MA Genealogie

Aus LernWerkstatt Geschichte
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Einführendes

Neben Raum und Zeit ist der Mensch für die Geschichte eine Voraussetzung. Der Mensch ist Träger der Geschichte und eben mit diesen biologischen und verwandtschaftlichen Verhältnissen dieser Träger der Geschichte beschäftigt sich die Genealogie. Hingegen untersucht sie nicht eine zahlenmäßige oder soziale Zusammensetzung der Bevölkerung, wie es in der Bevölkerungsgeschichte geschieht und auch nicht einzelne Personen und deren Biographie.

Es existieren zwei Verfahrensweisen in der Genealogie:

  • zeitlich rückwärts schreitend und damit die Vorfahrenschaft erforschend
  • zeitlich vorwärts schreitend und damit die Nachfahrenschaft erforschend

Dabei sollten Sie sich zwei Begriffe merken:

  • agnatisch (Blutsverwandtschaft im Mannesstamm)
  • kognatisch (Blutsverwandtschaft im Weibesstamm)

Dementsprechend gibt es auch zwei verschiedene tabellarische Darstellungssysteme:

  • Ahnentafel (Darstellung der Aszendenz)
  • Nachfahrentafel (Darstellung der Deszendenz)

Ahnenforschung und Formen der Ahnentafel

  • ausgehend von dem biologischen Gesetz, dass jeder Mensch zwei Elternpersonen besitzt
  • diese drei bilden eine genealogische Einheit oder Familie
  • die symmetrische Ahnentafel geht von der Grundzahl zwei und deren Potenzen aus
  • gerechnet wird in Generationen (eine Generation entspricht ca. 30 Jahren)
  • für Geschlechter und Personen unterer und mittlerer Schichten ist eine 64er Ahnenreihe häufig die letzte
  • für adelige Schichten geht die Vollständigkeit der Ahnenreihe oft bis in die 11. oder gar 12. Generation (1024 oder 2048 Ahnen)
  • es können sich auch Lücken ergeben, die sich vielleicht nicht schließen lassen

Nachkommenforschung. Nachfahrentafel und Stammtafel

  • die Nachkommenschaft steht nicht unter einer mathematischen Gesetzmäßigkeit, weil deren Vollständigkeit ohnehin in den wenigsten Fällen zu erreichen ist
  • zur Erfassung von erbbiologischen Sachverhalten sind Nachfahrentafeln wichtig
  • meist wird die Nachfahrentafel genutzt, um dynastische Erbansprüche nachzuweisen
  • die Stammtafel ist die wesentlichste und häufigste Darstellung von genealogischen Tatbeständen
  • sie verfolgt den Stamm eines Mannes und dessen Namen
  • Probleme ergeben sich dann, wenn kein männlicher Nachfahre das Erbe antritt
  • hier liegen dann wiederum Unterschiede zwischen biologischem und historisch-genealogischem Geschehen
  • die Verwandtschaftstafel kann ebenfalls nur schwierig zu einer Vollständigkeit gelangen
  • sie ist jedoch gut dazu geeignet sozialgeschichtliche Zusammenhänge zu verdeutlichen