7. Kompanie

Aus LernWerkstatt Geschichte
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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die hier digitalisierte Quelle ist ein sogenanntes Kompanietagebuch. Diese Kompanietagebücher waren je nach Betrachtungszeitraum teils offizielle, teils halboffizielle Schriften, die zumeist durchaus von seiten der Kompanieführung angeregt und gefördert wurden, allerdings kein Teil des offiziellen Armeeschrifttums waren. (Anders als z.B. die Kompaniegefechtsberichte, von denen einer auch im vorliegenden Kompanietagebuch abgedruckt ist (PDF-Teil 6).) Eine kritische Analyse der Ereignisse ist nicht zu erwarten; die einleitenden Worte des hier vorliegenden Kriegstagebuches verdeutlichen dies:

"Diese Blätter sollen Streiflichter aus dem Leben der 7. Kompanie bringen, vielleicht, wenn es das Schicksal so will, auch ihre Taten. Wenn einmal wieder Friede sein wird, werden manchem an Hand der Berichte und Bilder im Kameradenkreise Erinnerungen auftauchen, die auf diesen Blättern nicht verzeichnet sind. Mögen sie dann das hier Gebrachte ergänzen, damit lebendig bleibe der Geist der Kameradschaft der 7. Kompanie."

Ein Kriegstagebuch ist also, ganz im Gegensatz zu bspw. den erwähnten Kompaniegefechtsberichten, eine von vornerherein absichtlich nostalgisch-verklärende, bewußt subjektive Quellensorte. Dies ist bei der Arbeit an dieser Quelle stets präsent zu halten! Verschärft wird diese Problematik natürlich im Falle einer Quelle, die aus der Wehrmacht stammt und daher bzgl. eventueller ideologischer Einflüsse seitens des NS besonders kritisch geprüft werden muss.

Ob das Schriftstück während des beschriebenen Zeitraumes entstanden ist oder danach, ist nicht definitiv zu klären - gleichwohl es für die Bewertung der Quelle wichtig ist. Es steht allerdings deutlich zu vermuten, dass es zeitnah entstanden ist, die erhaltenen (und auch digitalisierten) handschriftlichen Skizzen deuten darauf hin. Das Tagebuch reicht bis in den Sommer 1941, die handschriftlichen Notizen aber bis in den Frühling 1942. Wären die handschriftlichen Notizen erst nach Kriegsende, also in aller Ruhe, abgetippt worden, so wären die Notizen des Jahres 19142 mit großer Wahrscheinlichkeit auch noch eingefügt worden. Dies ist aber nicht geschehen. Die wenigen erhaltenen handschriftlichen Vorlagen des Kriegstagebuches unterstützen diesen Eindruck.

Inhaltliches

Die behandelte Einheit ist die 7. Kompanie des III. Bataillons des Infanterieregimentes 377, das seinerseits wiederum Teil der 225. Infanterie-Division war. (Kurze Überblicke zu diesen Einheiten sind hier und hier zu finden.) Der behandelte Zeitraum reicht vom 25.08.1939 bis zum 30.08.1941. Einige wenige handschriftliche Stichpunkte erfassen noch einzelne Tage vom 11.01.19142 bis zum 30.01.1942. Da das Infanterie-Regiment ab Oktober 1941 nach und nach an die Ostfront verlegt wird, wo es direkt in schwere und langanhaltende Kämpfe verwickelt wird, ist es plausibel anzunehmen, dass diese drastische Verschärfung der Lage dazu geführt hat, dass der Autor das Tagebuch nicht mehr weiterführen konnte und/oder wollte. Ob dies auch mit dem deutlich brutaleren Wesen des Krieges an der Ostfront zu tun hat, bleibt Spekulation, ist aber ob des Tonfalls des Tagebuches nicht gänzlich unwahrscheinlich.

Über den Autor ist zum jetzigen Zeitpunkt nichts bekannt, biographische Angaben werden aber in Bälde ergänzt.

Handwerkliches

Das Tagebuch ist als maschinengeschriebene, gebundene Blattsammlung erhalten. Ihm liegen diverse Zettel, Fotos, Urkunden lose bei, die hier in den PDFs des Anhanges zusammengefasst sind.

Der Aufbau ist ein besonderer: Nur die rechten Seiten sind nummeriert und enthalten Text, die linken hingegen sind unnummeriert und enthalten Fotos oder sind leer. Dieser Aufbau ist bei der Betrachtung der PDFs im Hinterkopf zu behalten. Es ergibt also besonderen Sinn, sich immer zwei Seiten des PDFs anzeigen zu lassen, um die vom Verfasser offensichtlich beabsichtigte Kombination von Bild und Text zu erreichen.

Die materielle Qualität der Vorlage war sehr unterschiedlich, dies schlägt sich auch in der Qualität der PDFs nieder. Teils wurde mit offensichtlich frischem Farbband auf dickes Papier getippt, teils mit sehr wenig Farbe auf dünnes Durchschlagspapier - was natürlich zu verschiedenen Ergebnissen in der PDF-Erstellung führt.

Wenn trotz aller Bemühungen einige PDFs zu hell zum Lesen sind, so schafft das Markieren der gesamten Seite (durch Klick auf die Dokumentmitte) oftmals Abhilfe.

Das gesamte Dokument ist in 23 PDFs aufgegliedert worden. Diese Gliederung hat aber rein technische Gründe (der Dateiumfang sollte überschaubar bleiben) und ist von der Originalquelle nicht vorgegeben. Für die Anhang-PDFs wurden die vermischten Zettel und Fotos sortiert, zu Gruppen zusammengefasst und in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht - auch dies wieder aus rein technischen Gründen, und in diesem Falle auch (was die Reihenfolge und Gruppierung angeht) zwar durchdacht, aber letztlich willkürlich.

Die handschriftlichen Notizen des Jahres 1942 konnten nicht digitalisiert werden, da dieser Vorgang die Bindung des Dokuments zerstört hätte.

Die nicht verfremdetet Darstellung der im Text verwendeten verfassungsfeindlichen Symbole ist im Rahmen der Lernwerkstatt durch den Absatz 3 des §86 StGB gedeckt.

Die Quelle

Deckblätter
Einleitung
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Teil 6
Teil 7
Teil 9
Teil 10
Teil 11
Teil 12
Teil 13
Teil 14
Teil 15
Teil 16
Teil 17 (Fotos)
Teil 18 (Namenslisten)
Teil 19 (Gedichte)
Teil 20 (Handschriftliches)
Teil 21 (Vermischtes)