Internetrecherche(EDV)

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Suchmaschinenrecherche

Die Suchmaschine ist meistens der erste Anlaufspunkt einer Online-Recherche. In den meisten Fällen ist es Google. Dabei ist einiges zu beachten. Bei Google führen die ersten Ergebnisse immer zur Wikipedia, falls schon Artikel zum gesuchten Thema vorhanden sind. Wikipedia kann aber allenfalls als kurze Einführung in ein Thema dienen und ist NICHT zitierfähig. Entscheidend bei der Suchmaschinen-Suche sind die Begriffe, nach denen gesucht wird. Suchen sie mit hilfe unterschiedlicher Begriffe wie zum Beispiel: Varusschlacht, Kalkriese, Arminius, Varus. Variieren Sie die Begriffe, damit möglichst verschiedene Ergebnisse rauskommen. Dabei kann die Wikipedia wiederum hilfreich sein, falls Sie neu in ein Thema einsteigen und noch nicht konkret wissen, wonach Sie suchen sollen.

Im Großen und Ganzen bekommt man mit dieser einfachen Recherche aber eher weniger brauchbare Ergebnisse, es sei denn, man ist tatsächlich in der Lage mit den thematischen Fachbegriffen zu hantieren. Oft kommen nur populärwissenschaftliche Ergebnisse dabei heraus, die dem Suchenden nicht weiterhelfen. Daher empfiehlt es sich bei Historikerportalen und verschiedenen Online-Bibliotheken zu suchen.

hfrings 11:30, 5. Aug 2008 (CEST)Frings

Qualitätskontrolle im Internet

Woran erkennt man, dass eine Webseite gut ist und was muss vorhanden sein, damit sie zitierbar ist? Was muss man selbst bei der Erstellung von Webseiten beachten? Diese Fragen sollen hier kurz geklärt werden.

Zitierbarkeit von Webseiten

Das Internet als Medium im Fluss ist immer ein bisschen riskant zu zitieren, da man oft Informationen nicht mehr wieder findet, weil sie offline sind. Dieses Problem lässt sich jedoch umgehen. Benutzt man z.B. Literaturverwaltungsprogramme wie Zotero (ein Addon zu Firefox), kann man die zitierten Seiten archivieren und notfalls an eine schriftliche Arbeit als Ausdruck dranhängen. Zumindest hat man immer eine Offline-Version verfügbar. Das ist vor allem für Abschlussarbeiten wichtig. Zotero kann hier runtergeladen werden: [1].

Voraussetzungen zur Zitierbarkeit von Webseiten

Mit Webseiten ist es im Prinzip wie mit jeder anderen Art von Literatur. Bestimmte Informationen sind notwendig: 1. Autor 2. Titel 3. Erstellungs- bzw. Updatedatum 4. Qualifikation des Autors Zitiert wird folgendermaßen: Autor, Titel, Webseite, Datum [Zugriff am Datum] Es muss ersichtlich sein, wann auf die Webseite zugegriffen wurde. Das wird in die eckigen Klammern gesetzt. Webseiten sollten grundsätzlich mit einem Impressum ausgestattet sein. Dort finden sich alle für Zitate nötigen Angaben. Es können nur Seiten zitiert werden bei denen der Autor bestimmbar ist. Nicknames gehören nicht dazu. Deshalb ist die Wikipedia, unter anderem, auch nicht zitierbar.--hfrings 10:58, 8. Aug 2008 (CEST)Frings

Qualitätskontrolle von Webseiten

Es gibt einen Unterschied zwischen den Kriterien für Webseiten, die genutzt werden und solchen, die selbst erstellt werden. Letztere sind wesentlich umfangreicher. Zunächst also die Kriterien, die zum direkten Arbeiten mit Webseiten erfüllt sein müssen. Sie sind in 5 Kategorien unterteilt:

Zitierbarkeit

  1. Autor
  2. Titel
  3. Thema
  4. Erstellungsdatum (Die ersten vier Kriterien braucht man unbedingt, um zitieren zu können. Die beiden letzten sollen die Qualität des Beitrags prüfen.)
  5. Update-Datum (um die Aktualität des Beitrags abschätzen zu können)
  6. Qualifikation des Autors (um seine Zuverlässigkeit zu prüfen)

Layout

  1. Browseroptimierung
  2. Handhabbarkeit/Übersicht
  3. Navigation
  4. Opt. Ansprechbarkeit
  5. Bildqualität

Eine Webseite ist ein multimediales und visuelles Medium. Dementsprechend sollte sie benutzt und optimiert werden. Besonders wichtig sind eine übersichtliche Navigation mit deren Hilfe man sich nicht auf der Seite verliert, die Bildqualität und die opt. Ansprechbarkeit.

Inhalt

  1. Kurze Einleitung (damit der Leser weiß, was ihn erwartet, ohne durch die Webseite blättern zu müssen.)
  2. Inhaltsverzeichnis

Wissenschaftlichkeit

  1. Quellen
  2. Bibliographie
  3. ggf. konträre Positionen

Hier gilt das gleiche wie bei jedem Buch. Die Aussagen müssen durch Belege gestützt werden. Dazu lassen sich Originalquellen besonders gut nutzen, da man diese auf die Webseite legen kann. Hier gilt immer zu bedenken, dass ein Copyright 70 Jahre nach Tod des Autors erlischt. Dann dürfen auch Buchquellen auf einer Webseite veröffentlicht werden (siehe Google books).

Kontakt

  1. Webmaster
  2. Impressum

Es sollte immer eine Möglichkeit geben den Webmaster für Rückfragen o.ä. zu kontaktieren.

Erstellen eigener Seiten

Es würde zu weit führen an dieser Stelle ein komplettes Handbuch für Webdesign zu schreiben. Daher nur einige Tipps und ein Literaturvorschlag. Zunächst müssen die oben genannten Kriterien berücksichtigt werden. Ein sehr wichtiges Kriterium ist darin das Layout. Ganz wichtig ist eine übersichtliche Navigation. Daneben jedoch ist die Farbwahl entscheidend. Grundsätzlich gilt:

  1. Dunkle Schrift auf hellem Grund ist am besten lesbar.
  2. Weniger bunt ist mehr.
  3. Bedenken Sie, dass es Menschen mit rot/grün Schwäche gibt.
  4. Die Qualität der visuellen Medien (Bilder, Filme, Podcasts etc.) muss gut sein. Lange Ladezeiten sollten vermieden werden. Für Bilder bieten sich Thumbnails oder Bilder mit einer geringen Auflösung an, die durch Anklicken vergrößert werden können.
  5. Zu viel Schrift auf einer Seite zwingt den Leser zum scrollen. Nach Möglichkeit nicht mehr Text als auf einen Bildschirm passt.

Unerlässlich ist es sich vor Beginn der Webseiten-Gestaltung ein Konzept zu überlegen. Es gibt natürlich noch mehr Kriterien zu beachten. Sie wurden von Patrick Lynch und Sarah Horton im Webstyleguide dokumentiert [2] --hfrings 10:56, 8. Aug 2008 (CEST)Frings

Historikerportale

Es gibt einige Portale für Historiker, die bei Literatur- und anderen Recherchen unbedingt Beachtung finden sollten. Das älteste aller Portale ist das H-Net[3], welches bereits in den 80ger Jahren in den USA entstanden ist und seine Informationen per Mailinglisten verbreitete. Das hat sich bis heute nicht geändert, wurde jedoch durch viele weitere Dienste erweitert. Daraus hat sich in Deutschland das Portal H-Soz-u-Kult [4] entwickelt, welches von der HU Berlin betreut wird. Ebenfalls von der HU Berlin ins Leben gerufen wurde clio online [5]. Im folgenden wird kurz beschrieben was diese Portale bieten. Wie mit ihnen umgegangen wird muss auf dem jeweiligen Portal selbst nach gelesen werden. Bei den meisten ist es selbsterklärend.

H-Net[6]

Wie bereits erwähnt ist das H-Net die älteste Einrichtung für Geisteswissenschaftler. H-Net bietet wissenschaftliche Essays, Diskussionen durch Mailinglisten, Podcasts und vieles mehr. Vor allem ist H-Net aber international. Hier arbeiten Wissenschaftler aus aller Welt mit und veröffentlichen eigene Arbeiten, Rezensionen etc. Über die Mailinglisten wird nach wie vor rege über alle möglichen historischen, literarischen, soziologischen usw. Themen wissenschaftlich diskutiert.

H-Soz-u-Kult[7]

Das deutsche Equivalent zu H-Net ist H-Soz-u-Kult. Es bietet Rezensionen von Büchern, Webseiten, CD-Roms und Berichte von Tagungen (wie H-Net auch) zu historischen Themen. Des Weiteren gibt es eine Jobbörse für Geisteswissenschaftler und einen Wohnungsmarkt. Auch Doktorandenstellen werden hier ausgeschreiben. Rezensieren kann übrigens jeder, der sich registrieren lässt. H-Soz-u-Kult bietet einen guten Einblick in das aktuelle Geschehen in der historischen wissenschaftlichen Landschaft.

Clio Online [8]

Clio Online wird ebenfalls von der HU Berlin verwaltet, bietet aber viel mehr als H-Soz-u-Kult. Clio bietet eine Datenbank, die nach verschiedenen Gesichtspunkten zu historischen Themen durchsucht werden kann und auf online verfügbare Inhalte verweist. Die Fülle der hier angebotenen Informationen ist sehr groß und man muss etwas Zeit und Geduld aufwenden, um sich in die Systematik einzuarbeiten. Dann jedoch bietet Clio zuverlässige, online publizierte Quellen und ist damit im digitalen Zeitalter unverzichtbar. Die hier verlinkten Seiten zu Projekten, Texten usw. sind alle geprüft und daher auch für wissenschaftliche Arbeiten benutzbar.

Historicum-net [9]

Historicum wird von der bayerischen Staatsbibliothek betreut und bietet Texte zu unterschiedlichen Themen, die hauptsächlich der Frühen Neuzeit und Neuzeit zugeordnet werden. Dieser Themenkomplex wird stetig ausgebaut. Die Themen reichen von Hexenverfolgung über Napoleon Bonaparte bis zum Bombenkrieg und internationaler Geschichte. Ergänzt wird das Angebot durch das Rezensionsjournal sehepunkte [10] und das Onlinejournal zeitenblicke [11], dessen Schwerpunkt auf der Frühen Neuzeit liegt. Zeitenblicke ist ein Open Access Journal, das sich der Berlin Declaration [12] verbunden hat. Das heisst, die Texte sind für jedermann kostenlos benutzbar.hfrings 16:27, 16. Sep 2008 (CEST)

Blogs

Das Weblog (von Logbuch, daher DAS) ist ein Online-Tagebuch. Weblogs dienen dazu die Gedanken der Schreiber abzubilden. Sie werden aber auch gerne als private Nachrichtenportale genutzt in der Form, dass in Blogs Interessantes vorgestellt wird. Rege besuchte Blogs bieten zu vielen Themen Diskussionen. Warum ein Blog schreiben? Gerade für Studenten bieten Blogs die Möglichkeit die eigenen Schreibkompetenzen zu trainieren. Auch kann der Schreiber eines Blogs lernen seine Gedanken strukturiert aufs "Papier" zu bringen und diese von Anderen kommentieren zu lassen.

Es gibt sehr gute Blogs für Historiker. Allen voran schreitet der Histnet-Blog [13] der Universität Basel, der von Peter Haber und Jan Hodel betrieben wird. Hier gibt es nicht nur viele Diskussionen rund um die Themen E-Learning und Neue Medien, sondern es werden auch jeden Monat neue interessante Blogs von und für Historiker und Interessierte vorgestellt.

Ein weiteres gutes Beispiel sind die Chronologs [14] von der Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH. Hier schreiben Historiker und Archäologen zu bestimmten Fachgebieten.

Falls konkret Blogs zu ganz bestimmten Themen gesucht werden, gibt es die Möglichkeit bei Technorati [15] zu suchen. Die Suche ist manchmal nicht ganz einfach, da es hier ca. eine Million Blogs zu allen möglichen Themen gibt. Stöbern lohnt sich jedoch.

Gerade Blogs von Historikern bieten oft gute Anhaltspunkte für weiter führende Literatur und neue Ansatzpunkte. Daher kann es lohnenswert sein auch in Blogs zu suchen.

Literaturdienste

Neben den oben genannten Portalen, Blogs und Ähnlichem gibt es die Möglichkeit konkret nach Literatur zu suchen. Es gibt verschiedene Datenbanken, die nicht nur Literatur angeben, sondern diese auch Open Access zugänglich machen. Sie sind grundsätzlich für jeden erreichbar, nur nicht immer kostenlos. Das sind sie meistens nur, wenn sich der Benutzer über die Universität einloggt, die eine Lizenz für die Benutzung des Portals besitzt. An dieser Stelle seien einige genannt:

Jstor [16]

Jstor ist ein Online-Archiv, das sich die Vernetzung von Wissen auf die Fahnen geschrieben hat. Dies soll einen internationalen Dialog unter den Wissenschaftlern fördern. Jstors Archiv bietet eine Sammlung von über Tausend Fachzeitschriften der Geisteswissenschaften sowie Monographien. Das gesamte Archiv ist Volltext-durchsuchbar. Die neuesten Journale der letzten 3-5 Jahre sind nicht erhältlich, es ist jedoch möglich die Titel zu durchsuchen. Von dort gibt es Verlinkungen zu den jeweiligen Journalen. Die neueren Artikel können aber kostenpflichtig sein.

MUSE [17]

MUSE ist eine Kollaboration von Bibliotheken und Herausgebern, die 1993 gegründet wurde. MUSE bietet Zugang zu Volltexten diverser Fachzeitschriften, Journale u.Ä. Zur Zeit ist MUSE nur von Institutionen benutzbar. Außerdem bietet MUSE Zugang zu Volltexten von bekannten universitären Journalen und Institutionen. MUSE unterstützt Open Access indem es auch Zugang zu über Hundert Non-Profit Journalen bietet.

Perspectivia [18]

Perspectivia ist eine vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) geförderte Publikationsplattform, die frei zugängliche Publikationen der deutschen Geisteswissenschaften und ihrer Auslandsinstitute und Partnerinstitutionen bietet. Dazu gehören die retrodigitalisierte Fachzeitschrift "Francia" des Deutschen Historischen Instituts in Paris sowie ausgewählten Tagungsbänden. Das Angebot ist erst im Oktober 2008 online gegangen. Das Angebot wird weiter ausgebaut.


hfrings 11:20, 5. Aug 2008 (CEST)Frings