Glasmacher in Schaumburg

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Glashütten in Schaumburg im 19. Jahrhundert

Inhaltsverzeichnis

Schauenstein

1799 Gründung der Glashütte Storm in Obernkirchen, 1816 Konkurs,

1822 Kauf der Hütte durch F.A. Becker, 1823 wird Hermann Heye Teilhaber, nach Umbau 1827 Name „Schauenstein",

1840 trennt sich Becker von Heye und gründet die „Neue Hütte" in Obernkirchen

1870 baut Theodor Heye eine zweite Hütte in Nienburg, denen danach noch weitere folgen werden,

1900 umfangreiche Modernisierung: Umstellung von Hafen- auf Wannenofenbetrieb,

1900/01 Streik der Glasmacher in Obernkirchen (schwerpunktmäßig bei Heye), vor 1914 keine Einführung der Owens-Maschine, nachdem 1901 die halbautomatischen Maschinen von Severin eingeführt wurden,

1914 die größte Glashütte in Schaumburg.

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Neuhütte

1842 Bau durch F.A. Becker, bald Beteiligung des Hauses Stoevesandt & Bohlens aus Bremen,

1859 Hermann Stoevesandt wird Alleininhaber

1874 Bau der Hermannshütte in Rinteln, Neuhütte wird allerdings weiter modernisiert Einstellung der Produktion in den 30er Jahren, nachdem nur noch Demjohns hergestellt wurden

Wendthöhe

1817 als erste Hütte in Schaumburg-Lippe gegründet,

1852 Bau einer zweiten Hütte

1856 Verkauf der Hütte an Heye, danach weiterer Ausbau, 1926 Stillegung

Schierbach

1840 durch Tiemann, Rump und Riensch gegründet, 1910 Verkauf an Stoevesandt Lagershausen und Rump & Riensch/Stadthagen,

1872 durch C. Lange gegründet, 1881 durch Carl Lagershausen übernommen, 1908 Fusion mit der Oldenburgischen Glashütte, 1930 Aufgabe der Produktion

1872 auch Gründung der Fabrik Rump&Riensch, 1913 Ende der Produktion, Hermannshütte/Rinteln

1874 Bau, Ausbau in den nächsten Jahrzehnten zur modernsten Glashütte in Schaumburg, ab 1886 Umstellung auf den Wannenofenbetrieb,

1909 Einführung der automatischen Glasherstellung mittels der Owens-Maschine; Die Glasmacher und andere Beschäftigte der Hütten: die Beschäftigten der Glashütten setzten sich aus mehreren Gruppen zusammen: den eigentlichen Glasmachern, den weiteren am Glasherstellungsprozeß Beteiligten wie den Motzern (Lehrlinge) und den Einträgern, den qualifizierten sonstigen Arbeitern (Schürer), den Tagelöhnern und den Korbmachern.

Unter diesen Gruppen nahmen die Glasmacher eine Sonderstellung ein: sie wohnten als einzige in direkter Nähe der Fabriken in Werkswohnungen, sie stammten nicht aus Schaumburg, sondern waren von auswärtigen Glashütten zugezogen und sie besaßen einen ausgeprägten Berufsstolz, der sich auch im langen Streik von 1900/01 bewährte, wenngleich der Streik scheiterte, im Gegensatz zu den Glasmachern lebten die übrigen Beschäftigten in den umliegenden Dörfern, die Korbmacher stammten sogar aus weiter entfernteren Dörfern (wie aus dem Wesertal) und arbeiteten während der Woche auf den Hütten (Schlafhäuser).

Literatur

Schneider, Karl H., Schaumburg in der Industrialisierung. Teil 2. Von der Reichsgründung bis zum Ersten Weltkrieg. (Schaumburger Studien) Melle 1995.


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