Arbeitsbeschreibungen Ilsede

Aus LernWerkstatt Geschichte
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Beschreibung von Arbeiten

Kesselwärter

"Der Schichtmeister ist mit zwei oder drei Leuten auf den Kessel raufgefahren, der war ca. 32 Meter hoch. Dann sind wir die sechs Bühnen am Kessel abgegangen und haben alles kontrolliert, ob irgendein Ventil oder eine Leitung undicht war. Wenn wir dann wieder unten waren, dann war mal wieder etwas am Schmelztopf, Schlacke abzustoßen oder die Feuerung umzustellen. Früher, als die Hochöfen noch liefen, haben wir hauptsächlich Hochofengas verfeuert, nachher auch Kokereigas. Als Maschinist mußten wir jede Stunde unsere Werte aufschreiben."

Eisenbahner, Rangierer

"Die Kohle, der Koks wurden vom Hafen angefahren und in den Koksbunker bzw. in die Öfen befördert. Die Mengen wurden vorgegeben. Man mußte viel vom Hochofen und der Sinteranlage lernen, damit man wußte, was zu welcher Zeit wo sein mußte. Vorher war es noch 'ne Zettelwirtschaft. Jeder Auftrag wurde auf Zettel geschrieben, wurde den Maschinen mitgegeben, wenn sich unterwegs was ergab, war man nicht zu erreichen. Dann mußte man warten, bis sie wieder da waren oder man auf irgendeinem Stellwerk einen erwischte. Später mit Funk war das wirklich einfacher. Zu der Zeit, wo es auf der Ilseder Hütte richtig rund lief mit den Hochöfen und den ganzen Nebengewinnungen, Kokerei usw. da war die Arbeit für die Rangierer schwer vor allem im Winter. Die mußten die Waggons kippen, die waren zum Teil noch vorsintflutlich die Dreiachser mit den Klappen und Schwungrädern. Man mußte an diesen Waggons noch etliches von Hand machen."

Werkstoffprüfer

"Da habe ich z.B. Radsätze geprüft, ob da Risse waren in den Hohlkehlen oder scharfe Kanten, entsprechende Berichte geschrieben, den festgestellten Schaden zeichnerisch dargestellt und den Meister bzw. den Betriebsleiter informiert. Das war in der Anfangszeit das Schwierigste, gerade bei den Radsätzen haben wir einiges rausgeschmissen, denn man kann sich ja vorstellen, was passiert, wenn so eine Achse unter dem Roheisen bzw. unter den Schlackenpfannen gebrochen ist, dann lag irgendwo auf der Strecke Ilsede-Peine ein Schlackenzug oder Roheisenzug, der halb umgekippt war. Später wurden die Radien verändert, damit man nicht mehr diese scharfkantigen Übergänge hatte."

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