MA Numismatik

Aus LernWerkstatt Geschichte
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Eine weitere bedeutende Sachquelle des Mittelalters sind die Münzen. Durch sie können chronologische, personen-, kultur- und wirtschaftsgeschichtliche Hintergründe beleuchtet werden. Bei der Auswertung dieser Quelle können nahezu alle Bereiche des menschlichen Gemeinschaftslebens untersucht werden. Wo finden wir welche Art von Münzen, haben sie "große" Wanderungen hinter sich, etc. Mittels der Geldwanderungen können auch wirtschaftliche Beziehungen zwischen einzelnen Territorien überprüft werden. Als eigener Zweig hat sich inzwischen die Geldgeschichte als Zweigwissenschaft etabliert.

Numismatische Grundbegriffe:

1. Münzen, deren Wert unmittelbar auf ihrem Metallwert beruht oder beruhen soll, wird als Kurantgeld bezeichnet. Der Sachwert soll also dem Nennwert entsprechen.
2. Münzen, deren Wert nur auf Staatskredit beruht, d.h. Münzen, die von vornherein einen geringeren Sachwert besitzen, wird als Kreditgeld bezeichnet. Den Nennwert der Münze garantiert der Münzherr, meistens also der Staat.

Münzen wurden in der Regel geprägt, seltener gegossen. Die Prägung erfolgt durch einen Schlag mit einem Hammer auf einen feststehenden Unterstempel. Eine Ausnahme bilden hier die sogenannten Brakteaten (Hohlmünzen), die nur von der Vorderseite geprägt wurden. Das Prägen war stets die Aufgabe des Münzers (Münzmeisters). Dieser wurde vom Auftraggeber dazu befugt, Münzen zu prägen. Der Auftraggeber musste das Münzrecht besitzen, dieses gehört, z.B. neben dem Marktrecht, zu den Regalien.

Der Aufbau einer Münze hat sich auch bis ins 21. Jahrhundert nicht wesentlich verändert. Sie besteht noch immer aus Münzvorderseite (Avers) und Münzrückseite (Revers). Auf dem Avers ist meist der Münzherr in Form eines Kopfporträts oder Brustbildes abgelichtet (vgl. englische Münzen, beim EURO ist der Münzherr als Europakarte dargestellt). Auf dem Revers befindet sich im Mittelalter das Wappen oder eine Wappenfigur (vgl. bei der D-Mark den Bundesadler). Entscheidend ist auch, dass der Wert der Münze, die Münzstätte (inzwischen als Buchstabenkürzel angegeben) und meist zusätzlich der Münzherr in einem Schriftzug erkennbar ist.