Kohäsion

Aus LernWerkstatt Geschichte
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bezeichnet ein Erklärungsmodell für den inneren moralischen und sozialen Zusammenhalt einer kämpfenden Einheit, ihre inneren Bindungen.

Diese Kohäsion kann durch bestimmte Faktoren aufgebaut werden (persönliche Sympathie, langfristiges gemeinsames Dienen/Kämpfen, gezielte Ausbildungsmaßnahmen (Gruppenlob/Gruppentadel), gleiche Herkunft etc.).

Während eines Feldzuges baut sich die Kohäsion im Regelfall ab (Verluste und Ersatzleute lösen die bekannte Konstellation auf, äußere Einflüsse wie Hunger, Witterung, Krankheiten, Schlafmangel zehren an den Individuen und an ihren Bindungen).

Dies findet besonders drastisch während Gefechten statt. Löst sich die Kohäsion gänzlich, so zerbricht die Einheit und ergibt sich oder flieht.

Überstehen Einheiten Gefechte und Krisen, so trägt diese Erfahrung oft wiederum positiv zur Kohäsion bei - jedoch wiegt dieser Prozess selten den vorherigen Abbau der Kohäsion auf.

Grundlegender Aufsatz für dieses Modell ist bis heute Cohesion and Disintegration in the Wehrmacht in World War II von Edward A. Shils und Morris Janowitz, 1948.


Sea Trials.jpg

Amerikanische Soldaten bei einer Übung zur Steigerung der Gruppenkohäsion durch gemeinsame Extrembelastung

Zurück zum Glossar