Landsknecht

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Sammelbegriff für oberdeutsche Söldner, die im von ca. 1480 bis in das 17. Jahrhundert hinein in ganze Europa im Einsatz waren. Landsknechte kämpften zu Fuß und in so genannten Gewalthaufen.

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Landsknechte rekrutierten sich mit Masse zwar aus den unteren Schichten der Gesellschaft, waren aber entgegen verbreiteter Legenden keinesfalls eine Ansammlung von Kriminellen. Außerdem verdingten sich auch Bürger und Adelige als Landsknechte, wobei diese Gruppen eher die mittleren Funktionsposten bzw. die Führung der Landsknechtsverbände stellten.

Die Landsknechte wurden als soziale Außenseiter in der Ständeordnung wahrgenommen und pflegten dieses Image auch ihrerseits aktiv durch absurde Kleidung, übertriebenes Auftreten und ein Kokettieren mit der eigenen Tätigkeit. Die gesellschaftlichen Reaktionen auf dieses Verhalten lagen in einem Spannungsfeld aus Abscheu und Faszination. Nach innen diente eine Art "Ordensideologie" dem inneren Zusammenhalt.

Standard bearer fighting against five landsknechts.jpg

Für Landsknechte war der Kriegsdienst eine kommerzielle Erwerbstätigkeit, die auf Verträgen basierte und ihre Individualität nicht antastete. Das Ende der Landsknechte ist daher auch weniger militärisch festmachbar (ihre Kampfesweise bleibt erhalten), als vielmehr politisch, sozial und ökonomisch: Im 17. Jahrhundert monopolisieren und regulieren die Staaten den Krieg. Statt punktuell freie Individuen als Söldner vertraglich anzuwerben, nehmen sie nun Männer als "Soldaten" dauerhaft und streng diszipliniert in einDienstverhältnis. Das Phänomen des freien Kriegsdienstleisters endet dadurch.


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