Präsentationen(EDV)

Aus LernWerkstatt Geschichte
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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Werfen Sie den Begriff „Präsentationen“ in die Runde und fragen nach der ersten spontanen Assoziation, werden Sie wohl in acht von zehn Fällen als Antwort „Powerpoint“ bekommen. Powerpoint wird heute als Synonym für Präsentationssoftware benutzt und auch wenn man es selber gar nicht benutzt, sondern ein Konkurrenzprodukt bevorzugt, sagt man meist „Powerpoint" wenn man nach der Software gefragt wird, mit der man seinen Vortrag illustriert hat (vor allem dann, wenn man Diskussionen, warum man denn nicht Powerpoint benutzt habe vermeiden möchte). Dieser Artikel soll einige grundsätzliche Probleme im Umgang mit Powerpoint thematisieren, Ihnen aber auch zeigen, dass mit Präsentation noch etwas anderes gemeint sein kann, als Powerpoint. Sie werden sehen, dass man für eine einfache „Diashow“ kein Powerpoint benutzen muss (obwohl Sie dies natürlich können).

Kurzum, beim Begriff Powerpoint weiß (fast) jeder, was gemeint ist. Fast jeder Nutzer meint auch, mit eben jenem Programm eine „schöne“ Präsentation erstellen zu können, was in der Regel sogar stimmt (Schönheit liegt natürlich immer im Auge des jeweiligen Betrachters und ist somit schwer definierbar, "bunt" und "laut" geht aber immer ...). Eine ausgewogene und vor allem den mündlichen Vortrag angemessen unterstützende Präsentation zu erstellen gelingt weitaus weniger Anwendern; um wirklich gute Präsentationen erstellen zu können bedarf es mehr als des Lesens einer do/don´t-Liste, nämlich nicht zuletzt der praktischen Erfahrung. Deswegen sollen an dieser Stelle einige hilfreiche Hinweise zum effizienten Umgang mit Powerpoint und Präsentationssoftware allgemein und Hinweise auf weiterführende Literatur und Webseiten gegeben werden.

Grundsätzliches

Powerpoint bietet in den halbwegs aktuellen Versionen (ab ca. XP, besonders aber in der neuen Version 2007) so viele Möglichkeiten, eine Präsentation mit verschiedensten Stilmitteln zu illustrieren, dass selbst erfahrene Anwender kaum alle kennen dürften. Genau so groß wie die Anzahl der Effekte, die Powerpoint bietet ist aber auch die Gefahr, die Präsentation zu einer für die Zuschauer unerträglichen Ansammlung von in das Bild hineinhüpfenden und blinkenden Textzeilen zu machen. Denn:

  • Mit Powerpoint beeindruckt man niemanden mehr.

Was auch immer Sie an optischen und akustischen Geschützen auffahren, der Großteil des Plenums wird schnell gelangweilt abwinken, wenn auf jeder Folie die Überschrift krachend von oben links eingeflogen kommt.

  • Effekte kaschieren keinen schlechten Vortrag.

Siehe Regel 1; das wichtigste am Vortrag ist immer noch das gesprochene Wort. Ist der Referent schlecht vorbereitet und der Vortrag dementsprechend mangelhaft, hilft auch die „schönste“ Präsentation nichts. Umgekehrt ist es in der Regel bei weitem nicht so schlimm, wenn auch irritierend.

  • Verschachtelte Sätze über mindestens vier Zeilen sind eher kontraproduktiv ...

Eine Präsentation soll dem Plenum einen Roten Faden bieten, Sachverhalte illustrieren und veranschaulichen und ggf. zusammenfassen. Halten Sie deshalb den Textanteil auf ihren Folien so gering wie möglich und so ausführlich wie nötig; vermeiden Sie wo es geht ganze Sätze sondern arbeiten Sie mit prägnanten Stichpunkten. Als Anhaltspunkt gelten etwa 50 Wörter pro Folie, sind Zitate aufgeführt, dürfen es auch mal entsprechend mehr sein.

  • Denken Sie an Brillenträger.

Je nach der Größe des Raumes kann die hintere Reihe schon einmal 15 Meter von der Leinwand entfernt sitzen. Achten Sie deshalb auf angemessene Schriften und Schriftgrößen. In Hausarbeiten übliche Größen wie 12 Punkt sind für Präsentationen deutlich zu klein, Größe 18 aufwärts sollte es mindestens sein, Überschriften gerne auch größer. Wenn Sie auf kleinere Schriften nicht verzichten wollen, gönnen Sie den Zuschauern etwas höhere Zeilenabstände von 120 oder mehr Prozent.

  • Form und Farbe sollten aufeinander abgestimmt sein.

Schöne Hintergründe können eine Präsentation auflockern und das "gewisse Etwas" einer Präsentation ausmachen. Setzen Sie aber bitte keine hellgraue Schrift auf weißen Hintergrund oder gelbe Schrift auf violetten Hintergrund. Machen Sie es den Augen der Zuschauer einfach, sich auf das wesentliche der Präsentation zu konzentrieren: den Inhalt. Auch die Kombinationen blau/rot sowie grün/rot (häufige Farbfehlsichtigkeit) sind problematisch und sollten möglichst vermieden werden.

  • Eine Präsentation ist kein Daumenkino.

Hecheln Sie nicht mit höchstmöglicher Geschwindigkeit durch ihre Dutzende Folien. So bleibt beim Empfänger kaum etwas dauerhaft hängen. Als Faustregel gilt pro Folie etwa drei Minuten, bei Folien mit einzelnen Bildern ohne Text darf es auch mal weniger sein.

  • Tücken der Technik umgehen.

Jeder PC/jedes Notebook und jeder Beamer verhalten sich in der Kombination der Geräte anders. Sei es in der Bedienung der Programme in verschiedenen Versionen oder in der Ausgabe auf den Bildschirm und die Leinwand. Machen Sie sich deshalb frühzeitig mit der Bedienung der Geräte vor Ort vertraut um (sowohl für die Vortragende Person als auch für die Zuschauer/Zuhörer) nervenaufreibende und unangenehme Pausen während des Vortrags zu vermeiden. Soll die Präsentation in den Räumen des Historischen Seminars stattfinden, empfiehlt es sich, einige Tage vor dem Termin die nötigen Vorbereitungen zu treffen (Notebook reservieren, Schlüssel, Kabel usw.) und die entsprechenden den Geräten beiliegenden bzw. an den Multimediaschränken ausgehängten Bedienungshinweise zu beachten.

Nur Bilder und kein/wenig Text? Verzichten Sie auf Powerpoint!

Wenn Ihre Präsentation "nur" aus Bildern, Photos, Karten und ähnlichem besteht, sollten Sie nicht auf die recht schwerfälligen Microsoft Powerpoint oder OpenOffice Impress setzen, sondern auf einen der zum Teil kostenlosen Bildbetrachter wie IrfanView oder XNView ausweichen. Beide bieten eine einfache und schnelle Möglichkeit, sogenannte Slideshows aus mehreren Bilddateien zu erstellen. Dies ist wesentlich zeit- und platzsparender als für jedes Bild eine Folie in Powerpoint zu verwenden und umständlich dort zu platzieren. Auf dem Präsentationsrechner muss nicht einmal ein entsprechendes Programm installiert sein, da auch eine selbständig lauffähige Slideshow in Form einer *.exe-Datei erstellt werden kann (die dann jedoch nur unter Windows läuft).

Software

Die gängige Software zum Erstellen von Präsentationen ist Powerpoint. Powerpoint ist in jeder Version der Microsoft Office Pakete enthalten (Ausnahme: Basic) und somit in der günstigsten Variante „Home und Student“ ab etwa 120 € zu erwerben.

Softmaker 2008 enthält mit „Presentations“ ebenfalls eine Präsentationssoftware, die es in Punkto Komfort und Leistung mit Powerpoint aufnehmen soll. Ob dies realistisch ist, kann man an einer kostenlos erhältlichen Demo-Version selbst testen.

Wer diese Ausgabe scheut und auf kostenlose und freie Software setzen möchte, ist ähnlich wie in den Bereichen Textverarbeitung und Tabellenkalkulation auch hier bei OpenOffice recht gut aufgehoben. Das Präsentationsmodul „Impress“ ist Powerpoint in einigen Bereichen noch nicht ebenbürtig, punktet aber neben dem Kostenargument auch mit einer guten Bedienung. Wer mit Powerpoint zurecht kommt, wird sich in Impress recht schnell zurechtfinden (umgekehrt gilt dies auch). Alternativ bleibt das Präsentationsmodul des für Angehörige der Leibniz Universität Hannover kostenlosen Star Office.

Weiterführende Informationen, links

folgt