

27. Die Schächte als einfache Förder- und Fahrschächte, 10 Fuß lang und 4 Fuß breit, als doppelte hingegen 12 bis 14 Fuß lang und 8 bis 9 Fuß breit, werden bis auf das Liegende des Kohlenflözes abgeteuft und bis da, wo sie im Festen stehen, mit 5 bis 6 Zoll starken Bohlen verzimmert; in solchen sie aber als Schlämmschächte oder Lichtlöcher stets offen erhalten werden müssen, auch wohl mit Bruchsteinen oder Ziegeln ausgemauert. Jeder einfache Schacht erhält durch eine Bretterwand zwei Abtheilungen, der Förderschacht und der Fahrschacht, jeder doppelte hingegen ist durch zwei solcher Wände in zwei Förderschächte und einen Fahrschacht abgetheilt, und zwar so, daß erstere den letzteren zwischen sich haben. Zu Tage haben die Schächte eine Bedachung /:Kauer(?):/. Zur Unterscheidung sind dieselben, auf dem neuen Obernkircher Reviere, früher mit Buchstaben, jetzt mit römischen Ziffern bezeichnet, und ist hier der jüngste Schacht Nr. XXIX. Auf dem alten Obernkircher und auf dem Südhorster Reviere hingegen giebt man den Schächten eine fortlaufende Nummer in Arabischen Ziffern, die auf ersterm bis Nr. 63 und auf letzterm bis Nr. 58 vorgerückt ist. Im Tiefbau-Revier Nr. 1, welches zwei Schachtzüge hat, ist der obere Zug mit A, der untere hingegen mit B bezeichnet. Die Schächte dieses Revieres führen, sowohl auf dem östlichen als westlichen Flügel und in jedem Zuge besonders, fortlaufende Nummern in Arabischen Ziffern. So bedeutet I.O. den Kunstschacht, I.O.B. 1 den ersten Schacht des unteren Zuges des östlichen Flügels und I.O.A.1 den ersten Schachte des oberen Zuges desselben; I.W.B.1 den ersten Schacht des unteren Zuges des westlichen Flügels und I.W.A.1 den ersten Schacht des oberen Zuges desselben. Die bereits vorhandenen Schächte dieses Revier sind, außer dem Kunstschachte W.A.1, W.B.1 und O.B.1 und W.A.2.

28. Die verschiedenen Oerter und Strecken werden im Liegenden des Kohlenflözes dergestalt aufgefahren, daß ihre Höhe mit Einschluß der Höhe der Kohlen, 5 Fuß wird; ihre Breite ist 2 Fuß. Auf den Winkeln desselben werden, zur Unterstützung des Gebirgsdruckes, 1 bis 1 1/2 Fuß starke Stempel von Holz untergezogen und, wo das Dach zu gebrech(!) ist, setzt man die Hauptörter und Strecken auch wohl in Thürstöcke und Kappen von Holz oder in eine Bogenmauerung von bruchsteinen. Das beim Auffahren der Oerter und strecken , um diesen die erforderliche Höhe zu geben, aus der Sohle nachzuhauende Gestein wird, so wie möglich, in die ausgekohlten Räume versetzt und nur insoweit, als diese es nicht fassen können, zu Tage gefördert. In den zwischen die verschiedenen Oerter und Strecken fallenden Mitteln, Streben, wird bloß das Kohlenflöz rein ausgehauen; ausgekohlt haben sie also nur die Höhe des letzteren. Zur Unterstützung der Kohlendachwand vor den Streben werden, damit durch Einbrüche derselben das Leben der Arbeiter nicht in Gefahr komme, kleine Stempel mit Kappen und Grundsohlen von Holz unterzogen und deren etwa 8 Stück auf einen Lachter angebracht.

29. Die von dem Häuer gewonnenen Kohlen werden von dem Füller, mittels hölzerner Kratzen in die Strecken gezogen und in Kübel gefüllt, dann von Laufern, welche in Distanzen von höchstens 15 Lachtern in den Strecken postirt sind, unter den nächsten Schacht gelaufen und endlich von haspelziehern zu Tage gefördert und an die Halde gestürzt.

30. Ein Lachter des Haupt-Kohlenflözes gibt im Durchschnitt 78 Balgen oder drei Bergfuder Kohlen.

31. Damit die Grubenwasser immer einen ungehemmten Abfluß haben (beim Flügelörter Ende) wird jährlich ein- auch wohl zweimal eine allgemeine Aufschlämmung der Stollen und deren Flügelörter oder Grundstrecken vorgenommen; öfterer aber, und zwar monatlich, werden auch partielle Schlämmungen zu jenem Ende erforderlich.

32. Unter die Beschwerlichkeiten, so wie Gefahren für Leben und Gesundheit der Arbeiter, womit diese während ihrer Arbeit in der Gruben zu kämpfen haben, gehören hauptsächlich diejenigen, welche die Grubenwasser und bösen Wetter, zumal letztere, wenn sie schlagend sind, mit sich führen.

VI. Steinkohlen-Vercoakungs-Anstalt

33. Um den steinkohlen, als Brennmaterial, auch bei metallurgisch-hüttenmännischen Operationen und sonst, wo sie in ihrem rohen Zustand nicht brauchbar sind, Anwendung zu verschaffen, und dadurch ihren Debit zu verbreiten, besteht auf dem Südhorster Reviere, seit 1812, eine Steinkohlenvercoakungs-Anstalt. Die Südhorster Steinkohlen sind zur Vercoakung ganz vorzüglich geeigenschaftet, so daß die aus denselben produzierten Coaks fast allenthalten, wo sonst nur Holzkohlen gebraucht werden, diese nicht nur ersetzen,. sondern die Hitzkraft noch bei weitem übertreffen. Der Steinkohlen-Vercoakungs-Prozeß wird in eigens erbauten Oefen, deren jetzt 22 vorhanden sind, vorgenommen. Jeder derselben wird durch einen Arbeiter bedient und liefert alle 8 Stunden aus einer Einlage von 6 Balgen Steinkohlen, 12 Balgen, mithin das doppelte an Coaks, von welchen die Balge durchschnittlich 33 Pfd. wiegt. Einsätze in die Oefen von mehr als 6 Balgen geben dichten und schweren Coaks. Vermöge gemeinschaftlicher Verfügung beiderseitiger Behörden vom 1. und 30. 11. 1825 sollen jedoch solche dichtern Coaks nur auf Bestellung erzeugt und dazu nur Einsätze von höchstens 9 Balgen angewendet werden, welche in 15 Stunden 15 Balgen Coaks liefern, die Balge durchschnittlich 40 Pfd. schwer.

VII. Löhne und Gedinge.

A. der Bergarbeiter

34. Ob zwar der Bergmann seine achtstündige Schicht abhalten muß, so arbeitet er dennoch selten in Schichtlohn, sondern wo es irgend statthaft ist, in Verding. Die Normal-Länge der Schicht, zu 8 Stunden, wird auch unter besondern, die Arbeit erschwerenden Umständen abgekürzt.

35. Sämtliche Löhne und Gedinge sind, vermöge gemeinschaftlicher Verfügung beiders. Behörden vom 10.11. und 16.11. 1828 und vom 2. und 10.12.1829 dem Bergamte nach den Umständen und nach pflichtmäßigem Ermessen und zwar für die Häuer nach Maßgabe eines freien Schichtlohns von Acht Ggr. für den fleißigen und geschickten Arbeiter, zu reguliren überlassen.

36. Bei allen verdungenen Arbeiten auf dem Gestein muß der Bergmann Geleucht, Schießpulver und Schmiedekosten selbst stehen und werden daher die Kosten dieser Bedürnfisse mit in das Gedinge gezogen.

B. der Bergschmiede

37. Durch gemeinschaftl. Verfügung beiders. Behörden vom 15. und 4.2. 1836 ist das früher bestandene allgemeine Gedinge von 8 Pf. von jedem zu Tage geförderten Bergfuder Steinkohlen, wofür die Bergschmiede bei der Kohlengewinnung und Kohlenförderung alles laufende und hauende Gezäh, es mogte Namen haben wie es wollte, verfertigen oder beschlagen und unterhalten müßten, vom Jahre 1836 inclusvie an, aufgehoben, dagegen das Bergamt autorisiert, ein solches Gedinge nach den jedesmaligen Umständen zu regulieren unter dem Vorbehalt, für jede angenommene Veränderung desselben die höhere Genehmigung einzuholen. Die Preise sonstiger Schmiedearbeiten werden vom Bergamte, nach der verschiedenen Art derselben und mit Rücksicht auf die jedesmaligen Preise des Eisens und Stahl, regulirt und bedungen. Daneben betragen sie, für gewöhnliche Eisenarbeit 2 Ggr. 8 Pf. per Pfd.; für Stahlarbeit 4 bis 6 Ggr. per Pfd.

C. der Zimmerleute, Rademacher und Böttcher

38. Die Zimmerarbeiten sind in 1837, wie im Jahr zuvor, im Schichtlohn verrichtet vermöge Genehmigung beiders. Behörden vom 7.10. und 2.11.1837.

D. der Fuhrleute

39. Die Anfuhr der Bergbau- und sonstigen Materialien soll vermöge gemeinschaftlicher Verfügung beiders. Behörden vom 24. und 14.9.1829 vom Bergamte und, soweit es angeht, an den Mindestfordernden, zu Lohn verdungen werden. So wird vom Bergamte auch der Lohn für die Anfuhr der Kohlen in die herrschaftlichen Magazine, nach den jedesmaligen Umständen, als Jahreszeit, Witterung und Beschaffenheit der Wege etc. festgesetzt.

VIII. Entschädigung der beiderseitigen Grundbesitzer wegen des Bergwerksbetriebs

40. Die beiderseitigen Unterthanen müssen sich alle und jede bergwerklichen Anlagen auf ihren Grundstücken im Schaumburgischen gefallen lassen und durch ein gemeinschaftl. Rescript beiders. Behörden vom 11.10. und 20.8.1821 ist festgesetzt, wie es mit der Vergütung der, durch den Bergwerksbetrieb im Schaumburgischen, den Grundbesitzern zugefügten Schäden, welche sie nicht vermeiden konnten, gehalten werden soll. Hiernach soll nämlich eine Vergütung für dergleichen Schäden ohne Ausnahme Statt finden, und ihrer Bestimmung eine legali modo von Sachverständigen frei vorzunehmende Abschätzung zum Grunde gelegt werden, vorbehaltlich der beiderseitigen höheren Genehmigung des jährlichen Verzeichnisses der geschätzten Beträge.

IX. Von den herkömmlichen Diensten.

41. Die dem Werke von jeder der beteiligten Herrschaften früher assignirt gewesenen jährlichen 102 Spanndienste sind, so wie die Ausgabe dafür von jährlich 30 rt. zu jeder Seite, vermöge gemeinschaftl. Verfügung beiders. Behörden vom 24. und 14.9.1829 vom Anfange des Jahres 1830 an, abgeschafft worden.

X. Fixierter Preis des Gruben- und Werkholzes in den beiderseitigen Forsten

42. Das zum Betrieb des Werkes erforderliche Gruben- und Werkholz muß aus den beiderseitigen Forsten, jährlich zu gleichen Theilen, für folgenden fixierten Preise abgegeben werden:


ggr./Pf.

a) Buchen-, Gruben- und Werkholz

6/

b) Eichen-Bau- und Werkholz 2/

c) Ellern-Holz

1/

d) Buchenstangen zur Schaufenstielen, 6 Fuß lang a Stück 3/

e) Dergleichen zur Kratzenstielen 21 Fuß lang.

6/ 8

f) Fichtenstangen zu Kratzenstielen, a Schock 2 rt. 6/8

g)An Culturgeld wird auf jeden Thaler dieses Forstzines bezahlt

1/6

XI. Von dem Münzfuße

43. Vermöge gemeinschaftlicher Verfügung beiderseitiger Behörden vom 22.und 28.3.1836 ist bei der gemeinschaftlichen Bergwerkskasse seit dem 1. April 1836 statt des bei derselben vorher bestandenen Conventionsmünz- oder 20 Guldenfußes der Courant oder 21 Guldenfuß eingeführt und sind daher in dieser Rechnung alle wirklichen Einnahmen und Ausgaben in Courant erhalten, die vertragsgemäß in Conventionsmünze zu leistenden Zahlungen, wie auf die aus der Zeit vor dem 1. April 1836 herrührenden Reste jedoch mit 8 pf. per Thaler Aufgeld.

XII. Von den Verkaufe der Steinkohlen und Coaks

44. Die Verkaufspreise und Bedingungen der Steonkohlen und Coaks sind durch höhere Verfügungen und durch höheren Orts genehmigte Contracte folgendermaßen festgesetzt:

A. Der Steinkohlen

a) Im Allgemeinen, und insbesondere für unbestimmte Abnehmer, durch gemeinschaftl. Verf. beiders. Behörden vom 7.u.10.12. 1835 und 22. u. 28.3.1836:


pro Balge Ggr./ Pf.

Sorte I. Kohlen des Tiefbau-Reviers 4

Sorte II Desgleichen. PN die Unterscheidung dieser beiden Sorte ist dem Bergamte überlassen 3 6 Sorte III Kohlen des neuen Obernkircher, des Südhorster,. des Stadthäger und des Sülbecker Reviers 3 2 Sorte IV Kohlen des alten Obernkircher und des Sooldorfer Reviers, so wie diejenigen Kohlen, des neuen Obernkircher, des Südhorster, des Stadthäger und des Sülbecker Reviers, welche nach dem Ermessen des Bergamtes dem Normalpreise der Sorte III nicht entsprechen. 2 4

Durch die Verfügung vom 7. und 10.12.1835 wird das Bergamt noch ermächtiget, alle diejenigen Kohlen, gleich viel auf welchem Revier sie gefördert wurden, deren verzögerter Absatz die Gefahr von Selbstentzündungen oder sonstige bedeutende Verluste herbeiführen könnte, ohne vorherige Anfrage auf einen ihrer Qualität entsprechenden Preise durch welche deren rascher Absatz zu bewirken sein möchte, herabzusetzen, utner dem Vorbehalt jedersmaliger sofortiger Berichterstattung an beiders. Behörden, wenn eine solche Preisherabsetzung angeordnet worden.

b) Das Kurfürstliche Magazin zu Kassel soll, vermöge gemeinschaftl. Verfügung beiders. Behörden vom 11.7. und 26.6.1834 vom 1.6.1834 an, bis ende Mai 1844, die Kohlen in den bestehenden Bergpreisen /vid. A.a/ bezahlen und auf eine Abnahme, dieses Betrages so viel oder wenig sie wolle 5 pro Cent Krimpmaßvergütung erhalten.

c) Die beiderseitigen herrschaftlichen Etablissements im Schaumburgischen erhalten die Steinkohlen, unter dem Namen Freikohlen, vermöge gemeinsch. Verfügung beiders. Behörden vom 19.1. und 17.1.1823 so wie am 22./28.3. 1836 vom 1.1.1823 an auf 20 Jahre zu 8 2/9 Pf.

d) Zu dem vorstehenden Freikohlenpreis erhalten noch auf höhere Verfügung jährlich

1) der Oberberginspector v. Collson 6 Bergfuder

2) der Berginspector Heuser 6 Bergfuder

3) der Oberberggeschworene Busse 3 Bergfuder

4) der Markscheider Westphal 2 Bergfuder

5) der Vicemarkscheider Rösing 2 Bergfuder

6) der Grubensteiger Grebe 2 Bergfuder

7) der Grubensteiger Krull 2 Bergfuder

8) der Steigerhülfe Franke vom 1.4.1837 an 2 Bergfuder

9) der Kunstwärter Schütte 2 Bergfuder

10) der Kohlenmesser Nickell 2 Bergfuder

11) der Kohlenmesser Schwarz 2 Bergfuder

12) der Kohlenmessergehülfe Drohm 2 Bergfuder

13) der Kohlenemssergehülfe Nagell 2 Bergfuder

14) der Kohlenmessergehülfe Hindmeier vom 1.10.1827 an 2 Bergfuder

15) der Magazins-Factor Lindemeyer zu Rinteln 2 Bergfuder

16) der Kohlenmesser Meyer 2 Bergfuder

e) Zur Heizung der Begamtsstube und der Betstube werden jährlich zu ersterer drei und zu letzterer ein Bergfuder Kohlen unentgeltlich abgegeben und durch gemeinschaftl. Comm. Verfügung vom 25.6.1830 ist auch die freie Verabfolgung der zur Heizung der Schreibstube der Kohlenmesser und der Stube für die Arbeiter bei der Vercoakungs-Anstalt erforderlichen Kohlen bewilligt.

f) Das Damenstift in Obernkirchen erhält jährlich vier B[erg]fuder Kohlen frei.

g) Mit dem Handlungshause Gebrüder Schrader & Comp. in Bremen ist, an die Stelle des mit denselben bisher bestehenden Contracts vom 8.10.1827 dessen Dauer bis Ultimo December 1837 festgesetzt war, unterm 27.10.1836 ein anderweiter neuer Contract geschlossen und von beiders. Behörden unterm 5. und 10.5.1837 genehmigt worden, nach welchem dieses Haus, schon vom Jahre 1837 einschließlich an, bis Ende 1847, den gemeinschaftl. Schaumburger Werken jährlich wenigstens 100.000 Balgen Steinkohlen I.ter Sorte abnehmen muß und für jede Balge den Preis von 3 Ggr. 2 Pf. Courant bezahlt. 17 prct. auf die oberhalb Bremen und 18 prct. auf die erweislich nach Bremen und unterhalb Bremen debitirten Kohlen an Krimpmaßvergütung erhält, sich jedoch eine Verminderung dieser Procente, wenn es seine jährliche Abnahme nicht auf das Minimum von 100 M. Balgen bringt, in dem Verhältnisse gefallen lassen muß, worin dessen wirkliche Abnahme zu jenem Minimo steht und endlich, gegen bestellte Kaution einen laufenden Credit von 10 M. Rt. genießt.

h) Die Glasfabircanten H.Heye & FA. Becker erhalten, vermöge gemeinschaftl. Commissarischer Resolution vom 17.6.1822 bis Ostern 1847 auf ihre, in den jedesmahligen allgemeinen Bergpreisen zu bezahlende Kohlenabnahme, behuf ihrer Glasfabrik Schauenstein bei Obernkirchen:

1) der Sorte III. vermöge gemeinschaftlicher Commisssarischer Verfügung vom 28.6.1836 seit dem 10. April 1836 18 proCent;

2) der Sorte IV. vermöge gemeinschaftl. commissarischer Verfügung vom 28.7.1837 von 1837 inclusive an 30 proCent Uebermaß.

i) Des Kaufmanns Aug. Meyer Witwe in Vlotho soll, vermöge eines mit ihr unterm 24. Mai 1834 auf die Dauer vom 1.7.1835 bis ultimo December 1845 geschlossenen und von beiderseitigen Behörden unterm 17. u.23.6.1834 genehmigten Contractes, jährlich wenigstens 90.000 Balgen Steinkohlen in den jedesmal bestehenden Bergpreisen /vid.A.a/ abnehmen, um 14 proCent Krimpmaßvergütung zu erhalten, aber allen und jeden Anspruch auf eine Vergütung verlieren, wenn sie jenes Abnahme-Minimum nicht vollständig erreicht.

Vermöge gemeinschaftlicher Verfügung beiders. Behörden vom 22. u. 28.3.1836 bleiben für diese Kontrahenten die vor dem 1. April 1836 bestandenen allgemeinen Bergpreise, als Sorte I. zu 4 Gr. Sorte II zu 3 1/2 Gr., Sorte III zu 3 Gr. und Sorte IV zu 2 1/3 Gr. Conv. Münze p. Balge, unverändert und leistet dieselbe die Bezahlung der empfangenen Kohlen statt contractlichermaßen in Conventionsmünze, von jenem Termin an, zwar auch in dem seitdem eingeführten Courant- oder 21-Gildenfuße, aber mit 8 Pf./Thaler oder 2 7/9 prct. Aufgeld.

B. Der Coaks oder abgschwefelten Steinkohlen

a) für unbestimmte Abnehmer: pro Balge

1) der leichteren, aus Oefen-Einsätzen von 6 Balgen

Steinkohlen erzeugten Coaks, vermöge gemeinschaftlicher höherer Verfügung vom 22.u.28.3.1836 2 8

2) der schweren, auf gemeinschaftl. höhere Verfügung vom 1.u.30.4.1825 3

b)die Ober-Harzischen und Communion-Unter Harzischen Silberhütten haben vermöge mit denselben unterm 14.12.1831 geschlossenen und von beiderseitigen Behörden unterm 24.7. u. 6.8.1832 ratificierter Contracte vom 3. Quartale 1831 inclusive an bis Ende 1837 ersteren jährlich wenigstens 25.000 Balgen und letztere wenigstens 135.000 Balgen jährlich, und zwar der leichteren, aus Oefen-Einsätzen von 6 Balgen Steinkohlen erzeugten Coaks zum Preise von 2 6 Conventionsmünze abzunehmen, wogegen sie 18 prct. Krimpmaßvergütung erhalten. Im Falle einer geringeren Abnahme sollen diese Procente sich in dem Verhältnisse vermindern, worin die wirkliche Abnahme zu dem stipulirten Minimum von 25 M. resp. 135 M. steht. Doch ist kontractlich nachgelassen, daß, im Falle die Abnahme des einen oder anderen Harztheiles das für denselben stipulirte Minimum nicht erreichte, die volle Vergütung von 18 prct. Statt finden soll, wenn nun die Abnahme beider Harze zusammengenommen jährlich mindestens 160 M Balgen ausmacht.


Vermöge gemeinschaftl. Verfügung beiders. Behörden vom 21. u. 28.3.1836 leisten auch diese Kontrahenten ihre Zahlung statt contractlichermaßen in Conventionsmünze seit dem 1. Apr. 1836 in Couant mit einem Aufgeld von 8 Pf. p. Thaler oder 2 7/9 prct.

XIII. Von den gemeinschaftlichen herrschaftlichen Steinkohlen Magazinen

45) Vermöge gemeinschaftl. Verfügung beiders. Behörden vom 20. und 8.9.1831 ist das sonst zu Kohlenstädt an der Weser bestandene gemeinschaftl. herrschaftl. Steinkohlen Magazin seit Ende des (?) 1832 aufgehoben und nach Rinteln auf das dortige rechte Weserufer verlegt, sowie daselbst auch auf dem linken Weserufer ein solches Magazin errichtet worden. Beide Magazine stehen unter der speciellen Administration eines Factors und eines Messers, sind jedoch von der speciellen Administration des Obernkircher und Südhorster gemeinschaftl. Steinkohlenbergwerks abhängig und machen in der Berechnung nur einen Zweig desselben aus. – Der Stadtrath zu Rinteln, welcher gegen das ihm, obiger Verfügung zufolge abgetretene und überlieferte Inventarium des Kohlenstädter Magazins, die Kosten der Magazinsanlage zu Rinteln getragen hat, ist auch zu der künftigen Unterhaltung dieser Anlage auf seine Kosten verpflichtet. Derselbe hat ferner die Verpflichtung, für die nöthigen Vorrichtungen zur bequemen Einladung der Kohlen aus dem Magazine auf dem rechten Weserufer in die Schiffe zu sorgen und die etwaigen Mehrkosten dieser Einladung gegen den zu Kohlenstädt dafür bezahlten Preis von zwei Ggr. pro Schiffsfuder zu tragen, auch die Kosten einer etwa erforderlichen Bewachung der Kohlen in dem Magazin zu übernehmen. Dagegen ist ihm erlaubt, von den aus dem Magazin auf dem rechten Weserufer zu Schiffe abgehenden Kohlen ein Schlacht- oder Wippengeld zu demjenigen Betrage, zu welchem solches zu Kohlenstädt von den Abnehmern in die Domainencasse entrichtet werden mußte, nämlich zu 8 Pf. pro Schiffsfuder zu erheben.

46) Bei dem Verkauf der Kohlen aus den Magazinen werden, außer den für die veschiedenen Abnehmer bestehenden Bergpreisen, auch die aus der gemeinschaftl. Bergwerkskasse bezahlten Kosten des Transports der Kohlen und die Magazin-Administration erhoben, und wird hiernach der Verkaufspreis der Kohlen in den Magazinen, überhaupt genommen, vom Bergamte festgesetzt.

XIV Dieten-Regulativ

47) Die Dieten in Bergwerks-Angelegenheiten betragen vermöge gemeinschaftl. höher Bestimmung:

A) bei Geschäftsreisen im Lande:

1. für den Bergrath täglich 2 rt 12 Gr.

2. für die Berginspectoren täglich 2 rt

3. für die Berggeschworenen täglich 18 Gr.

B) In das Ausland, wenn die Entfernung des Ortes sechs Meilen über die Grenze beträgt, jedoch mit Einschluß der Stadt Hannover:

1. für den Bergrath täglich 3 18

2. für die Berginspectoren täglich 3

3. für die Berggeschworenen täglich 1 3

48) Vermöge gemeinschaftl. Verfügung beiders. Behörden vom 9. u.15.6.1835 soll der Markscheider Westphal für jeden Markscheiderwinkel, vorausgesetzt, daß die Anzahl der Winkel in einem Jahr 1200 nicht übersteigt, vier Ggr. erhalten.

49) Für den Oberberggeschworenen sind die Dieten für Geschäftsreisen außerhalb des Bergwerksbezirks vermöge gemeinschaftl. Verfügung beiders. Behörden vom 24. und 12.10.1829 täglich auf einen Thaler festgesetzt." Folgt:

"I. Theil. Natural- Berechnung"

II. Theil. Geld-Berechnung"

"Invenatrium" Zurück zu Quellen