Basismodul Lektion6

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Inhaltsverzeichnis

Exzerpt und Bibliographie

Allgemeines

Nach dem erfolgreichen Einkauf und während des Auspackens und Sichtens gibt es eine lebenswichtige Regel: Bons und Quittungen gut aufbewahren! Damit ist nicht etwa das Horten von Kopien oder der erledigten Bestellzettel und Erinnerungsflyer für Ausleihfristen gemeint. Wichtig ist, dass Sie die vielen Ingredienzien, die Sie noch verarbeiten wollen, sinnvoll und nachvollziehbar dokumentieren. Zunächst einmal sollten Sie die Titel aller gelesenen Werke bibliografisch festhalten. Das Erstellen bibliografischer Hinweise müssen Sie schlicht und einfach lernen, je eher desto besser. Sie werden keine Hausarbeit abgeben können, in der Sie diese Grundtechnik des wissenschaftlichen Arbeitens nicht beherrschen. Als nächstes sollten Sie ein System entwickeln, die Inhalte Ihrer Lektüre so für sich zu dokumentieren, dass Sie jederzeit darauf zurückgreifen können.

Das Exzerpt

Bei einem Exzerpt handelt es sich um einen schriftlichen Auszug aus einem Werk, in dem Sie Inhalte und Kernaussagen zusammenfassen. Darüber hinaus gibt es eine weitere Ebene des Exzerpierens, auf der Sie darauf achten, auf welche Quellen und Sekundärliteratur der Autor seine Aussagen stützt und mit welchen Methoden er arbeitet. Das methodische Vorgehen erklärt der Autor meist in seiner Einleitung.

Wenn Sie einen Text sinnvoll exzerpiert haben, ersparen Sie sich für Ihre weiter Arbeit aller Voraussicht nach das erneute intensive Einlesen in den längeren Text. Das Exzerpt bietet aber auch die Möglichkeit, sollen Sie einen Text nach längerer Zeit wieder benutzen wollen, an geeigneter Stelle schnell wieder in die Lektüre einzusteigen.


Bibliografische Angaben

Korrekte bibliographische Angaben sind die Grundlage jeder wissenschaftlichen Arbeit. Sie werden in den Fußnoten und im Literaturverzeichnis benötigt. Es gibt eine Reihe von Zitiervorlagen, die von Fach zu Fach und von Land zu Land verschieden sind. Sie müssen also immer die für Ihr Fach relevanten Regeln beachten und in Zweifelsfällen eine Absprache mit Ihren Dozenten treffen.

Es gibt zwei Wege, bibliographische Angaben zu erfassen:

  • "manuell", entweder über eine normale Textverarbeitung oder auf Karteikarten. Dann sollten Sie sich einmal für bestimmte Regeln entscheiden, die Sie durchhalten.
  • Mit Hilfe eines Bibliograhierprogramms wie Endnote, Bibliographix, Literat oder Litlink (die letzten beiden sind sogar kostenlos erhältlich) Verweis auf Literat, Litlink ist auch eine Erfassung der bibliographischen Angaben möglich. In diesen Fällen geben Sie nur Elemente des Titels ein, wie Autor, Titel, Erscheinungsjahr und -ort usw. Die "richtigen" bibliographischen Angaben übernimmt anschließend das Programm eigenständig. Die Ausgabe kann dann entsprechend der jeweiligen Zitierregeln sogar automatisch angepasst werden! Die Einarbeitung in ein solches Programm kostet zwar Zeit, die sich aber im Verlauf eines Studiums gleichsam "amortisiert".

Die Literaturangaben sind häufig von Dozent zu Dozent (und vor allem von Studienbereich zu Studienbereich) unterschiedlich. Kleiner Tipp: Die Dozenten teilen meistens selbst eine Literaturliste aus, an der man sich dann orientieren kann. Wichtig ist vor allem, dass die Bibliographie einheitlich bleibt.

Beispiel für eine Exzerptvorlage

Hilfreich kann dabei die "Exzerpt-Tabelle" sein. In der Kopfzeile wird die genaue bibliographische Angabe eintragen, wenn gewünscht auch mit Bibliothekssignatur oder ob man es als Kopie Zuhause hat. Die Tabelle ist unterteilt in einen Kapitelteil - einen Teil in dem man exzerpiert - Seitenangaben, und in einer vierten Spalte ist Platz für Querverweise, Nachträge oder Anmerkungen. Im abschließenden Teil ist Raum für eine eigene Bewertung.

Die Tabelle, besonders wenn sie in getippter Form abgespeichert ist, lässt Kernaussagen schnell wieder finden und ermöglicht es die Exzerpte während der Arbeit zu verwenden. Auch kann man schon Gespeichertes schnell in den eigenen Text einfügen.

Wichtige Kriterien für das Exzerpieren können sein:


  • Hauptaussagen/ Argument des Textes
  • methodischer Zugang
  • Quellen, auf denen der Text beruht
  • Periode, Gebiet und soziale Gruppierung, auf die sich der Text fokussiert.


Notieren Sie sich die Seitenangaben für wichtige Aussagen. Und sollten Sie wortwörtlich exzerpieren, kennzeichnen Sie das Exzerpt als ein Zitat mit genauer Seitenangabe, denn beim Schreiben Ihres wissenschaftlichen Textes werden Sie es mit einer Fußnote belegen müssen. Doch dazu mehr in einem eigenen Abschnitt.

Diese Vorlage zum exzerpieren soll eine Anregung sein. Da im Laufe des Studiums jeder seine eigene Art des Exzerpierens entwickelt, kann er diese Tabelle nach eigenem Gusto modifizieren oder sich eine gänzlich andere Art und Weise ausdenken.

Exzerptvorlage

Beispiel für Bibliographieregeln

Hier die wichtigsten Regeln, wie sie derzeit am Historischen Seminar gefordert werden. Generell gilt das Schema:

Nachname, Vorname des Autors: Titel. Untertitel, Erscheinungsort (Auflage) Erscheinungsjahr. KEINE Verlagsangabe! Umstritten ist immer wieder, die Trennung zwischen den einzelnen Elementen. Früher wurde zwischen Autor und Titel ein Doppelpunkt gesetzt, inzwischen ist es meist ein einfaches Komma. Hinweis: die Auflagenhöhe kann auch durch eine hochgestellte Ziffer gezeigt werden, wer aber öfter die Angaben durch Kopieren und Einfügen in andere Text einfügt, riskiert, dass dann im obigen Fall als Erscheinungsjahr 20003 oder 32000 wird (je nachdem wo die hochgestellte Ziffer steht) Zusätzlich kann man die Reihe nennen, in der das Buch erschienen ist, allerdings nur der Titel der Reihe und die jeweilige Bandzählung, keine Herausgeber.

Bei zwei oder drei Autoren werden alle Autoren genannt. Bei mehr als drei Autoren wird nur der erste Autor namentlich genannt, es folgt der Zusatz et. Al. oder u.a.

Bücher und eigenständige Schriften: Autor: Titel. Untertitel, Erscheinungsort ErscheinungsjahrAuflage.

Beispiel für ein eigenständiges Buch: Tosh, John: The Pursuit of History. Aims, Methods and New Directions in the Study of Modern History, Harlow 20003.

Beispiel für ein eigenständiges Buch aus einer Reihe: Rüther, Kirsten: The Power Beyond. Mission Strategies, African Conversion and the Development of a Christian Culture in the Transvaal, (=Studien zur Afrikanischen Geschichte, Bd. 26) Münster 2001.

Beispiel für ein eigenständiges Buch, mit mehr als drei Autoren: Bley, Helmut u.a.: Sklaverei in Afrika. Afrikanische Gesellschaften im Zusammenhang von europäischer und interner Sklaverei und Sklavenhandel, Pfaffenweiler 1991. Sammelwerke: Autor (Hg.): Titel. Untertitel, Erscheinungsort ErscheinungsjahrAuflage. Sammelwerke sind Veröffentlichungen, in den Aufsätze einzelner Autoren versammelt sind. Sammelwerke haben auch einen Herausgeber. Die bibliographischen Angaben sind analog zu Einzelveröffentlichungen (Monografien) aufgebaut, nur dass hinter dem Autor noch der Zusatz (Hrg. Oder Hg.) steht.

Beispiel für ein Sammelwerk: Grau, Inge, Mährdel, Christian, Schicho, Walter (Hg.): Afrika. Geschichte und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert, Wien 2000. In den meisten Fällen werden Sie nicht den gesamten Band zitieren, sondern einzelne Aufsätze. In diesem Fall wird erst der gewählte Titel und dann der Sammelband zitiert, zum Schluss werden die Seiten angegeben, auf denen der zitierte Titel zu finden ist.

Aufsatz aus einem Sammelband / Handbuch. Autor: Titel des Aufsatzes, in: Herausgeber, Titel. Untertitel, Erscheinungsort ErscheinungsjahrAuflage, Seitenangabe.

Beispiel für einen Aufsatz aus einem Sammelwerk oder Handbuch: Bley, Helmut: Probleme der Periodisierung am Beispiel Afrikas im Kontext der Weltgeschichte. Ein Essay, in: Raphaela Averkorn, Winfried Eberhard, Raimund Haas and Bernd Schmies, Hrg., Europa und die Welt in der Geschichte. Festschrift zum 60. Geburtstag von Dieter Berg, Bochum, 2004 S. 35-47.

Bei mehrbändigen Sammelbänden / Handbüchern Angabe des Bandes. Braubach, Max: Vom Westfälischen Frieden bis zur Französischen Revolution, in: Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 2, Stuttgart9 1970, 241 - 259.

Zeitschriftenaufsatz Autor: Titel des Aufsatzes. Untertitel, in: Zeitschrift Band, Jahr, Seitenangabe. Bei Zeitschriften gibt es ebenfalls keine Angaben über die Herausgeber, auch nicht über Erscheinungsorte, stattdessen können Zeitschrift verkürzt zitiert werden; HZ heißt hier: Historische Zeitschrift. In dem obigen Beispiel wurden außerdem die Seitenzahlen des Aufsatzes ohne den Zusatz "S." genannt, da die Bedeutung der Zahlen "225-275" eindeutig ist.

Beispiel für einen Zeitschriftenaufsatz: Schlesinger, Walter: Herrschaft und Gefolgschaft in der germanischen-deutschen Verfassungsgeschichte, in: HZ 176, 1953, 225-275. Lexikonartikel Autor: Begriff, in: Titel des Lexikons, evtl. Herausgeber, evtl. Erscheinungsort Erscheinungsjahr(Auflage), Seiten- oder Spaltenangabe.

Beispiel für einen Lexikonartikel: Neumann, Franz: Kolonialismus, in: Gesellschaft und Staat: Lexikon der Politik, 1995, 459 - 461.

Dissertationen, Magisterarbeiten u.ä. Autor: Titel. Untertitel, Art der Dissertation, Universität / Ort Jahr. Beispiel für eine Dissertation: Manson, Andrew Hayden: The Hurutshe in the Marico District of the Transvaal 1848 - 1914, Ph.D. thesis, Univ. of Cape Town 1990. Unveröffentlichte Vorträge Autor: Titel. Untertitel, (paper, Ort der Präsentation Jahr).

Beispiel für einen unveröffentlichten Vortrag: Coplan, David: Land from the Ancestors. Popular Religious Re-Appropriations along the South Africa-Lesotho Border, (paper presented in Southern African Seminar, EHESS, Paris 2002.

Internet Autor oder Dateititel aus der Titelzeile des Browsers: Titel. Untertitel, Angabe der vollständigen URL (Webadresse) in spitzen Klammern, Datum des letzten Zugriffs. Bitte beachten: gerade bei längeren html-Adressen unbedingt über Kopieren (aus dem Browser) und Einfügen die URL übertragen, da schon kleine Abweichungen wie ein Leerraum zu Fehlergebnissen führen.

Beispiel für das Internet: Bein, Inga, Pokoyski, Ronald: Völkerschauen, , (10.08.04). Zum Zitieren aus dem Internet gibt es weitere Regeln, siehe dazu: Thomas Christoph Marx: "Virtuelle Nachweise" - Zitieren aus dem Internet. GWU 4, Nr.1, 238-245. Jetzt unter: http://www.geschichte.uni-freiburg.de/forum/zitieren.pdf



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