MA Historische Geographie

Aus LernWerkstatt Geschichte
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geschichte verlangt drei Grundvoraussetzungen:

  • den Raum
  • die Zeit
  • den Menschen

Die Historische Geographie beschäftigt sich mit dem Raum, in dem sich Geschichte abspielt, d.h. im geographischen Nebeneinander.

"Unter Historischer Geographie verstehen wir die geographische Untersuchung und Darstellung einzelner Erdräume in einzelnen Geschichtsperioden, und zwar in doppelter Hinsicht:

a) indem sie die Einwirkungen der natürlichen geographischen Gegebenheiten auf den Menschen und seine Handlungen, und

b) indem sie umgekehrt die Einwirkungen des Menschen auf die geographischen Gegebenheiten untersucht und darstellt." (Brandt, S. 23)


  • Historische Landschaftskunde: Entstehung und Wandlung einer Kulturlandschaft
  • Historische Siedlungskunde: Räumliche Verteilung der menschlichen Bevölkerung
  • Historisch-politische Geographie: Aufteilung der Erdoberfläche nach politischen Gegebenheiten


Grundlage für die räumliche Einteilung und damit für die Historische Geographie ist die Topographie (topos = der Ort). Hierbei spielen die drei "R" als Erkennungsmerkmale eine wichtige Rolle (Ranges, Rivers, Roads = Berge, Gewässer, Straßen). Zu den topographischen Sachverhalten gehört allerdings auch die Erforschung und Darstellung von Fauna und Flora sowie der Klimaverhältnisse.


1) Beschreibende Schilderung

Im Gegensatz zu einer Karte kann sich hier ein umfassenderes Gesamtbild der geschilderten Landschaft ergeben. Sie ist auch dann genauer, wenn es bei einer kartographischen Darstellung zu Überschneidungen führt, beispielsweise bei Überschneidungen von Herrschaftsformen.


2) Lexikalische Zusammenfassung

Diese ist unentbehrlich um alte Ortsnamen wiederzufinden, Landschaftsnamen zugeordnet werden müssen und eine schnelle Identifizierung vonnöten ist.


3) Kartographie

Vorteil einer Karte ist, dass sie anschaulich ist und einen ersten guten Eindruck von einer Landschaft oder einem Ort geben kann. Nachteilig wirkt sich allerdings ihre Ungenauigkeit aus (wie bereits unter 1) beschrieben. Mittels der Kartographie lassen sich jedoch gut einzelne Aspekte (z.B. die Ausdehnung des römischen Reiches, oder das Straßennetz Englands) zu einem bestimmten Zeitpunkt optisch wertvoll wiedergeben.