Kavallerie

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Die Kavallerie ist eine der drei klassischen Truppengattungen, neben Artillerie und Infanterie. Mit Kavallerie werden im allgemeinen Sprachgebrauch alle zu Pferde kämpfenden Personen bezeichnet. Diese Bezeichnung ist im militärhistorischen Fachgebrauch jedoch unzureichend.

Hier werden mit dem Begriff Kavallerie alle diejenigen zu Pferd kämpfenden Personen bezeichnet, die:

  • eine innere Kohäsion aufweisen
  • sich einer Disziplin unterwerfen
  • einer erkennbaren Führung unterliegen
  • als Folge dieser Punkte taktisch agieren können.

Kavallerie im modernen Sinne kommt in Europa im 16. Jahrhundert auf. Diverse Panzerreiterformationen des Spätmittelalters können als Protokavallerie gelten, aber erst im 16. Jahrhundert verändert die Reiterei in Reaktion auf die aufkommenden Gewalthaufen ihre Kampfweise und Struktur so nachhaltig und umfassend, dass sie als moderne Kavallerie gelten kann.

In verschiedenen Epochen wird in schwere und leichte Kavallerie unterschieden. Die leichte Kavallerie umfasst dabei stets Soldaten, die sich auf taktischer und operativer Ebene einer flexiblen, oftmals überfallartigen Kampfführung bedienen (Guerilla, Partisanen, Kleiner Krieg, Raid, Plänkeln). Zu diesem Zweck führten sie zumeist wenig und/oder besonders leicht konstruierte Ausrüstung mit sich. Vor allem aber waren ihre Pferde ob dieses Aufgabengebietes leichter, wendiger und ausdauernder gezüchtet als die der schweren Kavallerie.

Die schwere Kavallerie hingegen bezeichnete die in der jeweiligen Epoche eingesetzte "Normal"kavallerie für offene Feldschlachten. Diese konnten aufgrund logistischer Anbindung schwerere Ausrüstung und Bewaffnung mitführen. Vor allem aber waren ihre Pferde sehr schwer - sie wurden nämlich primär auf Muskelmasse gezüchtet, um einen maximalen psychologischen (durch optischen und akustischen Eindruck) und kinetischen Impetus (durch Geschwindigkeit und Gewicht) zu erzeugen.

Formen frühneuzeitlicher schwerer Kavallerie:

Kavallerie.jpg

Figur 1: Lanzierer
Figur 2: Kürassiere
Figur 3: Arkebusenreiter
Figur 4: Dragoner
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