Infanterie

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Von ital. fanti (Buben). Die Infanterie ist eine der drei klassischen Truppengattungen, neben Artillerie und Kavallerie. Mit Infanterie werden im allgemeinen Sprachgebrauch alle zu Fuß kämpfenden Personen bezeichnet. Diese Bezeichnung ist im militärhistorischen Fachgebrauch jedoch unzureichend.

Hier werden mit dem Begriff Infanterie alle diejenigen zu Fuß kämpfenden Personen bezeichnet, die:

  • eine innere Kohäsion aufweisen
  • sich einer Disziplin unterwerfen
  • einer erkennbaren Führung unterliegen
  • als Folge dieser Punkte taktisch agieren können.

In diesem Sinne ist das Fußvolk des Mittelalters keine Infanterie, die römischen Legionäre hingegen schon. Griechische Hopliten und die Gewalthaufen der mitteleuropäischen Söldner der Frühen Neuzeit werden oft als Proto-Infanterie betrachtet. Spätestens mit der Aufstellung stehender Heere Mitte des 17. bis ins erste Drittel des 18. Jahrhunderts taucht dann die moderne Infanterie auf.

In verschiedenen Epochen wird in schwere und leichte Infanterie unterschieden. Die leichte Infanterie umfasst dabei stets Soldaten, die sich auf taktischer und operativer Ebene einer flexiblen, oftmals überfallartigen Kampfführung bedienen (Guerilla, Partisanen, Kleiner Krieg, Raid, Plänkeln). Zu diesem Zweck führten sie zumeist wenig und/oder besonders leicht konstruierte Ausrüstung mit sich.

Die schwere Infanterie hingegen bezeichnete die in der jeweiligen Epoche eingesetzte "Normal"infanterie für offene Feldschlachten (Im Zeitalter der Lineartaktik bspw. dann eben die sog. Linieninfanterie). Diese konnten aufgrund logistischer Anbindung schwerere Ausrüstung und Bewaffnung mitführen.


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