Basismodul Lektion9

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Inhaltsverzeichnis

Das Referat

Allgemeines

Die Gäste sind zum gemeinsamen Dinner erschienen, das Essen kann serviert werden. Aufgrund Ihrer ausgezeichneten Vorbereitung können Sie einen Gang nach dem anderen servieren und haben zu jedem auch den passenden Wein ausgesucht. Das alles klappt natürlich vor allem deshalb reibungslos, weil Sie gut vorbereitet sind und genau wissen, welche Beilage zu welchem Hauptgang gehört.

Unsere wissenschaftliche Parallele wäre hier, dass Sie die Zusammenstellung und Aufbereitung der wichtigsten Materialien so aufbereitet haben, dass Sie im Seminar nun Ihr Referat präsentieren können. Dabei haben Sie über solche Aspekte wie Handout, Medieneinsatz und Vortragsstil längst nachgedacht. Es geht nicht mehr vorrangig um die Inhalte, die Sie vermitteln möchten, sondern um die Form, WIE dies geschehen soll.

Vorbereitung

Um Ihr Wissen für ein Referat parat zu haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Für manche ist es sinnvoll, einen vollkommen ausformulierten Text vor sich zu haben, den Sie mehr oder weniger ablesen können. Andere bevorzugen Karteikarten, auf denen sie stichpunktartig Gedächtnisstützen festhalten. Als Unterpunkte folgen dann Notizen, auf die man schnell zurückgreifen kann. Eine weitere Möglichkeit ist eine Mischung aus den beiden vorgenannten. Für ein solches Vorgehen teilt man sein Papier in zwei Hälften, während man in eine Spalte seinen Fließtext schreibt, setzt man in die andere nur Stichpunkte, anhand derer man sich durch den Vortrag arbeitet. Sollte es zu einem Aussetzer kommen, kann man sich mit dem Volltext weiterhelfen.

Versuchen Sie nicht, Ihr gesamtes angelesenes Wissen in der Ihnen zur Verfügung stehenden Zeit unterzubringen, sondern konzentrieren Sie sich stattdessen auf einen Hauptaspekt. Diesem können Sie eine begrenzte Zahl von Unteraspekten zuordnen, doch achten Sie dabei auf sinnvolle Verknüpfungen. Bei der Ausarbeitung des Referatstextes sollten Sie auf eine logische Argumentationsstruktur achten. In der Einleitung zu Ihrem Referat sollten Sie das Thema genau formulieren. Benennen Sie zudem die Hauptargumente und erläutern Sie kurz den Ablauf des Vortrages. Hierzu können Sie einen "Verlaufsplan" zur Hilfe nehmen, den Sie per Overhead-Projektor an die Wand projizieren oder in Ihre PC-gestützte Präsentation integriert haben.

Im Hauptteil erfolgt die Präsentation dessen, was Sie sich in den letzten Wochen angelesen haben. Am Ende können Sie ein Resümee ziehen, auf weitere Kontroversen verweisen oder einen Ausblick bieten.

Ihr Ansprechpartner ist nicht allein der Dozent. Richten Sie sich an "Ihr Publikum" und vermeiden Sie unnötige, "witzige" Bemerkungen, Kaugummi (!) oder eine "lässige" Körperhaltung. Wichtig: Präsentieren Sie Ihr Referat, wie Sie es auch gern von anderen präsentiert bekämen. Wenn Sie die Möglichkeit hatten zu üben, ist der jetzige Sprung ins Wasser nicht ganz so kalt. Erstens haben Sie wahrscheinlich bereits jene Stellen erkannt, an denen sprachliche Ungenauigkeiten Sie verunsichern, zweitens haben Sie die Klarheit Ihres Aufbaus prüfen können. Zusätzlich haben Sie mit der Generalprobe herausfinden können, ob Sie mit der Zeit auskommen, die Ihnen zur Verfügung steht.


Vortrag

Oft wird man Ihnen dazu raten, frei zu sprechen, was Sie auf jeden Fall versuchen sollten, denn Ihre Zuhörer können Ihrem Vortrag dann grundsätzlich eher folgen. In einem Referat sind Sie in Ihrer Sprache freier als beispielsweise bei der schriftlichen Arbeit, in der streng wissenschaftlich zu schreiben ist. Denken Sie daran, Ihre Stimme den Raumverhältnissen anzupassen. Dies bedeutet: sprechen Sie laut und deutlich. Auch in der hinteren Reihe will man Sie verstehen und Ihren folgen können. Wenn Sie die Tafel oder ein anderes Medium verwenden, welches Sie dazu zwingt, Ihrem Publikum den Rücken zuzudrehen, ist dies unproblematisch, so lange Sie daran denken, sich beim Sprechen wieder umzudrehen.

Achten Sie darauf, nicht herumzuzappeln und wild zu gestikulieren. Auch wenn Sie gern eine witzige Anekdote einfließen lassen möchten, übertreiben Sie es damit nicht. Gerade Witze können sehr schnell missverstanden werden.

Die Präsentationsform eines Referats ist genauso wichtig wie jener Teil, welchen Sie in schriftlichen Notizen festgehalten haben.

Welche Inhalte Sie auf einem Handout festhalten möchten, ist Ihnen überlassen. Erklären Sie beispielsweise Fremdwörter oder fügen Definitionen hinzu. Wenn Sie Daten und Fakten auf dem Handout festhalten, kann Ihnen dies den Vortrag erleichtern. Sinnvoll ist es auch, dass Sie die von Ihnen verwendete Literatur auf dem Handout aufführen, vielleicht interessiert sich einer Ihrer Kommilitonen speziell für Ihre Thematik und ist dankbar für einige Hinweise. Handouts sollen aber nicht Ihr schriftlich festgehaltener Vortrag sein! Achten Sie auf formale Elemente: analog zur Hausarbeit sollten Name der Universität, des Dozenten, des Seminars, Ihr Name, Datum und der Titel des Referats auf dem Handout stehen.

Mit Graphiken, Bildern oder ähnlichem können Sie manchen Punkt veranschaulichen. Grundsätzlich können Sie zusätzlich zu einem Handout verschiedene Medien zum Einsatz bringen:


  • PC-gestützte Präsentation
  • Folien (Bilder, Daten, Karten, etc…) und Tageslichtprojektor
  • Filme oder Tondokumente

Wenn Ihr Thema für eine Präsentation mit einem Präsentationsprogramm geeignet ist, bereiten Sie Ihren Zuhörern mit einer gut gestalteten, durchkonzipierten und auf Ihren Text abgestimmten Präsentation sicher mehr Vergnügen, als mit einem zwanzigminütigen, rein abgelesenen Text. Denken Sie bei Folien wie auch computergestützten Präsentationen daran, diese nur solange Ihrem Publikum zu zeigen, wie sie für einen bestimmten Teil Ihres Referates relevant sind, da sie ansonsten nur ablenken. Bei Folien sollte die Schriftgröße groß genug sein, um auch in den hinteren Reihen erkannt zu werden. Wenn Sie mit vielen Daten arbeiten, eignen sich zu deren Vorstellung insbesondere Tabellen und Diagramme. Mit einer computergestützten Präsentation ist es leicht und preiswert, Bilder, Karten und Tondateien in Ihr Referat einzuarbeiten. Im Berufsleben könnte die Verwendung von Präsentationssoftware zu den Selbstverständlichkeiten gehören, so dass es sich lohnt, bereits im Studium mit diesen Präsentationsformen zu experimentieren.


Beispiele

Beide Präsentationen sind verkürzt hier als Beispiel aufgenommen.

Die erste Präsentation, "Berlin - Hauptstadt der DDR", entstand im Rahmen eines Seminars über die Stadtentwicklung Berlins durch die Jahrhunderte. Zu Beginn stand die Gliederung des Referats und eine Chronologie. Um die Bilder zu "verorten" bot sich eine Karte an, die gleichzeitig deutlich machte, wo die Gebäude, Strassen, Plätze heute zu finden sind. Wichtig hier waren viele Bilder, die die Entwicklung deutlich machten und einen visuellen Eindruck hinterließen. Auf den Folien steht wenig Text und detailreiche Informationen (wie Jahreszahlen) waren auch auf dem hand-out zu finden.

Die zweite Präsentation wurde in einem Seminar zu "Nationalstaatsgründungen in Deutschland und Italien" gezeigt. Das Referat widmete sich nur der Wirtschafts- und Sozialgeschichte Italiens im 19. Jahrhundert. Um regionale Unterschiede aufzeigen zu können, wurden Daten in Form von Diagrammen anschaulich dargestellt. Außerdem wurden Besonderheiten auf den Folien hervorgehoben.

Beide Präsentationen ersetzten nicht das Referat - sie unterstützten nur durch Bilder, Diagramme und wichtige Punkte den Vortrag.

Hier können die Präsentation heruntergeladen werden (Format Powerpoint):

Berlin

Italien

PowerPoint Viewer



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