Kirchenbuchanalyse

Aus LernWerkstatt Geschichte
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Probleme beim Verfassen einer Kirchenbuchanalyse

Melanie Köster, Florian Grumblies

Vorbemerkung: Die Aufgabe bestand darin, die komplexen Anforderungen an die Analyse eines Kirchenbuchs in Form eines Dialogs zu vermitteln.

Szene 1: Historisches Seminar der Universität Hannover; Sitzung des Seminars zur Erforschung des ländlichen Lebens im Raum Celle um das Jahr 1700

A: Irgendwie finde ich, daß die Verordnungen des Landesherrn nur bedingt das bäuerliche Leben widerspiegeln. Eigentlich bilden sie doch nur die Reaktion der Obrigkeit auf Verhaltensweisen der Untertanen, die nicht den sozialdisziplinierenden Ansätzen der Herrschaft entsprechen und sind somit nur aus der Sicht der staatstragenden Elemente (Adel, Beamtenschaft, Militär) entstanden. Das Alltagsleben in einem Dorf im Raum Celle wird hierdurch nur in einem winzigen Ausschnitt wieder gegeben. Für meine Begriffe somit ohne weitere Quellen ungenügend.

B: Ich stimme dir zu. Ein anderer möglicher Lieferant ist doch aber die registerförmige Quelle, die wir vom Dorf Beedenbostel aus dem Jahr 1665 haben.1 Auf ihr ist doch vermerkt, welcher Hof zu welchem Grundherrn gehört und weitere Angaben über Größe Fläche, Ertrag und Typ des Hofes. Ich finde, das ist doch schon mal etwas wert. Immerhin sind hier ja auch die Familiennamen, mit denen man weiterarbeiten kann. Ich gebe zu, es ist nicht ausreichend, um das Leben vor 350 Jahren darzustellen, aber immerhin ein Einblick in die dörfliche Struktur eines Ortes.

A: Schön, wir kennen jetzt also ein paar Familiennamen, wissen welcher Bauer auf welchem Hof saß, wie seine Abgaben und sein Viehbestand war und seine Einkünfte an Naturalien. Trotzdem wissen wir nur den Vornamen und den Familiennamen des Bauern auf der Hofstelle, haben über seine sonstigen Lebensumstände aber keine weiteren Informationen. Auch seine Restfamilie bleibt völlig im Dunkeln, denn wir haben keine Informationen oder Quelle über seine Kinder, seine Frau und die Eltern. Auch die Knechte und Mägde tauchen in dieser Quelle nicht auf. Auch über die verwandtschaftlichen Verbindungen innerhalb der Dorfgemeinschaft erfahren wir rein gar nichts. Die anderen Personen des Dorflebens wie der Küster und der Pfarrer werden auch nur kurz erwähnt.

B: Als Einstieg halte ich diese Quelle hingegen für sehr brauchbar, aber natürlich nicht für ausreichend. Mögliche weitere Quellen über das Leben im Dorf Beedenbostel erhält man u.a. durch Gerichts- und Amtsakten, Reiseberichte, Tagebücher oder Kirchenbücher.

A: Gerichts- und Amtsakten spiegeln doch das Leben in Beedenbostel nur wider aus der Sicht der Verwaltungsbeamten oder sind nur durch Mißstände geprägte Schilderungen des Alltags. Reiseberichte oder Tagebücher aus dem Zeitraum dürften schwerlich vorhanden sein bei dem niedrigen Alphabetisierungsgrad der Dorfbewohner. Ein Tagebuch wäre natürlich perfekt, aber leider ist mir keins aus Beedenbostel bekannt. Die Idee mit den Kirchenbüchern müßte doch klappen. Sammeln nicht die jeweiligen Landeskirchen die Kirchenbücher ihrer Gemeinden und stellen sie Historikern, Familienforschern und Interessierten zur Verfügung?

B: Ja klar. Vielleicht gelingt es uns mit den Angaben der Pastoren in den Kirchenbüchern eine Familienrekonstruktion für wenigstens einige Familien. Soweit ich weiß, wurden von den Pastoren ja drei verschieden Bücher geführt, wo sie Geburten, Hochzeiten und Todesfälle chronologisch festhielten.

A: Ah, und du denkst, daß wir über die Namen in den jeweiligen Angaben eine Person eindeutig einer Hofstelle zuordnen können? Hoffentlich klappt es. Anhand der Daten können wir weiterhin auch das Heirats- und Sterbealter ablesen. Aussagen über die Anzahl von Kindern auf einem Hof werden hierdurch genauso möglich wie über die Kindersterblichkeit. Das verwandtschaftliche Geflecht läßt sich dann anhand etwaiger Taufpaten der Kinder und den Namen der Brautleute darstellen.

B: Und wenn mich nicht alles täuscht, haben die Pastoren doch auch immer die Todesursache angegeben, was uns über grassierende Krankheiten oder Unglücksfälle aufklären würde.

A: Jetzt brauchen wir nur noch einen zu untersuchenden Zeitraum. Ich denke, wir schauen erst mal die Regierungszeit Georg Wilhelms an und entscheiden dann, welchen Zeitrum für eine Rekonstruktion brauchen. Wir müssen ja auch nicht alle Familien detailliert rekonstruieren können, einige Beispiele reichen wohl auch.

B: Gut, dann betrachten wir doch erst mal die Jahre 1680-1705 des Kirchenbuchs von Beedenbostel und schauen, was die Quelle an Informationen für uns preisgibt. Ich denke auch, daß unser Professor uns eine Bescheinigung geben kann, damit wir die Quellen umsonst einsehen dürfen, denn normalerweise ist es recht teuer.

Szene 2: Kirchenbuchamt der ev. Kirche in Hannover; Archivraum

B: Puuhh!! Das hatte ich mir einfacher vorgestellt. Meine Vorstellung war, daß wir die Originalbücher in die Hand bekommen und nicht lediglich die abgefilmten Mikrofilme.

A: Tja, nicht immer kriegt man halt geschichtsträchtige Originale in die Hände. Was mir viel mehr Probleme bereitet, ist die vermaledeite Handschrift des Pastors. Kann kaum etwas entziffern, obwohl ich schon einige Akten aus dieser Zeit gelesen habe.

B: Der gute Pastor für unseren Zeitraum hieß übrigens Levin Brandes, sagt zumindest die Dorfchronik von Beedenbostel, die ich aus der Landesbibliothek ausgeliehen habe.

A: Na, ob der immer selber geschrieben hat, bezweifle ich ja. Immerhin sehe ich schon jetzt mehrere Schreibweisen für Orte des Kirchspiels oder Familiennamen. Auch die Schrift verändert sich bisweilen deutlich. Ob das durch Krankheit oder Kälte kommt, daß er vielleicht deswegen unterschiedlich geschrieben hat?

B: Mag sein. Oder er hat mit zunehmendem Alter seinen Küster die Eintragungen vornehmen lassen. Was mir viel mehr Probleme bereitet, ist, daß wir überhaupt nicht genau wissen, welche Orte alles zur Kirchengemeinde Beedenbostel gehörten. Es gibt hier nämlich mitnichten nur Eintragungen aus Beedenbostel, sondern auch aus Orten wie Lachendorf oder Jarnsen.

A: Ich glaube, da kann ich helfen. Im heutigen Gemeindebuch, welches hier im Amt ausliegt, steht, daß das Kirchspiel Beedenbostel aus 6 Orten zusammengesetzt ist.

B: Wir brauchen doch aber nur Daten aus Beedenbostel, der Rest ist für uns doch beinahe uninteressant, wenn wir die Familien rekonstruieren wollen. Im übrigen tauchen da Ortsnamen auf, die gar nicht zum Kirchspiel gehören sollten. Wir wissen auch nicht, ob diese Orte heute noch bestehen oder überhaupt jemals richtige Dörfer gewesen sind. Es könnte sich ja auch um einzelne Gehöfte gehandelt haben, die von den Bauern als bestimmter Ort definiert war.

A: Eines ist zumindest sicher, unsere Familienrekonstruktion ist unmöglich durchführbar. Unsere Hoffnung und unsere Vorstellung war ja, dass wir den Namen der Eltern bei den getauften Kindern vorfinden. Leider ist immer nur der Name des Vaters aufgezeichnet worden und nur in Ausnahmen der Name der Mutter. Bei den Todesanzeigen sieht es auch nicht besser aus. Die Namen von toten Kindern werden generell und die Vornamen von gestorbenen alten Frauen nur bedingt. Der Name desjenigen, welcher die Kinderleiche bestatten ließ, wird hingegen immer genannt und ist in fast allen Fällen der Vater des Kindes.

B: Das ist wirklich keine Grundlage für eine Familienstrukturanalyse von Beedenbostel. Warum hat der Pastor denn nicht auch die Namen der Mütter aufgeschrieben. Immerhin ist es schon in anderen Gemeinden üblich gewesen. Auch fehlende Taufpaten oder fehlende Kindsnamen sind merkwürdig. Haben die denn damals nicht korrekt gearbeitet oder warum wurden Frauen- und Kindernamen unterschlagen?? Hat es vielleicht, etwas mit der Frauenrolle in der damaligen Gesellschaft zu tun oder dem noch nicht zum Erwachsenen gewordenen Kind???

A: Keine Ahnung. Noch viel gravierender ist das Fehlen jeglicher Altersangaben bis auf unklare Äußerungen wie „alte Gruschenmutter“ oder „betagter frommer Mann“. Ich habe keine Ahnung, wie wir da eine vernünftige Angabe über das Sterbealter machen können. Die indirekte Methode – vom Geburtstag bis zum Todestag zu rechnen – funktioniert wahrscheinlich auch nur schwerlich. Jedenfalls waren die Leute damals nicht sehr kreativ und verwendeten fast immer die gleichen Namen, was eine eindeutige Zuordnung zu einem unmöglich macht. Derselbe Vorname wurde in der Familie für mehrere Generationen verwandt. Für die Zeitzeugen gab es wahrscheinlich keine Unterscheidungsschwierigkeiten, aber mit dem Abstand von über 300 Jahren ist es für mich zumindest nicht mehr klar nachvollziehbar.

B: Wie wir uns das vorgestellt haben, geht es wohl nicht. Laß‘ uns also lieber mal mit unserem Seminar darüber reden, was wir aus dieser Quelle noch herausholen können.

A: Hoffentlich haben wir danach eine gute Idee.

Szene 3.: Im Kirchenbuchamt; eine Woche später...

A: Also: Lass‘ uns den Zeitraum von 1680-1685 in eine Tabellenform bringen und anschließend anhand dieser Tabelle Aussagen über Auffälligkeiten, Kontinuitäten und die Bewohner Beedenbostels machen. B: Hört sich für mich ganz o.k. an. Bin mal gespannt, zu welchen Ergebnissen wir danach kommen. Immerhin müssen wir uns nicht 50 Jahre oder mehr mit der Handschrift und der Schriftform des damaligen Pastors auseinandersetzen.

A: Ich bin auch froh darüber, daß wir einen Laptop dabeihaben. So kennen wir wenigsten sofort die Daten eingeben und etwaige Fehler sofort und auch noch im Nachhinein korrigieren.

B: Irritierend ist nur, daß wir alle Daten der Quelle übernehmen werden und nicht nur die von Leuten aus Beedenbostel.

A: Es zeigt aber ein realistischeres Bild eines Kirchspiels in der Frühen Neuzeit. Immerhin können Entwicklungen und Einflüsse aus den anderen Orten das Leben in Beedenbostel bestimmt haben oder sie haben vielleicht ganz andere Geburts-, Todes- und Heiratszahlen. Aus meiner Sicht ein guter Einfall für Beedenbostel. Eine Grafik könnte ebenfalls eventuell auftretende Trends verdeutlichen und wäre auch nicht schlecht für unser Seminar.

B: Wir müssen aber bedenken, daß die absoluten Zahlen nicht groß genug sein werden, um eindeutige Aussagen machen zu können. Außerdem ist der Zeitraum viel zu eng begrenzt.

A: Schauen wir mal. Laß uns jetzt aber erst mal beginnen!

Szene 4. : Privatwohnung von A; kommunikative Auswertung der Tabelle

A: Endlich fertig. War auch eine Heidenarbeit das ganze Eingetippe in den Laptop.

B: Hat sich aber gelohnt. Schau dir doch mal die absoluten Zahlen und die ganzen Namen an.

A: Ja, eine ganze Menge Namen aus der registerförmigen Quelle tauchen auch in unserer Quelle auf. Zum Beispiel ein „Carsten Baarß“, der 1680 einen Jungen auf den Namen „Jürgen“ taufen läßt, findet sich auch in der anderen Quelle als Köter.

B: Interessant ist weiterhin, daß ein „Carsten Baarß“ anderthalb Jahre später noch ein Mädchen auf den Namen „Anna Ilsa“ taufen läßt und anscheinend Verwandte im Nachbarort „Botenfeld“ hat, weil dort ein „Lüdeke Baarß“ 1680 auch ein Kind taufen läßt.

A: Traurigerweise stirbt in Beedenbostel aber 1680 die „alte Baarßmutter“ und Heiligabend 1682 muß er sogar seine Frau beerdigen lassen.

B: Da muß der Mann mit seinen zwei kleinen Kindern ziemlich arm dran gewesen sein.

A: Ja, aber eine neue Frau hat er sich bis 1685 jedenfalls nicht gesucht, denn sein Name taucht nicht mehr auf. Hingegen ein „Heinrich Baarß“ traut sich 1685 und ehelicht die „Anna Giesen“ aus Beedenbostel. In welcher Beziehung er zu „Carsten Baarß“ steht, ist leider nicht ersichtlich.

B: Vermutlich sein Sohn, aber man weiß es ja leider nicht. Zum Beispiel ist auf unserer Registerquelle ein „Wilhelm Damman“ als „Halbhöfer“ verzeichnet, taucht in unserer Quelle jedoch nicht auf. Statt dessen ist im November 1680 von einem „Hanß Damman“ die Rede, der Vater eines Sohnes mit dem Namen „Wilhelm Ernst“ geworden ist und zusätzlich noch als „Häußling“ ausgewiesen ist. Pikanter weise hatte er knapp neun Monate zuvor erst „Anna Mißelhorn“ geehelicht. Wenn er aber nun ein „Häußling“ ist, was ist mit dem Halbhof geschehen? Oder hat er ihn etwa nicht geerbt?

A: Vielleicht sein Bruder, denn 1682 wird ein „Carsten Damman“ Vater einer Tochter und es gibt keine weitere Bemerkung zu seinem Status, wohingegen „Hanß Damman“ im selben Jahr wieder Vater wird – diesmal von einer Tochter – und wieder der Zusatz „Häußling“ verwendet wird.

B: Es gibt noch einen weiteren „Damman“ ohne zusätzliche Bemerkung, denn am 20. Juni 1684, zwei Monate nachdem „Carsten Damman“ wieder Vater geworden ist, läßt ein „Hinrich Damman“ seinen Sohn auf den Namen „Jürgen“ taufen. Vermutlich ist seine Ehefrau von der Geburt so geschwächt, daß sie zwei Monate später stirbt und elf Tage darauf auch das Söhnlein der Mutter ins Grab folgt. Ein schwerer Schicksalsschlag für ihn. Es verbleibt ihm jedoch zumindest sein Sohn „Wilhelm“, der bereits 1680 zur Welt gekommen ist.

A: Spannende Familiengeschichte. Fehlt jetzt nur noch die Information, welcher der beiden Brüder den Hof geerbt hat, ob sie ihn beide zusammen bewirtschafteten oder wie ihr Familienleben ansonsten geregelt war. Scheint mir ein Merkmal zu sein, daß die Verwandtschaftsbeziehungen zu den anderen Orten sehr eng waren, denn es gibt dieselben Familiennamen in fast allen Orten.

B: Interessant finde ich zudem, daß in den Angaben der Status „Häußling“ recht häufig auftaucht, Voll- oder Halbhöfe jedoch nicht erwähnt werden.

A: Klingt für mich nach gesellschaftlichem Stigma, denn ansonsten werden nur besondere Berufe wie Schuster, Müller, Küster, Pastor, Papiergeselle oder Lehrer aufgeführt...

B: ... mal abgesehen von den durchaus diffamierenden Bemerkungen wie Hure, Halunke, Schweinehirte (nein, war einfach eine Tätigkeitsbezeichnung – der Dozent) oder dem Nichtgebrauchen von Namen bei einquartierten Soldaten und deren Frauen.

A: Stichwort „Soldaten“... wir haben hier zumindest einen Hinweis auf Soldaten mindestens einer Einheit, die im Kirchspiel einquartiert war. Anscheinend waren Soldaten ein alltägliches Bild für die Bewohner von Beedenbostel und Umgebung, denn die Taufen von Soldatenkindern sind über den ganzen Berichtszeitraum verteilt. Wir haben Hinweise auf „Dragoner“ und den Namen des „Obristen Scheuster“. Man könnte jetzt nachprüfen, wie lange und welche Einheit in Beedenbostel einquartiert war und ob sie sogar Bewohner des Kirchspiels angeworben haben.

B: Könnte man in anderen Quellen. Bemerkenswert ist aber weiterhin, daß bei Beerdigungen häufig die Umschreibungen „gottesfürchtig“, „fromm“ oder „alte“ für einzelne Personen verwendet wurden. Auch wurde bei höhergestellten Personen, die beerdigt wurden, deutlich mehr ins Kirchenbuch geschrieben, als bei den normalen Bewohnern Beedenbostels.

A: Bei bessergestellten oder reisenden Personen wurden häufig bei Taufen auch biblische oder exotischere Namen verwendet als ansonsten in Beedenbostel üblich. Unser Pastor Levin Brandes zum Beispiel nannte seinen Sohn Balthasar.

B: Stimmt wohl, aber bei seinem zweiten Kind in unserem Bericht hatte er wohl kein Glück, denn er mußte es als „totgeborenes“ Kind beerdigen. Ein Zusatz der sich mehrmals in den Berichten finden läßt und auf erschwerte Lebensbedingungen für Mutter und Kind hindeutet.

A: Das ist keine Überraschung. Dass es in der frühen Neuzeit erhöhte Sterblichkeitsraten bei Säuglingen und Kindern gab war doch bekannt. Außerdem kamen auch viele Frauen bei der Geburt eines Kindes um.

B: Stimmt. Schade ist nur, dass in den Kirchenbüchern bei Taufen niemals der Name der Mutter genannt wird. Stets heißt es nur „Carsten Baarß oder ein anderer lässt ein Söhnlein/ Töchterlein taufen“. Ich hatte gehofft, anhand der Kirchenbucheinträge einige Familien rekonstruieren zu können.

A: Das wird schwierig.

B: Wir haben einige interessante Einträge gelesen, die auf interessante Familiengeschichten hinweisen, das können wir so nicht weiter verfolgen. Außerdem hätte mich interessiert in welchem Alter die Beedenbosteler so geheiratet haben und wie viele Kinder sie so im Durchschnitt bekamen.

A: Man hätte ganz neue Einblicke in das Familienleben in der Frühen Neuzeit gewinnen können. Aber leider sind die Kirchenbucheinträge nicht ausführlich genug. Unser Pastor Levin Brandes hat wohl nicht allzu viel Wert auf die genaue Führung seiner Kirchenbücher gelegt.

B: Wohl eher nicht. Scheinbar gab es damals noch keine Richtlinien an die er sich zu halten hatte. Ich bin echt ein bisschen enttäuscht. Ich hatte mir von der mühsamen Auswertung mehr Ergebnisse erhofft.

A: Na ja. Umsonst war die Auswertung trotzdem nicht. Wir haben trotzdem interessante Ergebnisse erzielt. Wir können etwas über die Trends in der Taufnamengebung in Beedenbostel sagen. Die Erkenntnis, dass unser Pastor wohl eher schlampig bei der Führung seiner Kirchenbücher war ist doch auch etwas. Außerdem haben wir ja doch einige, wenn auch wenige, Eindrücke von dem Familienleben in der Zeit gewonnen.

B: Du hast ja Recht. Nicht zuletzt kann ich jetzt die alten Schriften besser lesen. Das ist schließlich auch ein Erfolg.


Zurück zu Celle um 1700