Dienstgrade

Aus LernWerkstatt Geschichte
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Dienstgrade sind eine in allen modernen Armeen eingesetztes Ordnungssystem. Die Dienstgrade ordnen das Autoritätsverhältnis von Soldaten zueinander. Es hat sich dabei ein im dreischichtiges System von Dienstgradgruppen herausgebildet:

Mannschaften bilden die Masse der Soldaten und die unterste Ebene.
Unteroffiziere bilden eine relativ große Gruppe und die mittlere Ebene.
Offiziere bilden eine relativ kleine Gruppe und die oberste Ebene.

Die Gruppen sind in sich noch einmal nach Dienstgraden differenziert. So umfasst beispielsweise die Dienstgradgruppe der Offiziere in der Bundeswehr 11 Dienstgrade:

Leutnant
Oberleutnant
Hauptmann
Stabshauptmann
Major
Oberstleutnant
Oberst
Brigadegeneral
Generalmajor
Generalleutnant
General

Die Dienstgradgruppen unterteilen sich oft noch in Untergruppen: So werden alle Offziere ab Major der Gruppe der "Stabsoffiziere" zugeordnet.

In vielen Armeen gibt es darüber hinaus noch Fachlaufbahnen, die den einzelnen Gruppen nicht eindeutig zuzuordnen sind und sich durch einen hohe Spezialisierung der normalen Hierarchie teilweise entziehen können.

Die Dienstgrade aller NATO-Staaten sind zueinander in Relation gesetzt worden, um eine Vergleichbarkeit innerhalb des Bündnisses zu gewährleisten. Dieser NATO-Rangcode bietet eine gute Übersicht.

Wichtig ist, dass das Dienstgradwesen in allen Armee aus zwei Aspekten besteht: Einem klar regulierten, offiziellen System einerseits und einem informellen, sozialen System andererseits. Beispielsweise ist offiziell ein Leutnant als unterste Stufe der Offiziersgruppe jedem Oberstabsfeldwebel, der höchsten Stufe der Unteroffiziere, vorgesetzt. De facto werden aber ein knapp 20jähriger Leutnant gegenüber einem gut vernetzten, 50jährigen Oberstabsfeldwebel mit 30 Dienstjahren nur selten dieses normative Verhältnis zur Geltung bringen können. Die Kenntnis um derlei Faktoren in sozialen Großgruppen ist beim Studium der Militärgeschichte also unumgänglich, um Quellen sinnvoll interpretieren zu können.