Internetrecherche

Aus LernWerkstatt Geschichte
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Inhaltsverzeichnis

Wird das Suchen von Informationen im Internet leichter?

Das Internet nimmt einen zunehmend breiteren Raum bei der Recherche nach historischen Informationen ein. War es vor einigen Jahren zumindest im deutschen Sprachraum eher ein Ort, an dem kommuniziert und für traditionelle Publikationsformen geworben wurde, so hat sich das inzwischen deutlich geändert. Das Informationsangebot hat mittlerweile deutlich zugenommen. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb sind mit der Nutzung von Informationen aus dem Internet besondere Gefahren und Möglichkeiten verbunden.

Wer glaubt, er könne mit dem Internet schnell Informationen finden, der irrt. Die Suche wird dadurch nur noch komplexer, da die "klassischen" Medien, also das Buch und die Zeitschrift weiter vorrangig benutzt werden müssen. Entscheidend sind aber die komplexen, uneinheitlichen und - im Vergleich zum Buch - schwerer nutzbaren Medien. Einerseits findet der Suchende eine Fülle von Informationen, andererseits hat er große Probleme die brauchbaren von den nicht brauchbaren zu unterscheiden, und schließlich hat er sich mit Kopier- oder Ausdruckproblemen herumzuschlagen.

Das alles mag sehr skeptisch klingen, ist es aber nicht! Denn nur wer nicht davon ausgeht, daß das Internet keine leichten Erfolge anbietet und zudem andere Arbeitsweisen und Leseweisen verlangt als bisherige Medien, kann dies neue Medium auch nutzen.

Tipps für die Internetrecherche

Bei der Internetrecherche ist zu beachten:

  1. Es gibt unterschiedliche Suchoptionen nach Titelstichwörtern, nach Personennamen oder Schlagworten, die entsprechend berücksichtigt werden müssen, um zu Suchergebnissen zu gelangen, die weder zu klein noch zu groß ausfallen. Bei der Suche nach Titelstichwörtern muß etwa beachtet werden, daß damit nur Begriffe gefunden werden, die im Titel vorhanden sind. Ein Trunkieren der Suchbegriffe (wie beispielsweise "Agrargeschicht*" für Agrargeschichte, agrargeschichtliche) ist in jedem Fall sinnvoll. Außerdem müssen alternative Suchbegriffe verwendet werden.
  2. Ein großer Vorteil der Internet-Kataloge besteht darin, daß sie wesentlich flexibler zu handhaben sind als die alten Kataloge, da über sog. Links verzweigt werden kann. Ein Nachteil liegt in der Suggestion, man könne schnell und leicht an die relevanten Informationen gelangen.
  3. Grundsätzlich besteht über das Internet ein weltweiter Zugriff auf Bibliothekskataloge. Anfänger sollten mit dem daraus resultierenden Angebot aber vorsichtig umgehen.
  4. Auch die besten Datenbanken ersetzen nicht das eigene Lesen und selbständige Recherchieren in anderen Findmitteln.

Die Arbeit mit Internet-Informationen

Sind schließlich Informationen gefunden, so ergeben sich gleich weitere Probleme. Auf ein Themenkomplex wird in der wissenschaftlichen Literatur immer wieder verwiesen: die Unbeständigkeit und die nicht immer überprüfbare Wissenschaftlichkeit der Texte.

Der erste Punkt ist nicht zu unterschätzen: Da die Informationen als Dateien auf einem oder mehreren Rechner liegen, sind sie dann nicht mehr verfügbar, wenn dieser Rechner abgeschaltet wird. Das geschieht nicht selten. Schwierig wird es auch zuweilen mit der Wissenschaftlichkeit der Texte. Da praktisch jeder im Internet publizieren kann, entfällt die Selektionsstufe, die bei traditionellen Publikationen gegeben ist. Hier kann es nur helfen, sehr vorsichtig zu sein, mit gedruckten Informationen vergleichen und nachzusehen, auf wessen Seiten die Informationen stehen. Ein kritischer, ja sehr kritischer Umgang mit den gefundenen Daten ist in jedem Fall anzuraten.

Vom schnellen Springen zum langsamen Lesen

Internetseiten bieten die Möglichkeit der schnellen Verknüpfung von Informationen. Texte können mit anderen Texten verbunden werden, Bilder mit Texten, Texte mit Bilder oder Geräuschen. Zentrale Aussagen eines Textes können mit anderen, ergänzenden Texten „verlinkt" werden, so daß sich komplexe Hypertexte ergeben. Der Vorteil dieser neuen Form von Information liegt auf der Hand. Jedoch dürfen auch die Risiken dieser Art des Lesens nicht übersehen werden: es erleichtert eine neue Form der Lektüre, die nicht darin besteht, sich mit einzelnen Inhalten intensiv auseinander zu setzen, sondern immer auf der Suche nach neuen Informationen zu sein, ohne die bislang gefundenen wirklich verarbeitet zu haben.

Hierin liegt eine der großen Herausforderungen für den Benutzer/Leser von Internetseiten: sich mit dem Gefundenen zufrieden geben und mit ihm arbeiten. Dies setzt andererseits Internetangebote voraus, die mehr sind als nur kurze Informationshappen, auf viele, in den Text eingestreute Links verzichten, sondern vertiefende, zur Lektüre anregende Informationen enthalten. Jedoch ist es auch dann notwendig, daß der Leser sich ein neues Leseverhalten aneignet. Hier entsteht aber ein Zielkonflikt, denn das von dem Internetleser erwartete bzw. ausgeübte Lesen unterscheidet sich deutlich von dem Leseverhalten eines Forschenden.


  • normale Websites sollen möglichst knappe Textinformationen in einer einfachen, allgemein verständlichen Sprache enthalten,
  • der Text sollte möglichst nicht länger als eine Seite sein, um Scrollen zu vermeiden,
  • es wird schnell nach kurzen Informationen gesucht, um dann weiter zu suchen.


Dagegen soll die Lektüre eines historischen Textes

  • intensiv erfolgen und
  • längere Textpassagen umfassen.


Die Lösung kann nur darin bestehen,

  • Texte auszudrucken oder
  • „anders" zu lesen.


Ehe das Lesen beginnt, ist aber zu entscheiden, von welchem Medium gelesen wird: vom Bildschirm oder vom Blatt Papier?

Ausdruck von Internetseiten

Das Ausdrucken von Internetseiten ist zwar beliebt, aber nicht unproblematisch. Die meisten Seiten sind für den Bildschirm, nicht für den Ausdruck optimiert, so daß etwa der Ausdruck entweder nicht alle Elemente des Bildschirms enthält, viele weisse Flächen enthält oder Informationen, wie die Navigationsleiste, die gar nicht benötigt werden. Im ungünstigsten Fall werden größere farbige Flächen der Seite mit ausgedruckt, was nicht nur unschön ist, sondern auch den Verbrauch an Toner oder Tinte in die Höhe treiben kann. Als Alternative bieten einige Seiten eine Druckversion an, die zumindest diese Probleme lösen hilft (die neue Homepage des Historischen Seminars bietet diese Variante ebenfalls an). Allerdings werden damit teilweise erhebliche Kosten auf den Benutzer abgewälzt und zitierfähig sind diese Seiten ebenfalls noch nicht.

Eine weitere Lösung besteht in pdf-Dateien, die einen seitengenauen und zitierfähigen Ausdruck erlauben und ein Druckbild erzeugen, welches dem normalen Buch- oder Manuskriptdruck entspricht. Das sind dann wirklich elektronische Bücher.

Kopieren und Einfügen

Für den Benutzer besteht außerdem die Möglichkeit, die benötigten Textteile zu kopieren und über die Zwischenablage in eine Textverarbeitung zu kopieren, wo sie entsprechend gestaltet und anschließend ggf. ausgedruckt werden können. Allerdings macht das etwas Arbeit, kostet Zeit und Mühe.

Diese Variante funktioniert aber nicht bei dynamischen Internetseiten, wie sie inzwischen auch in historischen Projekten erstellt werden. Solche Seiten bieten jeweils nur kurze Informationsangebote, die miteinander verknüpft werden müssen. Immerhin können auch diese Informationen gezielt kopiert und in eine Textverarbeitung oder Datenbank kopiert werden, wo sie weiterverarbeitet werden können.

Diese Variante des Kopieren/Einfügens in eine eigene Datei bietet zudem die Möglichkeit, die Texte offline in Ruhe lesen zu können, ohne sich von Navigationsleisten oder Links ablenken zu lassen. Werden die Informationen unter Beibehaltung der Formatierung gespeichert, so können die Links auch später noch abgerufen werden. Allerdings ist dies Verfahren mit zusätzlichen Arbeitsschritten verbunden.

Ob die Informationen dann ausgedruckt oder direkt am PC gelesen werden, hängt sicher von Arbeitsgewohnheiten und den Möglichkeiten der Lesenden ab. Bei der Lektüre am PC ist die Bereitschaft, sich ein neues Leseverhalten anzugewöhnen, das auch die intensivere Lektüre am Bildschirm ermöglicht (entsprechend gute Monitore vorausgesetzt) eine wichtige Voraussetzung. Dies setzt zudem die Bereitschaft voraus, sich mit neuen technischen Mitteln auseinander zu setzen.

Schließlich wirft das Zitieren von Internetinformationen Probleme auf, nicht zuletzt deshalb, weil die "Lebensdauer" mancher Dateien nicht sehr hoch ist.

Es gibt inzwischen eine Reihe kleiner Programme, die es erleichtern, Daten aus dem Internet zu übernehmen. So gibt es für das Literaturverwaltungsprogramm citavi einen "Picker", der das automatische Einfügen von Dateien aus dem Internet über Firefox ermöglicht. Eine ähnliche, nicht so ausgefeilte Funktion bietet evernote, dort auch für den IE.

Zur schnellen Archivierung von Internetseiten bietet sich für Firefox die Erweiterung Scrapbook an.

Media

Weiterführende Links

Zeitschriftenvolltexte finden sich u.a. hier:

Benutzer der Rechner der Leibniz Universität Hannover können auch folgende Dienste nutzen (hierzu müssen entweder Rechner der Uni genutzt werden oder bei WLAN-Nutzung der VPN-Client des RRZN]:

  • JStor, hier der Link schon für Nutzer der UB.