AG Tutorium Teil 3

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Hinweise für das Abfassen einer Hausarbeit



Die folgenden Hinweise sollen Ihnen als als eine Hilfestellung beim durchdachten Erstellen einer Hausarbeit dienen. Bitte beachten Sie sie während der Arbeit und kontrollieren Sie Ihre Hausarbeit auf die hier zusammengestellten Kriterien hin, bevor Sie sie abgeben . Arbeiten, die die formalen Kriterien nicht erfüllen, werden zur Korrektur zurückgegeben.

Inhaltsverzeichnis

Ziel der Hausarbeit

In einer Hausarbeit sollen Sie nachweisen

dass Sie Ihr Thema verstanden haben und es in den Zusammenhang des Einführungsseminars einordnen können
dass Sie sich mit den wichtigsten Quellen zu ihrem Thema eigenständig und methodisch korrekt auseinandergesetzt haben;
dass Sie die wichtigsten modernen Forschungsansätze kennen und auf der Grundlage der Quellen beurteilen können;
dass Sie das bearbeitete Thema und Ihre eigenen Ansichten klar und verständlich darlegen können.

Diese Kriterien bilden die Grundlage für die Bewertung Ihrer Arbeit.

Äußere Form der Arbeit

Die Arbeit besteht aus:

  • Titelblatt mit Name der Universität (Leibniz Universität Hannover), der Bezeichnung des Instituts (Historisches Seminar), der Bezeichnung der Veranstaltung, dem Namen des/r Dozenten/in, der Semesterangabe, des Hausarbeitsthemas und des Verfassers (inkl. Matrikel-Nr., Tel.-Nr. oder E-Mail-Adresse, Semesteranzahl);
  • Inhaltsverzeichnis, mit Kapitelunterteilung und Seitenzählung, dies muss exakt dem tatsächlichen Inhalt der Arbeit entsprechen ;
  • Darstellungsteil, mit:
    • Einleitung, in der Sie:
      • erläutern, welcher Fragestellung Sie nachgehen wollen und wie Sie dabei vorgehen, in dem Sie:
      • darlegen, in welchen Schritten Sie Ihr Thema bearbeiten und wie diese Schritte inhaltlich zusammenhängen (dies sollten Sie in enger Anlehnung an Ihr Inhaltsverzeichnis tun),
      • die wichtigsten Quellen zu Ihrem Thema kurz vorstellen und dabei den Originalcharakter dieser hervorheben und Hinweise auf die wichtigsten Forschungsansätze knapp benennen;
    • Hauptteil, der in sinnvoller Weise durch Kapitel gegliedert ist;
    • Schluss, in dem Sie:
      • Ergebnisse noch einmal zusammenfassen (entsprechend sollte im Schlussteil kein neuer Gedanke oder Sachverhalt eingeführt werden, es sei denn als Ausblick auf neue Fragestellungen, die sich während Ihrer Bearbeitung des Themas ergeben haben.),
      • aber auch Ihre Ergebnisse noch einmal in den Zusammenhang des Seminarthemas stellen;
  • Literaturverzeichnis, in dem die Titel der verwendeten Literatur nach Quellen und Sekundärliteratur getrennt und alphabetisch geordnet und bibliografisch korrekt aufgeführt werden.


Die Arbeit muss in einer klaren, der Sache angemessenen Sprache abgefasst und in Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung korrekt sein. Sie sind in der Wahl der Neuen oder der Alten Rechtschreibung frei, müssen die einmal gewählte Rechtschreibung aber einheitlich benutzen. Die innere Gliederung des Textes soll einen klaren Gedankengang erkennen lassen. Ein Kapitel entspricht einem größeren gedanklichen Zusammenhang, ein Absatz einem Gedanken, ein Satz einem Argument oder einer Idee.

Absätze, die nur aus einem Satz bestehen, sind demgemäß zu vermeiden.

In den einzelnen Kapiteln entfalten Sie Ihr Thema. Achten Sie darauf, die inhaltlichen Verbindungen zwischen Ihren Kapiteln deutlich zu machen (z.B.: „Nachdem nun die...- Quellen/die Aspekte A und B behandelt worden sind, sollen jetzt die ...- Quellen/weiterführende Aspekte in Bezug auf C diskutiert werden.“) Schildern Sie in Ihrer Arbeit die wichtigsten Sachverhalte, charakterisieren Sie den Forschungsstand, diskutieren Sie die zugrunde liegenden Quellen und kommen Sie schließlich zu einem (eigenen) Ergebnis.

Probleme mit der Literaturrecherche oder Probleme mit fremdsprachlichen Texten gehören i.d.R. nicht in eine Hausarbeit (wenn Sie z.B. Fernleihen benötigen, müssen Sie diese rechtzeitig bestellen – fragen Sie notfalls das Bibliothekspersonal). Es gibt allerdings Ausnahmen, z.B.: Sie haben eine unveröffentlichte Dissertation o.ä. nicht erhalten können, auf die sich verschiedene andere AutorInnen beziehen – das können Sie in einer Fußnote thematisieren.

Gleiches gilt, wenn Sie kenntlich machen wollen, daß Sie bei unterschiedlichen Übersetzungsvorschlägen eine lateinische oder griechische Textstellen nicht im Original überprüfen konnten, aber statt dessen verschiedene Übersetzungen herangezogen haben, um sich ein Bild vom Interpretationsspektrum zu machen.

Wissenschaftlicher Charakter der Arbeit

Die Hausarbeit muss eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema sein, dazu gehört, dass alle Aussagen durch Fußnoten zu belegen sind. Nur Selbstverständliches oder Aussagen, deren Kenntnis bei einem gebildeten Leser vorausgesetzt werden kann, müssen nicht belegt werden. Wo Sie in einem längeren Abschnitt sinngemäß die Aussagen eines anderen Wissenschaftlers wiedergeben, genügt es, eingangs oder am Schluss des Passus in einer Anmerkung darauf hinzuweisen (etwa: »Zum Folgenden vgl. .... .«).

Alle Textstellen, die Sie wörtlich oder sinngemäß von anderen AutorInnen übernehmen bzw. auf die Sie sich beziehen, ist entsprechend durch eine Fußnote kenntlich zu machen. Sinngemäße Entlehnung, vor allem aber die wörtliche Wiedergabe benutzter Texte ohne eine entsprechende Kennzeichnung gilt als Plagiat und kann zu einer Benotung mit »ungenügend« führen!

  • Wörtliche Zitate von Sekundärliteratur sind sparsam zu verwenden. Die Aussagen moderner Autoren zitiert man wörtlich, entweder wenn sie ungewöhnlich prägnant und treffend sind, oder wenn man einen Irrtum des zitierten Verfassers nachweisen will. Häufiger können Zitate aus Quellen nützlich sein, wenn sie etwa dazu dienen, eine These zu untermauern.
  • Ihr eigenes Urteil zählt! Sie sollen in der Hausarbeit nicht nur Angelesenes wiedergeben, sondern eine eigene Position entwickeln. Niemand erwartet von Ihnen grundsätzliche neue Ergebnisse, aber versuchen Sie, eigene Gedanken zu entwickeln bzw. bei Forschungsdiskussionen eine eigene Position zu beziehen und diese zu begründen.

Praktische Durchführung

Ihre Hausarbeiten dienen, zumal im Einführungsbereich, dazu, die genannten Fähigkeiten einzuüben. Zögern Sie deshalb nicht, sich bei Unklarheiten oder Problemen frühzeitig an Ihre/n Dozent/in zu wenden!

Werden Sie sich zu Beginn Ihrer Arbeit zunächst klar über:

  • eine sinnvolle Eingrenzung ihres Themas. Ihr Hausarbeitsthema wird im Regelfall mit Ihrem Referatsthema übereinstimmen. Wenn Sie Änderungen vornehmen möchten, so besprechen Sie diese bitte rechtzeitig in einer Sprechstunde mit Ihrem/er Dozenten/in. Grenzen Sie Ihr Thema eher ein, als dass Sie es ausweiten; es ist in der Ihnen zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich, ein umfangreicheres Thema mit der wissenschaftlichen Genauigkeit zu bearbeiten, auf die es bei einer Hausarbeit ankommt.
  • die zugrundezulegende Literatur. Überprüfen Sie Ihre Literaturliste noch einmal und stellen Sie für sich eine Liste der wichtigsten Quellen zusammen.
  • einen realistischen Zeitplan. Überprüfen und korrigieren Sie diesen Zeitplan regelmäßig während Ihrer Arbeit.

Achten Sie beim Abfassen der Arbeit darauf,

  • dass Sie zunächst eine sinnvolle, möglichst problemorientierte Gliederung erstellen
  • dass die Anordnung der Kapitel eine sinnvolle Folge erkennen lässt und jedes Kapitel in sich stringent argumentierend aufgebaut ist
  • dass Sie in jedem Kapitel die wichtigsten Forschungspositionen benennen und die Quellen auf die jeweilige Problemstellung hin befragen und auswerten
  • dass Sie unbedingt in den Anmerkungen die verwendete Sekundärliteratur und Quellen belegen
  • dass die Arbeit wirklich das einlöst, was in der Einleitung angekündigt wurde, und die Zusammenfassung wirklich das zusammenfasst, was Sie im Hauptteil ausgeführt haben.

Daher überprüfen Sie unbedingt nach dem Schreiben der Hausarbeit ob die Einleitung und das Schlusswort/Fazit sich inhaltlich aufeinander beziehen.

Zitieren Sie zu jedem Detail, das eines Nachweises bedarf, immer genau den oder die Titel der Sekundärliteratur, die in dieser Angelegenheit maßgeblich sind! Es geht nicht darum, irgendeinen Nachweis zu führen, sondern den Leser auf die relevante Literatur hinzuweisen.

In der Wahl der Zitierweise sind Sie frei; achten Sie nur darauf, dass Sie die gewählte Zitierweise einheitlich durchführen. Sie sollten allerdings Zeitschriften, antike Autoren und Standardwerke (etwa die RE) nach den Regeln des Neuen Pauly zitieren. Hinweise auf Standardabkürzungen (Siglen) finden Sie auch in der im Seminar ausgeteilten Kurzbibliographie.

Machen Sie sich die wissenschaftliche Literatur zum Vorbild, die Sie während des Seminars gelesen haben: Ihre Arbeit sollte etwa so gegliedert sein wie ein (kleines) Buch. Manchmal kann es hilfreich sein, einen Text, der Ihnen besonders gut gefallen hat, auf seine Gliederung und Vorgehensweise hin durchzulesen, um dann die eigene Arbeit ähnlich aufzubauen.

Achten Sie unbedingt darauf, in Ihrer Arbeit ständig die relevanten Quellen und die verwendete Sekundärliteratur im Text zu besprechen und in den Anmerkungen durch Zitate zu belegen! Jedes Zitat muss präzise die Stelle benennen, auf die es Ihnen ankommt; Hinweise zur Gestaltung solcher Anmerkungen finden Sie in der u.a. Literatur. Jedes Kapitel oder Unterkapitel und jede Seite Ihrer Arbeit muss in hinlänglicher Weise mit Belegen versehen sein; lediglich in der Zusammenfassung, in der Sie ja nichts Neues präsentieren, sondern Ihre Ergebnisse zusammenfassen sollen, ist dafür ein neuerlicher Verweis auf die bereits besprochenen Stellen unnötig.

Ein Tip zum Schluss!

Lassen Sie den Text, wenn irgend möglich, von einer anderen Person gegenlesen oder lassen Sie ein Korrekturprogramm drüberlaufen. Eine gute Übung ist es auch sich selbst den Text laut vorzulesen – nicht beendete Sätze, Schachtelsätze sowie allgemein unklare Konstruktionen fallen einem auf diese Weise eher auf.

Auch eine stark mangelhafte Rechtschreibung oder Zeichensetzung fließen in die Benotung ein! Arbeiten die zu viele Fehler aufweisen oder deren Satzbau unklar ist, werden zur Überarbeitung zurückgegeben!

Abgabe und Benotung

  • Vorläufige Fassungen oder einzelne Kapitel, die Sie als problematisch empfinden, können Sie mit Ihrem/er Dozenten/in gerne in der Sprechstunde besprechen bzw. ihm/ihr nach Absprache zur Überprüfung zusenden. Dies hat keine negativen Auswirkungen auf die Benotung.
  • Abgabetermin ist der 15.03. bzw. 15.09. des jeweiligen Semesters für Studienleistungen (für Prüfungsleistungen gelten die Regelungen des Prüfungsamtes und Sie sollten dies mit Ihrem/Ihrer Dozenten/in besprechen). Eine Fristüberschreitung ist ausschließlich dann möglich, wenn Sie mit Ihrem/er Dozenten/in vorher vereinbart (nicht nur mitgeteilt!) wurde.

Zu spät eingegangene Arbeiten werden nicht korrigiert!

  • Die Arbeit können Sie als Ausdruck im Sekretariat abgeben oder per Post einschicken.
  • Die Korrektur der Arbeit dauert im Regelfall nicht länger als zwei Monate. Bitte erkundigen Sie sich – etwa per email –, ob Ihre Arbeit bereits korrigiert ist, und holen Sie sie in meiner Sprechstunde ab, in der ich sie mit Ihnen besprechen möchte. Die Hausarbeit wird u.a. immer dann als mangelhaft zur Überarbeitung zurückgegeben werden, wenn:
  • jegliche Belege in Form von Fußnoten fehlen;
  • sie nicht sämtliche o.g. Teile enthält;
  • nur ein oder zwei Werke der Sekundärliteratur zitiert werden oder wenn die Bibliographie viele Titel enthält, die in der Arbeit nicht erwähnt werden.
  • die sprachliche Form gravierende Mängel aufweist.

Die Hausarbeit wird immer dann als ungenügend (6) benotet, wenn Aussagen wörtlich oder sinngemäß übernommen wurden, ohne dass die Entnahme nachgewiesen wurde (Plagiat).

Literaturhinweise.

Eine Reihe von neueren Titel bietet Ihnen sinnvolle Hilfestellungen beim Abfassen her Arbeiten.

Eine kleine Auswahl daraus:

  • Eco, Umberto, Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt (utb 1512), 3., durchges. Aufl. Heidelberg 1990.
  • Franck, Norbert – Stary, Joachim (Hg.) Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens. Eine praktische Anleitung, 11. völlig überarb. Aufl. Paderborn u.a. 2003.
  • Kruse, Otto, Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium, Frankfurt(M.)-New York 2000.
  • Poenicke, Klaus - Wodke-Repplinger, Ilse, Duden: Wie verfaßt man wissenschaftliche Arbeiten?, 2., neubearb. Aufl. Mannheim-Wien-Zürich 1988.
  • Schmale, Wolfgang, Schreib-Guide Geschichte. Schritt für Schritt wissenschaftliches Schreiben lernen, Köln/Weimar/Wien 1999.


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