MG Podcasts
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Inhaltsverzeichnis
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Vorlesungen aus dem Hause
In diesem Bereich werden Podcasts von Lehrenden des Historischen Seminars der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität gesammelt. Diese sind entweder Live-Mitschnitte von Vorlesungen oder aber extra aufgenommene Vorträge. Diese Podcasts werden mit kurzen Kommentaren und Literaturempfehlungen versehen, so dass Einstieg und weiterführendes Lernen erleichtert werden. Rückfragen an die Beiträger sind per e-mail möglich, die Adressen finden sich unter dieser Adresse.
Die Dateien sind als MP3s abgelegt. Es gibt zwei Möglichkeiten des Zugriffs.
1) Wenn Sie auf den Link rechtsklicken, können Sie die Datei lokal speichern und zu einem beliebigen Zeitpunkt mit einem Programm wie Winamp oder Foobar offline anhören. Sie können es dann auch auf ein portables Gerät (MP3-Player, iPod) überspielen.
2) Wenn Sie auf den Link linksklicken, wird Ihr Browser versuchen, die MP3-Datei abzuspielen. Je nach Einstellung Ihres Rechners wird dies vermutlich von Erfolg gekrönt sein; von Seiten der Lernwerkstatt jedenfalls sind diesem Verfahren keine Hindernisse vorgelegt.
"Blut für Gold" - Kriegerische Erwerbsarbeit von den Brabanzonen bis zu Blackwater (Ralf Raths, M.A.)
Einordnung
Der Podcast wurde mit dem Programm Audacity speziell aufgenommen. Die Vorlesung, auf dem dieser Podcast basiert, wurde am 20.05.2008 im Rahmen der Ringvorlesung "Arbeit in der Weltgeschichte" gehalten. Die Änderungen vom Vorlesungsskript zum Podcastskript sind nicht signifikant.
Inhalt
Der Vortrag zeichnet eine lange Linie des Söldnerwesens vom 12. bis zum 21. Jahrhundert, wobei Schwerpunkte im 16. und 21. Jahrhundert gesetzt werden.
Grundsätzlich wird hierzu ein Generationenmodell vertreten, dass verdeutlichen soll, dass die Nutzung von privaten Gewaltdienstleistern eher die Regel als die Ausnahme darstellte und dass das Aufkommen der Private Military Firms als sechste Söldnergeneration im 21. Jahrhundert in historischer Perspektive eine Rückkehr zur Normalität darstellt.
Dabei werden in diesem Modell aber die Unterschiede und Eigenheiten der einzelnen Generationen nicht zugunsten einer konstruierten Homogenität unter den Tisch gekehrt, sondern im Gegenteil deutlich hervorgehoben. Im Fazit ist es so möglich, durch einen Einordnung der sechs Söldnergenerationen allgemeine Aussagen über die Abhängigkeit der Ausprägungen des Söldnerwesens von politischen und ökonomischen Rahmenumständen zu machen.
Literatur
Es fehlt nach wie vor ein umfassendes wissenschaftliches Werk zum Söldnerwesen per se. Vom viel gelesenen "Mercenaries: Soldiers of Fortune, from Ancient Greece to Today's Private Military Companies" von Michael Lee Lanning ist unter allen Umständen abzuraten. (Vgl. zu den Gründen hier.)
Statt dessen sollte zu Einzelmonographien für jede Epoche des Söldnerwesens gegriffen werden. Empfehlenswerte Werke sind unter anderem:
- Einleitend sei unbedingt Michael Sikoras grundlegender Aufsatz "Söldner - historische Annäherung an einen Kriegertypus, in: Geschichte und Gesellschaft 29, 2003, Heft 2 [Themenheft: Der Krieger], S. 210-238".
- Für die modernen Private Military Firms Peter Singers "Corporate Warriors: The Rise of the Privatized Military Industry" mit einer ausgezeichneten Analyse und einem akzeptablen historischen Abriss. Nur bedingt zu empfehlen ist Rolf Uesselers "Krieg als Dienstleistung: Private Militärfirmen zerstören die Demokratie", das sich zu sehr in Allgemeinplätzen ergeht und zu wenig analysiert. Trotz des albern-reißerischen Titels sehr zu empfehlen ist Making a Killing: The Explosive Story of a Hired Gun in Iraq von James Ashcroft. In diesem autobiographischen Werk beschreibt der Autor seine Einsätze als Contractor für die britsche PMF Spartan. Das Buch hat nichts mit ähnlich betitelten glorifizierend-reißerischen Heftchen zu tun, sondern ist nicht nur inhaltlich überraschend kritisch und reflektiert, sondern auch noch angenehm lesbar. Es bildet somit eine Ausnahmequelle für die Erlebnisse von PMF-Contractors.
- Für die Hochzeit des Söldnerwesens im 16. Jahrhundert gibt es eine ganze Reihe von hervorragender Literatur. Stellevertretend und einführend seien hier Baumanns "Landsknechte" und (für eine waffenkundliche Perspektive) Quaas' "Das Handwerk der Landsknechte: Waffen und Bewaffnung zwischen 1500 und 1600" genannt.
- Für die freien Kompanien ist die Literaturlage recht begrenzt. Eher ereignisgeschichtlich oritentiert ist Kenneth Fowlers "Medieval Mercenaries: The great companies"; eher sozialgeschichtlich orientiert ist Peter Blastenbreis "Die Sforza und ihr Heer. Studien zur Struktur-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Söldnerwesens in der italienischen Frührenaissance".
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Der Podcast dauert 61 Minuten und ist 35MB groß Den Download-Link finden Sie hier.
Das Maschinengewehr als symbolischer Kristallisationspunkt der Modernisierung? (Ralf Raths, M.A.)
Einordnung
Der Podcast wurde mit dem Programm Audacity speziell aufgenommen. Der Vortrag wurde gehalten auf der Jahrestagung des Arbeitskreises Militärgeschichte im Deutschen Historischen Museum am 25.10.2007-27.10.2007, Berlin. Der Titel der Tagung lautete "Die Waffe als militärisches Instrument und Symbol". Die hier präsentierte Version ist im Gegensatz zu gehaltenen Vortragsversion ca. 20min länger.
Inhalt
Die Erfindung des modernen Maschinengewehrs stellte die Militärs des ausgehenden 19. Jahrhunderts vor ein ernstes Problem: Die neue Waffe musste wahrgenommen, begriffen, eingeschätzt und adäquat in die militärischen Strukturen eingebaut werden. Die Erfindung einer Gewehrmaschine ist also eine sehr konkrete Manifestation der Herausforderungen der Modernisierung, der sich die europäischen Militärs dieses Zeitraumes gegenüber sahen.
Im Allgemeinen wird herrscht bezüglich dieses Prozesses das Bild vor, dass die Militärs nicht in der Lage und/oder willens gewesen seine, die Waffe richtig zu begriefen und einzusetzen - eine Fehlleistung, die in den verheerenden Frontalangriffen des Ersten Weltkrieges ihren sinnlosen Klimax fand.
Der Podcast untersucht die Entwicklung des MGs bis zum Ersten Weltkrieg und die damit zusammenhängenden Entscheidungsprozesse der deutschen militärischen Eliten auf die Stichhaltigkeit dieses Bildes hin und kommt zum Schluss, dass die Inkorporation dieser neuen Waffe durchaus wesentlich differenzierter und fundierter diskutiert wurde, als gemeinhin angenommen.
Literatur
Sich einem komplexen historischen Thema wie Modernisierungsbewältigung über ein konkretes Objekt anzunähern, erfordert mehrpfadige Suchstrategien.
- Pfad 1 - Technikgeschichte: Wie komplex die Fragestellung auch ausfallen mag, ein Grundverständnis des konkreten Objektes Maschinengewehr ist unverzichtbar. Einen ausgezeichneten Einstieg bietet Wirtgen, Rolf: Geschichte und Technik der automatischen Waffen in Deutschland. Teil 1: Von den Anfängen bis 1871 (=Wehrtechnik und wissenschaftliche Waffenkunde, Band 1), Herford und Bonn 1987. Zeitlich weiterführende Literatur ist momentan nur aus unwissenschaftlichen bis problematischen Verlagen wie Motorbuch oder Podzun-Pallas zu beziehen. Diese sind primär technisch orientiert und neigen zu unkritischer und damit passiv (teilweise auch aktiv) glorifizierender Perspektive auf das Thema Militär und Krieg. Dennoch sind sie als Nachschlagewerk für die technischen Aspekte brauchbar.
- Pfad 2 - Sozialgeschichte: Gleichzeitig muss am anderen Ende der Skala betrachtet werden, wie die soziale Großgruppe Militär in dieser Phase ganz prinzipiell mit der Herausforderunng von neuer Technik umging. Als inhaltlicher Rahmen ist ein Grundverständnis der Modernisierungstheorien nützlich, vgl. hierzu Degele, Nina; Dries, Christian: Modernisierungstheorie, Oktober 2005. Zur Frage der Herausforderungen des europäischen Militärs durch die Modernisierung bietet sich als Einführung der ausgezeichnete Sammelband von Epkenhans, Michael; Groß, Gerhrad P.: Das Militär und der Aufbruch in die Moderne 1860 bis 1890, München 2003 Zur Konkretisierung am Beispiel des deutschen Militärs sind zwei Werke zu nennen: Zum einen Schulte, Bernd F.: Die deutsche Armee 1900 - 1914. Zwischen Beharren und Verändern, Düsseldorf 1977. Schultes Werk vertritt die zentrale These, dass die deutsche Armee in dieser Phase vor allem vom Ruhm vergangener Tage lebte und Veränderungen prinzipiell ablehnend gegenüber stand, vgl. JSTOR-Rezension. Im scharfer Abgrenzung dazu Raths, Ralf: Vom Massensturm zur Stoßtrupptaktik, Die deutsche Landkriegtaktik 1906 bis 1918 im Spiegel von Dienstvorschriften und Publizistik (= Einzelschriften zur Militärgeschichte, Band 44), Freiburg Ende 2009, das die progressiven Entwicklungslinien dieser Periode herausarbeitet.
- Pfad 3 - Verknüpfung beider Aspekte: Den Brückenschlag zwischen Technikgeschichte und Sozialgeschichte schaffte 1975 das Werk von Ellis, John: The Social History of the Machine Gun, Baltimore 1975. Ellis betrachtet das MG nicht als Objekt im luftleeren Raum. sondern ordnet es in Nutzungszusammenhänge ein, welche wiederum Rezeptionszusammenhänge erzeugen, die ihrerseits auf die Entscheidungen der Eliten bzgl. zukünftiger Nutzungen zurückwirken.
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Der Podcast dauert 41 Minuten und ist 25MB groß. Den Link finden sie hier.
Die militärische Transformation 1660-1710 (Ralf Raths, M.A.)
Einordnung
Der Podcast wurde mit dem Programm Audacity speziell aufgenommen. Die Vorlesung, auf dem dieser Podcast basiert, wurde im Sommersemester 2007 im Rahmen der Ringvorlesung "Gewalt in der Weltgeschichte" gehalten. Die Änderungen vom Vorlesungsskript zum Podcastskript sind mittelmäßig, da die Vorlesung frei gehalten wurde und der Podcast Monate später formuliert wurde, beides aber auf den gleichen Notizen basiert.
Inhalt
Die Periodisierung der Militärgeschichte unterscheidet sich teilweise deutlich von der allgemeinen Geschichte und umfasst damit Wendephasen, die außerhalb der Fachwelt weithin unbekannt sind. Der hier vorliegende Podcast befasst sich mit so einer Wendephase, nämlich der Entstehung des modernen Militärs am Ende des 17. Jahrhunderts. Der Vortrag betont, wie wenig die Kämpfer der anderthalb Jahrhunderte davor mit der modernen Vorstellung von Militär zu tun hatten, obwohl diese schon zur allgemeingeschichtlichen Phase der Frühen Neuzeit zählten und oftmals als "Soldaten" von den "Rittern" des Mittelalters abgehoben werden. (Wobei hier ohnehin beide Summierungen unakzeptabel vereinfachend sind)
Literatur
Die zeitlich weit ausholende und systematisch bewußt breite Perspektive fasst diverse Aspekte gebündelt zusammen, was es schwer macht, ähnlich präzise Literaturtips zu geben, wie es bei den anderen Podcasts der Fall ist. Einführend sollte unbedingt Tallett, Frank: War and Society in Early Modern Europe, 1495-1715, London 1995 gelesen werden - ein sehr breit angelegtes, aber doch präzise argumentierendes, gut lesbares und anregendes Buch.
Weiterführend bietet sich dann der Tagungsband von Kroener, Bernhard R.; Pröve, Ralf (Hrsg.): Krieg und Frieden : Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit, Paderborn 1996 an, dessen facettenreiche Themenauswahl die Vertiefung in einige der im Vortrag genannten Einzelaspekte ermöglicht.
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Der Podcast dauert 17 Minuten und ist 16MB groß Den Download-Link finden Sie hier.
Externe Beiträge
Vorlesungen der Berkeley University of California
- Sommersemester 2010:
Wintersemester 2009/2010:
- Wintersemester 2007:
- Sommersemester 2006/2007:
- US History: The Spanish American War
- US History: The Great War
- US History: WWII: The War Economy
- US History: WWII: Pacific Front
- US History: WWII: The Good War?
Vorträge des Foreign Policy Research Institute
Materials from Teaching Military History, Why and How: A History Institute for Teachers, 9/29-30/2007
Materials from What Students Need To Know About America’s Wars, Part I: 1622–1919: A History Institute for Teachers, July 26–27, 2008
The New York Military Affairs Symposium
Anderes
- Ein Vortrag des Historikers Robert M. Citino zur Entwicklung des Konzepts und Begriffes "Blitzkriegs".