Disziplin

Aus LernWerkstatt Geschichte
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Disziplin bezeichnet ein Sozialverhalten, das in der Neuzeit eng mit dem Miltär verknüpft ist. Es umfasst in diesem Fall unter anderem das Prinzip von Befehl und Gehorsam, eine rigide Kleider- und Ausrüstungsordnung, einen bestimmten Sprachgebrauch, soziale Normen im Umgang der verschiedenen Dienstgrade miteinander, einen straff regulierten Alltagsplan, ausgesprochene oder unausgesprochene Normen für Körperhaltungen und Auftreten sowie einen Kanon von Sanktionen für Verstöße gegen diese Prinzipien. Militärische Disziplin bedeutet also eine umfassende Regelung aller Aspekte des Lebens der Soldaten.

Ganz besonders wichtig sind für das Militär die Aspekte der Disziplin, die mit dem Gefecht selbst zu tun haben: Das umfasst das Erlernen und vor allem Ausführen von Handgriffen, Bewegungen und anderen Handlungen auf dem Schlachtfeld auch dann, wenn durch das Gefecht akute Lebensgefahr für den Soldaten herrscht. Ein zur Erzeugung dieser Disziplin verwendetes Mittel ist der Drill.

Disziplin und Drill in diesem Sinne ist allerdings kein überzeitliches Merkmal des Militärs. Sie wurden vielmehr in der modernen Form in Europa erst im ausgehenden 17. Jahrhundert etabliert. In den Jahrhunderten davor zeichntete sich das europäische Militär durch einen ausgesprochenen Individualismus aus.

In der Tat ist es eine normative Frage, ob für die Epochen vor der Einführung der modernen Disziplin überhaupt sinnvoll von "Militär" gesporchen werden kann, oder ob der Begriff "Militär" untrennbar mit dem der "Disziplin" verknüpft ist. In letzterem Fall muss zu Begriffen wie Protomilitär, Krieger oder Gewaltausübende gegriffen werden.

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