Jäger

Aus LernWerkstatt Geschichte
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Jäger entstehen vereinzelt im 17. Jahrhundert, als echte Truppengattung im 18. Jahrhundert.

Die Schlachten dieser Epoche wurden vor allem in der Lineartaktik geführt. Die Musketen der Epoche schossen sehr ungenau, waren aber leicht zu produzieren und schnell zu laden. Um den Nachteil der Ungenauigkeit auszugleichen, wurden sie massenweise in einer Feuerlinie eingesetzt.

Es gab durchaus bereits sehr genau schießende Gewehre mit gezogenem Lauf. Diese waren allerdings teuer in der Produktion, kompliziert und umständlich zu laden und aufwändig in der Wartung. Für den Massengebrauch waren sie damit ungeeignet, aber kleine Einheiten qualifizierter Soldaten konnte man damit ausrüsten. Weil diese Gewehre als Jagdgewehre bereits lange im zivilen Einsatz waren, rekrutierte man für diese Einheiten Jäger und Forstleute, die den Umgang mit diesen gezogenen Gewehren bereits kannten.

Taktisch konnten diese auch militärisch nun Jäger genannten Einheiten für Spezialaufgaben verwendet werden, in denen gezieltes Feuer von Vorteil war - etwa beim schnellen Besetzen und Halten von Brücken, Pässen und Gebäuden gegen ebenfalls schwache Kräfte. Außerdem konnte das gezielte Feuer beim Plänkeln eingesetzt werden und es konnte auch während der Schlacht genutzt werden, um parallel zum massenhaften Musketenfeuer gegnerische Offiziere auszuschalten.

Die Jäger unterschieden als sich deutlich von der Linieninfanterie. Weil ihre Kampfesweise notwendigerweise freier und aufgelockerter sein musste, wurden sie bewusst weniger der rigiden Disziplin unterworfen. Dies schlug sich in einer selbstbewussten Mentalität nieder, welche wiederum trug zu einer Fremdwahrnehmung als "Elite" beitrug.

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Mit den Veränderungen der Taktik weg von der Linie hin zum aufgelösten Gefecht und mit dem massenweisen Einsatz gezogener Gewehre verloren die Jäger auf dem Schlachtfeld ihre alten Alleinstellungsmerkmale gegenüber der normalen Infanterie. Die Jägertruppe konzentrierte sich auf besonders schwierige, infanteristische Szenarien (Waldkampf, Gebrigskampf (nicht alpin), Stadtkampf) und modernisierte so ihre Legitimation. Die Truppengattung der Jäger auch heute noch, allerdings teilt sie viele ihrer ursprünglichen taktischen Aufgaben mittlerweile mit anderen Truppengattungen.

Der besondere soziale Status der Jäger nahm allerdings seit der inneren Homogenisierung der Armeen im 19. und 20. Jahrhundert drastisch ab.

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