Gewalthaufen

Aus LernWerkstatt Geschichte
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Ein Gewalthaufen ist eine Aufstellung, die im ausgehenden Mittelalter und zu Beginn der Frühen Neuzeit von Fußsoldaten gebildet wurde. Es handelte sich um eine ungefähr ebenso breite wie tiefe Ansammlung von Bewaffneten - also in etwa eine quadratische oder zumindest rechteckige Form. In den Gewalthaufen dominierten Nahkampfwaffen wie Piken, Speere, Hellebarden, Schwerter und dergleichen.

Der Gewalthaufen entfaltete seine Kraft, indem er sich als geschlossener Pulk über das Schlachtfeld bewegte und den Nahkampf mit den gegnerischen Truppen suchte oder auf deren Angriff wartete (dies besonders beim Kampf gegen Kavallerie). So oder so gerieten die beiden Seiten in den Nahkampf und der Gewalthaufen wirkte durch einen Mischung aus der fechterischen Fähigkeit seiner einzelnen Kämpfer einerseits und purerm physischen Druck der Gesamtgruppe andererseits.

Dornach 1499.jpg

Mit zunehmender Wichtigkeit der Fern- und besonders der Schusswaffen entwickelten sich die Gewalthaufen weiter, indem sie sich waffentechnisch und und in ihrer Form ausdifferenzierten und weiterentwickelten. Der Weg führte dabei evolutionär über die spanischen Tercios und die Treffenformation der Niederländer zur Lineartaktik des 18. Jahrhunderts und zur Kolonnentaktik des 19. Jahrhunderts.

Erst im 20. Jahrhundert lösen sich die Formationen auf dem Gefechtsfeld soweit auf, dass wirklich von einem signifikanten Bruch gesprochen werden kann.

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