Allgemeine Betrachtungen

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Dieser Artikel stellt eine kurze Einführung in die Militärgeschichte dar. Der Text ist auch als PDF herunterladbar. Die Urform dieses Textes (entstanden Mitte 2004) wurde bereits zuvor auch auf wikipedia.de hochgeladen.


Inhaltsverzeichnis

Militärgeschichte als Perspektive

Einführung

Militärgeschichte? "Bereits der Begriff löst Assoziationen höchst unterschiedlicher Art aus. Sie reichen von unverhohlener Ablehnung bis zu begeisterter Zustimmung [...]."[1] Man kann vermutlich bedenkenlos feststellen, dass kaum eine Teildisziplin der Allgemeingeschichte sich einer so verbindlichen Aufmerksamkeit erfreuen kann, wie es die Militärgeschichte tut - wenn sie denn als legitime Perspektive überhaupt wahrgenommen wird. Diese verbindliche Aufmerksamkeit liegt nicht allein an den mit diesem Themen scheinbar untrennbar verbundenen moralischen und ethischen Aspekten, die mit einer Geschichtsschreibung zusammenhängen, welche sich nicht nur, aber auch und hauptsächlich darum dreht, wie Menschen sich in verschiedensten Formen Leid und Gewalt antaten. Verstärkend kommt in der Geschichte der deutschen Militärgeschichtsschreibung hinzu, dass sie über Jahrhunderte nutzanwendungsorientiert von den militärischen Eliten vereinnahmt, betrieben und definiert wurde, was ihr den Ruch einer kriegstreiberischen Wissenschaft bis heute anhaften lässt - eine Situation, die in anderen europäischen Staaten nicht anders war, die aber durch die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts eine besondere Wirkmächtigkeit entfaltet hat. Diese problematische Grundkonstellation wird durch die aus ihr hervorgegangenen Entwicklungen noch verschärft: "Speziell im deutschen Sprachraum ist das Forschungsgebiet der Militär- und Kriegsgeschichte durch grundlegende Widersprüche und Unübersichtlichkeiten gekennzeichnet, welche sowohl aus Kontinuitätsbrüchen innerhalb der Militärgeschichtsschreibung selbst als auch aus der Vielzahl der Institutionen und Personengruppen resultieren [...]."[2] Eine genaue Darstellung der Entwicklung kann ob des begrenzten Rahmens dieser Arbeit nicht geleistet werden, und dies ist auch gar nicht notwendig, da dies schon von berufenerer Stelle aus geschehen ist.[3] Einen kurzen Einblick in die Entwicklung des Faches soll dieser Text allerdings bieten.

Entstehung und Entwicklung der "klassischen" Kriegsgeschichte

Die deutsche Militärgeschichtsschreibung, die ihre Wurzeln in der Frühen Neuzeit hat, war seit ihrer Entstehung applikatorisch geprägt. Ihre Aufgabe sollte es sein, durch das Verstehen und Aufbereiten der militärischen Geschehnisse der Vergangenheit für zukünftige Schlachten und Feldzüge zu lernen und Fehler zu vermeiden, indem man die aus der Analyse gewonnenen Erkenntnisse entsprechend in die Planungen und Handlungen einfließen ließ. Hier stand also die direkte praktische Nutzanwendung im Vordergrund, wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn im Sinne der modernen Historiographie war kein Movens. Die übergreifende Bezeichnung dieser Tätigkeit war dementsprechend auch eher Kriegswissenschaft (im Sinne einer angewandten Technik), die Kriegshistorie war dabei nur ein Hilfsmittel.[4] Diese Kriegswissenschaft wurde natürlich von den entsprechenden Fachleuten betrieben, also den Soldaten, und sie wurde durch die Jahrzehnte zudem mit einem deutlichen traditionspflegerischen Charakter aufgeladen, welcher der wissenschaftlich-kritischen Methode diametral entgegenstand. Es ist wichtig, sich klarzumachen, dass diese Deutungshoheit dabei nicht nur die Kriege der jüngeren Vergangenheit umfasste, auch wenn hier die selbsterklärte Dominanz am stärksten artikuliert wurde, sondern dass die Gesamtheit des Themas als Zuständigkeitsbereich der Militärs betrachtet wurde. Das umfasste auch grundlegend andere Kriegserfahrungen wie beispielsweise die Kriege der Antike - auch wenn diese mit dem Kriegshandwerk der neuzeitlichen Militärs kaum etwas gemeint hatten. Erst im 19. Jahrhundert brachen mit Max Jähns (in Ansätzen), vor allem aber mit Hans Delbrück die zivilen Historiker in diese Domäne der Militärfachleute ein, und versuchten, die Methoden der Geschichtswissenschaft auch in der Kriegshistorie zu etablieren. Ein jahrelanger Streit, der sogenannte Strategiestreit, war die Folge dieses nachgerade revolutionären Verhaltens.[5] Unversöhnlich standen sich die beiden Seiten gegenüber: Der Zivilhistoriker und seine Anhänger glaubten, man dürfe die Geschichte des Krieges nicht als applikatorisches Werkzeug in der Hand von wissenschaftlich unkundigen oder unwilligen Laien belassen, sondern müsse sie zu Teildisziplin der allgemeinen Geschichtswissenschaft machen.[6] Die Militärs hingegen wollten sich nicht darauf einlassen, die Deutungshoheit über die Geschichte ihres Spezialgebietes an Zivilisten abzugeben, die ihrerseits zwar wissenschaftlich qualifiziert, aber ihrer Meinung nach militärisch zu unkundig waren. Flankiert wurden sie von großen Teilen der zivilen Historikern, die die Kriegsgeschichte als Teil der Kriegswissenschaften ganz freiwillig in die Hände der militärischen "Fachleute" verorteten. Die Widerstände gegen Delbrücks zähes Ringen waren in dieser Situation unüberwindbar: "So traf das Delbrück`sche Projekt einer Militärgeschichte weitgehend auf Ablehnung sowohl im Militär als auch in den Universitäten, mit Konsequenzen, die auch noch nach Jahrzehnten unübersehbar waren."[7] Keiner seiner Schüler konnte sich dauerhaft etablieren, Kriegsgeschichte als Teil der zivilen Geschichtswissenschaften fand nicht statt. Schon die Geschichtsschreibung zum Ersten Weltkrieg war wieder fest in der Hand der Militärs, mit Folgen, die bis auf der heutige Tag im Diskurs über diesen Krieg wirken. Vor diesem Hintergrund, dem traditionspflegerischen und applikatorischen Verständnis von Kriegsgeschichte, müssen die Quellen und die darin versteckten Denkprozesse stets betrachtet werden. Auch nach Delbrücks singulärem Vorstoß blieb die militärische Geschichte in der Hand der Soldaten, und somit applikatorische Kriegsgeschichte. Einzug hat das Politische in diese Sphäre nur insofern gefunden, als dass die Kriegsgeschichte nun zur Legitimation politischer Handlungen verwendet wurde ihr methodisches Wesen blieb davon jedoch unberührt.

Der nächste Versuch, die Kriegsgeschichte zu erweitern, fand unter der Ägide der Nationalsozialisten statt, als versucht wurde, die Kriegsgeschichte unter dem Leitmotiv des Volksgemeinschaftsgedankens zu einer sog. Wehrgeschichte auszubauen. Sie wurde dazu einerseits methodisch erweitert, indem sie ihren Fokus explizit verbreiterte. Diesen Vorteil verspielte sie allerdings, indem sie sich explizit unkritischen, systemstützenden Charakter vorschrieb und alle ihre Erkenntnisse einem wertenden und ordnenden Prinzip unterordnete. Dieses Konzept ging allerdings mit dem Regime, das es zu legitimieren suchte, unter.[8]

"Die beiden folgenden Jahrzehnte deutscher Militärgeschichte [...] standen im Zeichen der Memoiren hoher Offiziere der Wehrmacht."[9] Nun aber schließlich, nachdem durch die Dimensionen des Schreckens des Zweiten Weltkrieges diese Art der Historiographie unerträglich geworden war, setzte sich in der Auseinandersetzung mit eben dieser Art der traditionspflegenden Geschichtsschreibung die wissenschaftlich-kritische Militärgeschichte von der alten Kriegsgeschichte ab. In einem langsamen Prozess, der die 60er und 70er Jahre umfasste, etablierte sich die Militärgeschichte endlich als vollwertige Subdisziplin der Allgemeingeschichte. Die Leistung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA) als Kernzelle dieses Prozesses ist dabei kaum zu überschätzen. "Die grundsätzliche Neuorientierung der Militärgeschichte [...] beschränkte sich auf eine kleine Minderheit von Wissenschaftlern im MGFA, die in Auseinandersetzung mit den Epigonen einer traditionellen Wehr- und Kriegsgeschichte den Anschluß an die allgemeine Geschichtswissenschaft mühsam erarbeiten mussten. Auf der Basis grundlegender Einzelveröffentlichungen seit den sechziger Jahren des Jahrhunderts formulierte das Militärgeschichtliche Forschungsamt kraft seiner institutionellen Autorität in einem noch immer beachtenswerten Positionspapier die Bedingungen und Chancen einer Erweiterung der Militärgeschichte hin zu einem Teilbereich der allgemeinen Geschichtswissenschaft."[10] Das MGFA setzte sich explizit ab von jeder Vereinnahmung, wurde allerdings trotzdem nicht als freies Institut, sondern eben als Forschungsamt begründet, was stets ein gewisses Spannungsfeld erzeugte und lange Zeit zu einem "[...] kräfteverschleißenden Dauerkonflikt zwischen wissenschaftlichen und militärischen Erfordernissen [...]"[11] führte. Dennoch kam es nicht zuletzt durch die natürliche Generationenfolge dazu, dass junge, kritische Wissenschaftler die Widerstände der Traditionalisten überwanden und eine Geschichtsschreibung etablierten, die allen Erfordernissen der kritisch-wissenschaftlichen Methode genügt.[12]

Modern military history

In den 70er Jahren wurde im Zuge des Anschlusses an die wissenschaftliche Gemeinschaft das Instrumentarium der Militärgeschichte, wie sie nun in Abgrenzung zur alten Kriegs- und Operationsgeschichte[13] zunehmend genannt wurde, um sozialgeschichtliche Perspektiven der ersten und zweiten Generation erweitert. Nicht länger stand nur die Kriegführung als solche im Mittelpunkt, sondern die Verstrickungen von Militär als sozialer Gruppe mit der sie umgebenden Gesellschaft in ihrer ganzen, kaum überblickbaren Vielfalt auch, aber bei weitem nicht nur in Kriegszeiten.[14] Ergänzt wurde dieser Ansatz durch die Integration der mentalitätsgeschichtlichen Perspektive, die vor allem beim Verstehen von Massenphänomen, wie sie bei Armeen als teilweise sehr homogenen Gruppen oft vorkommen, hilfreiche Dienste geleistet hat.[15] Mit Beginn der 90er Jahre wurde dann vermittels dieser Ansätze die Perspektive verlagert, und der Blick von unten, auch der alltagsgeschichtliche, rückte in die Aufmerksamkeit der Militärhistoriker.[16] Damit zusammenhängend wurde auch eine differenziertere Sichtweise auf Täter- und Opferrollen kultiviert.[17] Dennoch: Noch 1989 stand in einer Einführung in das Studium der neueren Geschichte zu lesen: "Unter den Teildisziplinen unseres Faches neigt die Krieg- und Militärgeschichte in besonders hohem Grade zu einem Dasein in der Abgeschiedenheit, das zu ihrer sachlichen Bedeutung in auffallendem Gegensatz steht."[18] Erst in den 90er Jahren wurde die Distanz zwischen Universitätshistorie und einer separaten Militärgeschichte praktisch gänzlich aufgelöst. Die moderne Militärgeschichte erlebte in den letzten fünfzehn Jahren einen ungeahnten Aufschwung, der nicht zuletzt dadurch forciert wurde, dass sich Militärhistoriker nach dem Historikertag 1994 im Arbeitskreis Militärgeschichte organisierten und so eine produktive Plattform schufen.[19] Sie bildet gerade für junge ForscherInnen ein unermesslich reiches Feld an Themen und Aufgaben - von der Magisterarbeit bis zur Habillitation.

Die neue Vielfalt der Perspektiven führt allerdings auch zu einem überraschenden Problem: War die alte Kriegsgeschichte thematisch noch so fokussiert, dass sie, unabhängig von ihren Betreibern, kaum erkenntnisträchtig war, so ist ihre Nachfolgerin, die moderne Militärgeschichte, so vielen Ansätzen gegenüber offen, dass es schwer fällt, sie überhaupt zu definieren. Es ist kein Zufall, wenn Gerd Krumreich den Satzbau wählt: "Heute sind militärhistorische Themen im Rahmen einer Institutionen-, Sozial- und Mentalitätsgeschichte durchaus Themen der Allgemeingeschichte geworden."[20] Die Militärgeschichte ist eher eine Themenfacette der Ansätze geworden, die sie sich ursprünglich zu Eigen machen wollte. Eine genaue Abgrenzung und Begriffsbestimmung fällt daher schwer, ein Urteil dem sich auch Nowosadtko, Kühne, Ziemann und andere einhellig anschließen. Die Militärhistorie scheint in dieser Betrachtung keine eigene Disziplin zu sein, sondern nur ein Thema der jeweiligen Methoden. Das wäre aber m.E. zu kurz gegriffen, da dieser Einwand ignorieren würde, dass gerade die thematische Konzentration unter Einschließung verschiedenartiger Methoden ganz eigene Ergebnisse zeitigt, die ohne diesen thematischen Fokus nicht erlangt worden wären. Bestimmte Erkenntnisse können nur vor dem Hintergrund des thematischen Netzwerkes Militärgeschichte gewonnen werden, ungeachtet der genutzten Methoden. Es folgt also aus der Sachlage der schwierigen Abgrenzbarkeit keine Beliebigkeit, sondern eine große Forschungsfreiheit mit originär eigenen Perspektiven, die alte Ansätze durchaus mit einschließt, und zur abschließenden Definition führt: "Militärgeschichte ist eine Spezialdisziplin der allgemeinen Geschichtswissenschaft, die sich den militärischen Gegebenheiten in der ganzen Breite ihrer vielfältigen Erscheinungsformen zuwendet (Arbeitsgruppe MGFA, 1976). Für den Teil der Militärgeschichte, der sich unter Beachtung der geschichtswissenschaftlichen Methoden mit den Aktionen der Streitkräfte im Kriege beschäftigt, ist heute der Begriff Operationsgeschichte gebräuchlich; früher sprach man in diesem Zusammenhang von Kriegsgeschichte."[21]

Chancen und Felder

Dementsprechend breit gefächert sind die aktuellen Forschungstendenzen, von denen hier nur einige aufgezeigt werden sollen.[22] Eine der zentralsten Debatten ist die Frage nach dem Abschied von Clausewitz, oder besser gesagt des von ihm geprägten Kriegsbildes. Angesichts der differenzierten modernen Kriegsformen dringt mehr und mehr die Frage ins Bewusstsein, wie Krieg eigentlich definiert werden muss. Low-intensity-conflicts, Guerillakriege, Warlordökonomien die zu untersuchenden Formen sind vielfältig, und die methodischen Ansätze durch die Nähe zu Politikwissenschaften und soziologischer Konfliktforschung vielfältig und bis jetzt wenig von spezifisch historischer Seite erschlossen. Das Interesse daran wächst aber seit 2001 stark, und spätestens nach dem faktischen Zusammenbruch des Iraks und der "erfolgreichen" Perpetuierung des Krieges gegen die verbliebene Supermacht, hat dieses Thema große Aufmerksamkeit.[23] Eng damit verbunden ist die Frage nach der Theorie des Totalen Krieges. Die genaue definitorische Ausarbeitung dieses so oft unreflektiert benutzen Wortes, und eine daran anhängige Theoriebildung, sind von ungebrochem großem Interesse - vielleicht auch deshalb, weil die neuen Formen des Krieges endlich eine abschließende Historisierung des Phänomens zuzulassen scheinen.[24] Ebenfalls ein Forschungsschwerpunkt, wenig überraschend bei der allgemein guten Aufstellung dieses Themas in der Geschichtswissenschaft, ist die Aufarbeitung der Geschichte des DDR-Militärs. Gerade in diesem Bereich ist noch viel Arbeit, aber auch Potential für NachwuchsforscherInnen verborgen.[25] Eine wenigen wirklich epochenübergreifenden Theoriediskussionen ist die Frage, ob es einen spezifische westliche Kriegführung gab, die sogenannte "Western Way of Warfare"-Theorie, die eng mit den Namen Parker, Lazenby und Lynn verknüpft ist.[26] Große Verdienste um einen wirklich globale Perspektive auf die Militärgeschichte, die zwar stets vehement und allseitig gefordert, aber äußerst selten wirktlich eingelöst wird, hat Jeremy Black mit seinen Arbeiten errungen. Diese supra- und transnationalen Perspektiven werden sicherlich ein Leitthema der Militärgeschichte werden.[27] Neben diesen großen Leitdiskussionen finden in allen Epochen natürlich dynamische Diskussionen statt, die hier aufzulisten zu weit führen würde. Sei es nun die Debatte, ob der "Druck" einer klassischen Phalanx physisch oder psychisch gewesen ist, sei es die ganz konkrete Frage, wie groß die Pferde des Mittelalters waren oder ob die preußische Armee eine modernistische oder eine atavistische Geisteshaltung pflegte - es findet sich für jeden Geschmack etwas.

Belege

  1. Nowosadtko, Jutta: Krieg, Gewalt und Ordnung: Einführung in die Militärgeschichte, Tübingen 2002. S.9.
  2. ebd., S. 10
  3. Vgl. z.B. Kühne, Thomas und Ziemann, Benajmin (Hrsg.): Was ist Militärgeschichte, Paderborn 2000. Dieser Sammelband, herausgegeben in Verbindung mit dem Arbeitskreis Militärgeschichte und dem Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum, vereinigt diverse Aufsätze, die aufs Trefflichste die methodischen Entwicklungen und Forschungsperspektiven der Militärgeschichte darstellen. Vgl. dort zu einem komprimierten historischen Überblick der Entwicklung speziell der deutschen Militärgeschichte besonders den Aufsatz: Deist, Wilhelm: Bemerkungen zur Entwicklung der Militärgeschichte in Deutschland, in: ebd., S.315-323.
  4. Vgl. Nowosadtko, Einführung, S. 25ff.
  5. Vgl. bspw. Leistenschneider, Stephan: Auftragstaktik im preußisch-deutschen Heer 1871 bis 1914, Hamburg 2002. S.116f. Auch Nowosadtko, Einführung, S.84. Als Monographie: Lange, Sven: Hans Delbrück und der Strategiestreit, Kriegführung und Kfriegsgeschichte in der Kontroverse 1879-1914, Freiburg 1995.
  6. Vgl. auch Wette, Wolfram: Militärgeschichte zwischen Wissenschaft und Politik, in Kühne/Ziemann, Militärgeschichte, S.49-71. Hier S.55f.
  7. Deist, Bemerkungen, S.316.
  8. Vgl. Deist, Bemerkungen, S.318. Vgl. in aller Ausführlichkeit Nowosadtko, Einführung, S.90ff.
  9. Deist, Bemerkungen, S.325.
  10. Funck, Markus: Militär, Krieg und Gesellschaft, in: Kühne/Ziemann, Militärgeschichte, S.157-174. Hier S.158. Vgl. das genannte Positionspapier z.B. in: MGFA (Hrsg.): Militärgeschichte, Probleme -Thesen - Wege, Stuttgart 1982. S.48-59.
  11. Wette, Wissenschaft und Politik, S.61.
  12. Vgl. ebenda für ein kritisches Fazit, S.63. Die kritisch-wissenschaftliche Ausrichtung verhindert natürlich nciht im Umkehrschluss dogmatisch jeglische Applikation. Vgl. dazu Chiari, Bernhard: Vom Kriege?, Über den Sinn der Militärgeschichte, in: Militärgeschichte 1/02, S.10-15. In Teilen online unter: http://www.militaerhistorie.de/Analysen/Militaergeschichte/militaergeschichte.html
  13. Vgl. zur jüngsten Reaktivierung dieser Kategorie: Wegner, Bernd: Wozu Operationsgeschichte?, in: Kühne/Ziemann, Militärgeschichte, S.105-114. Zur zwischenzeitlichen Diskreditierung dazu bes. S.106.
  14. Vgl. dazu v.a. Förster, Stig: "Vom Kriege", Überlegungen zu einer modernen Militärgeschichte, in: Kühne/Ziemann, S.265-282. "Krieg als zentrales Thema der Militärgeschichte darf keinesfalls als Verengung auf die Geschichte der Kriege mißverstanden werden. Krieg ist vielmehr der unterschwellige Fixpunkt auch bei der Beschäftiging mit der Problematik von Militär und Gesellschaft im Frieden." S.281.
  15. Vgl. Funck. Krieg und Gesellschaft, S.166.
  16. Vgl. Krumreich, Gerd: Kriegsgeschichte im Wandel, in: Hirschfeld, Gerhard; Krumreich, Gerd; Renz, Irina: Keiner fühlt sich hier mehr als Mensch..., Erlebnis und Wirkung des Ersten Weltkrieges, Reihe Schriften der Bibliothek für Zeitgeschichte, Neue Folge Band 1, Essen 1993. S.11-24.
  17. Vgl. als wegweisenden Sammelband zur Militärgeschichte von unten allgemein: Wette, Wolfram (Hrsg.): Der Krieg des 'kleinen Mannes', Eine Militärgeschichte von unten, München 1995. Gerade diese Perspektive hält aber immer noch die größten Desiderate und damit das größte Forschungspotential bereit!
  18. Oppenoort, Ernst: Einführung in das Studium der neueren Geschichte, Paderborn 1989. S.218.
  19. http://www.akmilitaergeschichte.de
  20. Krumreich, Gerd: Sine ira et studio?, Anischten einer wissenschaftlichen Militärgeschichte, in: Kühne/Ziemann: Militärgeschichte, S.91-105. Hier S.91.
  21. Neugebauer, Karl-Volker: Einführung, in: Neugebauer, Karl-Volker (Hrsg.): Grundzüge der deutschen Militärgeschichte, Band 1: Historischer Überblick, Freiburg 1993. S.9-11. S.9.
  22. Vgl. dazu bspw. Münkler, Herfried: Über den Krieg, Stationen der Kriegsgeschichte im Spiegel ihrer theoretischen Reflexioon, Göttingen 2002. Besonders Kap.11 und 12.
  23. Vgl. hierzu vor allem als einführendes Werk: Münkler, Herfried: Die neuen Kriege, Reinbek 2002. Älter, aber grundlegend: Creveld, Martin van: Die Zukunft des Krieges, München 1998.
  24. Vgl. dazu bspw. Chickering, Roger; Förster, Stig: (Hrsg.): Great War, Total War and Mobilization on the Western Front 1914-1918, Cambridge 2000.
  25. Vgl. als Orientierung die vom MGFA seit 2001 herausgegebenen Bände der "Militärgeschichte der DDR".
  26. Als neustes, grundlegendes Werk dieser Theorieschule: Parker, Geoffrey (Hrsg.): The Cambridge History of Warfare, Cambridge 2005.
  27. Black, Jeremy: Introduction to global military history, 1775 to present, London 2005.