Basismodul Lektion10

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Inhaltsverzeichnis

Die Hausarbeit

Allgemeines

Nach dem gemeinsamen Essen bleibt Ihnen die Zeit, das gelungene Rezept aufzuschreiben. Dabei können Sie es eventuell verfeinern. Während das Referat einen vorübergehenden Genuss darstellt, haben Sie mit der Hausarbeit, dem aufgeschriebenen Rezept, wenn Sie so wollen, die Möglichkeit, die Ergebnisse Ihres Kochens auch anderen zur Verfügung zu stellen. Gute Texte zeichnen sich nicht nur durch ein austariertes Gleichgewicht zwischen Beschreibung und Analyse, präziser Formulierung und stringenter Argumentation aus, sondern insbesondere auch dadurch, dass die Autoren bei der Abfassung des Textes eine Vorstellung von ihren Lesern im Kopf hatten. Aufgeschlossene Laien werden Sie beispielsweise anders ansprechen als ein historisches Fachpublikum.

Formales

Ihre Hausarbeit besteht aus einem Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Ihrem Text, Quellen- und/oder Literaturverzeichnis und wahlweise einem Anhang. Das Inhaltsverzeichnis gibt die im Text verwendeten Kapitelüberschriften mit Seitenangaben wider. Zwei kleine Tipps: Sorgfältig ausgesuchte Überschriften fördern das Interesse des Lesers. Wer sich mit seiner Textverarbeitung auskennt, kann das Inhaltsverzeichnis automatisch generieren!

Formal ist für die Textgestaltung folgendes zu beachten:

  • Seitenränder: 4 cm rechts, 3 cm links,
  • Schriftgröße: 12-Punkt,
  • Überschriften: serifenlose Schriften wie z.B. "Arial", max. 14-Punkt,
  • Texte: vorzugsweise in Serifenschrift, z. B. "Times New Roman",
  • Zeilenabstand: 1,5 Zeilen,
  • Seitenzahlen (außer Deckblatt),
  • Fußnotentext: 10-Punkt-Schrift
  • Fußnoten am Satzende ohne Leerzeichen hinter dem Satzzeichen

Verzichten Sie auf Subtexte innerhalb der Fußnoten, da diese als Kontrolle der wissenschaftlichen Überprüfbarkeit dienen, nicht aber als "Text im Text". Mit Fußnoten müssen Sie Ihre Aussagen belegen, damit diese für Ihre Leser nachvollziehbar sind. Zitate werden mit Seitenzahlen belegt. Literatur wird bei der ersten Nennung vollständig angegeben, in weiteren Fußnoten reichen Kurzreferenzen (Autor, Kurztitel, Seite).


Inhaltliches

Formulieren Sie Ihre Texte eigenständig.

Auch wenn die Einleitung am Anfang steht - so ist sie doch das Herzstück der Arbeit, denn im Grunde zeigt sich hier, wie gründlich und sauber gearbeitet wurde - und wie man die wissenschaftlichen Erkenntnisse anderer verarbeitet und erfasst hat. Die Einleitung, umfasst ca. 10% des Gesamtumfanges der Arbeit. In der Regel enthält sie folgende Punkte: Die leitende Fragestellung der Arbeit und die Eingrenzung des Themas, die Schwerpunkte und die geplante Vorgehensweise. Auch Literatur- und Quellenlage werden erläutert sowie die Historiografie Ihres Themas. Anhand dieser Elemente können Sie leicht ersehen, ob sich daraus bestimmte Konsequenzen für die eigene Ausarbeitung ergeben. Der Hauptteil besteht aus verschiedenen Kapiteln mit sinnvollen Kapitelüberschriften. Kapitel können mehrer Unterkapitel enthalten, die zum Beispiel nach inhaltlich-sachlichen, räumlichen oder zeitlichen Aspekten aufgeteilt sein können. Zu kurze Kapitel sollten vermieden werden und längere können gegebenenfalls Unterkapitel haben.

Im Hauptteil ist es wichtig, dass Sie Ihrem "Roten Faden" folgen und die Argumente logisch und sachlich sind. Häufig macht es Sinn, die eigene Vorgehensweise oder den gewählten Ansatz im Hauptteil zu thematisieren. Was Sie in der Einleitung versprochen haben, sollte im Hauptteil eingelöst werden.

Am Ende der Arbeit ziehen Sie das Fazit aus dem Arbeitsprozess und fassen die eigenen Ergebnisse kurz und knapp zusammen. Die Fragen aus der Einleitung werden wieder aufgegriffen und kurz beantwortet.

Damit Sie Rechtschreib- und Grammatikfehler weitgehend ausschließen können, sollten Sie die Arbeit unbedingt von einer oder mehreren Personen gegenlesen lassen. Ihre Korrekturleser können übrigens nicht nur Rechtschreibung und Zeichensetzung verbessern, sondern auch Logik, Verständlichkeit und formale Aspekte.


Belegen Sie Ihre Aussagen.

"Grundsätzlich muss die Herkunft aller Gedanken und Ergebnisse, die in einer wissenschaftlichen Arbeit aus anderen Werken verwendet werden (und die nicht Allgemeinwissen sind!), eindeutig belegt werden. Das gilt für wörtliche (direkte) Zitate und für sinngemäße Formulierungen (indirekte Zitate, Paraphrasen) - auch wenn der Text vollständig in eigenen Worten abgefasst ist." FN Arbeitsergebnisse anderer Autoren werden sinnvoll auf die eigene Fragestellung bezogen und auf keinen Fall mechanisch wiederholt. Für Ihren Schreibstil gelten ähnliche Grundsätze, wie für Ihren mündlichen Vortrag: Die Sprache sollte klar und sachlich sein; emotionale oder umgangssprachliche Wendungen, Ansammlungen von Fremdwörtern vermeiden Sie am besten.


Kennzeichnen Sie Zitate.

Ein Zitat ist eine wörtliche Übernahme aus Quellen oder Literatur. Eine weit verbreitete Ansicht ist: Je mehr Zitate, umso wissenschaftlicher der Text - dem ist aber nicht so. Denn entscheidend ist nicht, wie viele Zitate verwendet, sondern wie sie eingesetzt werden.

Zitate aus primären Quellen sollten Priorität gegenüber Zitaten aus der Literatur genießen, denn aus der Literatur zu zitieren ist nur dann sinnvoll, wenn der spezifische Standpunkt einer Interpretation verdeutlicht wird. Weder Zitate aus der Literatur, noch aus Quellen, sollten die eigene Interpretation oder Argumentation ersetzen. Im Text werden Zitate mit Anführungszeichen gekennzeichnet. Lässt man unbedeutende Wörter oder Satzteile aus, macht man dies durch drei Punkte kenntlich. Werden ganze Sätze weggelassen setzt man die Punkte in eckige Klammern. Jedes Zitat ist mit einer Fußnote versehen.

Vermeiden Sie Zitate, die sie als Zitate lediglich in einem anderen Werk gefunden haben. Sie können dann nicht prüfen, ob der Kontext des Zitats wirklich Ihren Intentionen entspricht.

Quellen- und Literaturverzeichnisse

Quellen- und Literaturverzeichnisse enthalten ausschließlich die tatsächlich verwendete Literatur, die in den Anmerkungen von Ihnen zitiert wurde. Sie werden nach Autorennamen alphabetisch geordnet und nicht nach Zeitschriften, Büchern oder anderen Ordnungsprinzipien! Bibliographieprogramme können bei der Anlage eines Literaturverzeichnisses helfen.

Vermeiden Sie eine Aufgliederung des Literaturverzeichnisses nach weiteren Kriterien (etwa Aufsätze, Bücher etc.). Es reicht ein alphabetisch geordnetes Verzeichnis für alle Titel, die Sie benutzt haben.


Ein Anhang

Einen Anhang zu haben ist kein "Muss", sondern eine Option, die sich nicht für jede Arbeit eignet, für manche aber notwendig ist. Verwenden Sie Abkürzungen in Ihrem Text (Ausnahme sind neben allgemeingebräuchlichen Abkürzungen solche von Nachschlagewerken oder Zeitungen), so werden sie in einem Abkürzungsverzeichnis getrennt aufgelistet. Ein Anhang kann zudem auch Karten, ein Glossar, transkribierte Quellen, Abbildungen oder Tabellen enthalten. Zu umfangreiche Anhänge jedoch erschweren häufig das Lesen einer Arbeit und erwecken den Eindruck, der Autor bietet ein "Sammelsurium" an zusätzlichem Material, das der Leser integrieren soll. Dabei wäre dies doch genau die Aufgabe des Schreibers gewesen.

Beispiel

Ein Deckblatt

Ein Inhaltsverzeichnis

Ein Literatur- und Quellenverzeichnis



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