VITU III: Bibliotheken und Einrichtungen

Aus LernWerkstatt Geschichte
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dieser Abschnitt präsentiert Ihnen einen kurzen Überblick über Einrichtungen, die für Sie im Verlaufe des Studiums nützlich, teils unumgänglich sein werden.

Inhaltsverzeichnis

Bibliotheken

Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek

Die Niedersächsische Landesbibliothek "Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek" (umgangssprachlich zumeist "die LaBi") ist eine der Hauptanlaufstellen für Geschichtsstudierende. Mit großen Beständen von hochaktuellen Werken bis zurück zu Schriften aus dem Mittelalter ist die LaBi eine der wertvollsten Ressourcen für das Geschichtsstudium. Die LaBi ist eine Magazinbibliothek, das heisst, dass die Artikel online bestellt werden und dann zur Ausleihe aus den Tiefen des Gebäudes geliefert werden. Dies wird von manchen als Nachteil empfunden, da man oftmals Titel bestellt, die zwar gut klingen, sich aber schon auf den ersten Blick als untauglich erweisen und gleich wieder zurückgegeben werden müssen. Hierbei empfiehlt es sich, das bei vielen Katalogisaten als PDF bereitgestellte Inhaltsverzeichnis als Entscheidungshilfe zu überfliegen. Da der Katalog der GWLB/LaBi online überall zugänglich ist, kann man für die gewünschten Medien bequem von zu Hause aus Bestellungen aufgeben und sie dann in der Bibliothek abholen. Dies vermeidet Wartezeiten, da die Lieferungszeit aus dem hauseigenen Magazin ca. eine Stunde beträgt, aus externen Magazinen einen Tag. Neben dem analogen Medienbestand besitzt die LaBi auch viele Zugangsrechte zu Online-Ressourcen, wie z.B. Zeitschriften und Online-Lexika. Diese sind nur von den Internet-Arbeitsplätzen der aus LaBi zugänglich, für die die MitarbeiterInnen jeder/m NutzerIn gesonderte Zugangsdaten herausgeben. Die gewünschten Dokumente können anschließend heruntergeladen, auf einem eigenen USB-Stick gespeichert und so mit nach Hause genommen werden. Darüber hinaus ist es lohnenswert, sich durch die Homepage der GWLB/LaBi zu klicken, da hier auch viele hilfreiche Fachinformationen, sowie detaillierte Angaben zu den Leibniz-Sammlungen zu finden sind.

Homepage der Landesbibliothek
Katalog der Landesbibliothek

Technische Informationsbibliothek und Universitätbibliothek (TIB/UB)

Die TIB, wie die im Sprachgebrauch übliche Kurzform lautet, hat diverse Standorte, so genannte Fachbereichsstandorte (FBS). Für bestimmte Fragestellungen können sie alle für Geschichtsstudierende interessant sein. Aus Platzgründen werden hier jedoch nur die im Regelfall wichtigsten namentlich erwähnt.

Die Standorte der TIB/UB

Bibliothek des Historischen Seminars

Diese Bibliothek befindet sich im Erdgeschoss und Keller des Historischen Seminars und ist somit schon rein räumlich die erste Anlaufstelle für Geschichtsstudierende. Organisatorisch gehört sie zur TIB/UB, Fachbereich Sozialwissenschaften, und zwar als "Bereichsbibliothek Geschichte und Religionswissenschaften". Als Freihandbibliothek war sie lange Zeit eine Präsenzbibliothek, hat jedoch seit einigen Semestern ihre Bestände für den Ausleih geöffnet und steht somit anderen Bibliotheken im Service an nichts nach. Die Fokussierung auf geschichtswissenschaftliche Themen macht die HIstBib, wie ihre im Sprachgebrauch übliche Abkürzung ist, zu einer wahren Goldgrube für Recherchen.

Sozialwissenschaftliche Bibliothek

Die Teilbibliothek Sozialwissenschaften ist für Geschichtsstudierende ein oftmals unterschätzter Standort. Schräg gegenüber des Historischen Seminars finden sich dort interessante Bestände gerade zur Neuzeit. Neben einschlägigen Geschichtswerken werden diese Themen hier natürlich besonders aus sozialwissenschaftlicher und politologischer Perspektive angegangen - eine nicht zu unterschätzende Inspiration. Vieles, was oftmals in der LaBi oder HistBib schon verliehen ist, findet sich in der SoWi-Bibliothek ein drittes mal - und ist dort ansehbar und ausleihbar, denn es handelt sich, wie bei der HistBib, um eine Freihand- UND Leihbibliothek.

Katalog der FBS SoWi (mit der HistBib)

Andere Teilbibliotheken

Häufiger von Interesse können besonders die am Conti-Campus untergebrachten Teilbibliotheken sein: FB Literatur- und Sprachwissenschaften, FB Rechtswissenschaften und FB Wirtschaftswissenschaften. Hier finden sich oftmals auch historiographische Werke zu den jeweiligen Wissensfeldern.

Fachbibliotheken am Königsworther Platz (FBL, FBR und FBW zusammen)

Zuletzt genannt sei noch der Hauptstandort der UB/TIB direkt am Welfenschloss. Dieser Bestand ist vor allem dann von Interesse, wenn technikgeschichtliche Themen aufgearbeitet werden. Flexible Suchstrategien sind hier Pflicht, führen aber oft zu positiven Ergebnissen. Dieser Bestand kann nur über den Gesamtbestand abgefragt werden.

Gesamtbestand der UB/TIB

Gewarnt werden muss hier jedoch davor, dass dies für Historiker oftmals Ergebnisse zeitigt, die im Haus 2 lagern. Dies ist ein Magazinstandort in Rethen. Lange Fahrtwege müssen dann einkalkuliert werden, die sich aber wegen der dort erhältlichen Materialien, z.B. Quellen aus dem 19. Jahrhundert, oftmals lohnen.

Stadtbibliotheken

Die Stadtbibliotheken sind ein oftmals sträflich unterschätzter Fundus. Gleichwohl diese Bibliotheken heute nicht mehr wissenschaftlich ausgerichtet sind, so finden sich dort doch zu vielen Bereichen Bestände, die sich nutzen lassen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen den Stadtteilbibliotheken und ihrer Zentralstelle, der Stadtbibliothek in der Hildesheimer Straße. Die Stadtteilbibliotheken orientieren sich in ihrem Bestandsaufbau fast ausschließlich an den Interessen der Leser in ihrem Einzugsbereich, sind also eher für die Suche nach Freizeitlektüre als für wissenschaftliche Recherchen nutzbar. Die Zentralstelle der Stadtbibliothek bietet dagegen einen reichhaltigen Service. Sie ist, wie die HistBib und SoWi-Bib, eine Freihand- und Leihbibliothek und bietet, wie die LaBi, Internet-Arbeitsplätze an mit gleichwertigen Konditionen und Zugangsrechten. Nicht zu übersehen ist die Fachkompetenz der SachbearbeiterInnen, die meist in jedem Stockwerk für Fragen zur Verfügung stehen. Besonders bei komplexen Recherchevorgängen kann Hilfe von dieser Seite sehr gewinnbringend sein. Auch wenn die Stadtbibliothek heute keine wissenschaftliche Ausrichtung mehr hat, so merkt man doch an diversen Beständen, dass sie einst einen entsprechenden Status hatte und in diesem Bereich noch hilfreich sein kann. Besonders die Magazinbestände, die überwiegend im Katalog verzeichnet sind, können eine Fundgrube sein. Für spezielle Forschungsarbeiten ist auch der Archivbestand der StaBi nicht zu unterschätzen, unter dem sich auch Nachlässe berühmter Hannoveraner befinden. Ein Nachteil bei der Abfragung des StaBi-Bestands ist, dass dieser nur über den hauseigenen Katalog zuverlässig abrufbar ist und im Hobsy-Verbundkatalog derzeit nur schleppend aktualisiert wird. Achtung: Die StaBi bietet im Gegensatz zu den anderen Bibliotheken keinen E-Mail Service zum Leihfristende. Es ist also ratsam, sich beim Ausleihen einen Beleg drucken zu lassen und sich das Leihfristende gut zu vermerken, damit keine unnötigen Kosten anfallen.

Onlinebibliotheken

GBV

Der "Gemeinsame Bibliotheksverbund der Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz" ist ein sehr nützliches Mittel für Ihre Recherchen. Kurz gesagt handelt es sich, wie der Name schon aussagt, um eine riesige, kombinierte Datenbank von Beständen aus ganz Norddeutschland. Hier finden sie zu vielen Themen noch einmal deutlich mehr Literatur, als in den lokalen Beständen Hannovers. Wollen Sie etwas aus den nicht-hannoverschen Beständen bestellen, so stellt dies eine Fernleihe dar. Zu diesem Zweck müssen Sie bei der LaBi vor Ort ein Fernleihkonto einrichten und mit Geld auffüllen. Momentan kostet eine Fernleihe 1,50 Euro. In einigen Fällen lohnt es sich aber auch, einen Anschaffungsvorschlag für das gewünschte Medium an einer der hannoverschen Bibliotheken einzureichen, da es für viele Bibliotheken ein hinreichender Bestellgrund ist, wenn das Medium nirgendwo in Hannover erhältlich ist.

GBV

Wenn Sie den GBV nutzen

  • von einem Rechner der Universität Hannover
  • von einem Rechner der Landesbibliothek
  • von einem Rechner der UB/TIB
  • von einem Rechner, der per VPN-Client ihre Zugehörigkeit zur Uni Hannover bestätigt

dann haben Sie Zugriff auf die sogenannten Online Contents. Diese umfassen ca. 25,1 Mio. Aufsatztitel aus über 20.490 Zeitschriften. Sie können dann also in gewohnter Weise nicht nur nach Büchern suchen, sondern auch nach einzelnen Aufsätzen!

KVK

Der "Karlsruher Virtueller Katalog" ist ebenfalls ein Verbundkatalog, der weltweit Datenbanken abfragt. Gut geeignet zur großräumigen Recherche - die Bestellung der einzelnen Titel kann je nach Fundort (wie die Australische Nationalbibliothek) kompliziert werden.

KVK

JSTOR

JSTOR (Journal Storage) ist nur dann nutzbar, wenn sie

  • von einem Rechner der Universität Hannover
  • von einem Rechner der UB/TIB
  • von einem Rechner, der per VPN-Client ihre Zugehörigkeit zur Uni Hannover bestätigt

auf die Online-Präsenz zugreifen. Die Selbstbeschreibung lautet: "JSTOR ist eine gemeinnützige Organisation mit einer doppelten Mission: Aufbau und Unterhalt eines verlässlichen Archivs von wichtigen wissenschaftlichen Zeitschriften und Bereitstellung eines möglichst breiten Zugriffs auf diese Zeitschriften. JSTOR bietet Forschern die Möglichkeit, hochauflösende gescannte Bilder von Zeitschriftenausgaben und Seiten genau so abzurufen, wie sie ursprünglich entworfen, gedruckt und illustriert wurden." Wichtig ist dabei, dass JSTOR bewusst keine aktuellen Ausgaben bereitstellt, sondern stets ca. drei Jahre vor der aktuellen Ausgabe einer Zeitschrift steht. Dennoch ist JSTOR eine ausgezeichnete Quelle, ganz besonders zum freien, assoziativen Suchen - also dem freien Blättern durch Verzeichnisse und Artikel anstelle einer gezielten Themensuche.

JSTOR

MUSE

MUSE ist nur dann nutzbar, wenn sie

  • von einem Rechner der Universität Hannover
  • von einem Rechner der UB/TIB
  • von einem Rechner, der per VPN-Client ihre Zugehörigkeit zur Uni Hannover bestätigt

auf die Online-Präsenz zugreifen. MUSE ist das sozusagen ergänzende Projekt zu JSTOR, da es ebenfalls Zeitschriften in toto online stellt, sich dabei aber im Gegenteil zu JSTOR gerade auf die Ausgaben der jeweils letzten drei bis vier Jahre beschränkt. "Project MUSE is a unique collaboration between libraries and publishers providing 100% full-text, affordable and user-friendly online access to over 300 high quality humanities, arts, and social sciences journals from 60 scholarly publishers."

MUSE

Gemeinsam ergeben MUSE und JSTOR einen großartigen Recherchefundus. Vgl. zu den virtuellen Beständen hier.


Andere Einrichtungen

StudIP

StudIP ist die von der Universität Hannover genutzte e-learning Plattform. Jede Veranstaltung am Historischen Seminar kann diese Plattform nutzen, um eine Integration von Lehre im realen und virtuellen Raum zu nutzen. Dieses Angebot wird teilweise stark, teilweise gar nicht genutzt. Je nach besuchten Veranstaltungen werden Sie StudIP in manchen Semestern also sehr viel, in anderen Semestern wenig bis gar nicht nutzen. Unabhängig davon, ob Sie in einem Semester eine Veranstaltung mit e-learning Anteil besuchen oder nicht, stehen Ihnen als angemeldete/r StudIP-NutzerIn auch noch allgemeine Leistungen offen - z.B. ein Onlinekalender, die Möglichkeit, sich einen Stundenplan online zusammenzustellen oder die Nutzung verschiedener Chatrooms.

Wenn eine Veranstaltung e-learning integriert, so kann das mit StudIP auf verschiedene Weisen geschehen:

  • alle TeilnehmerInnen werden gelistet und sind per Nachrichtenservice kontaktierbar
  • alle Sitzungstermine und -themen können online gestellt werden
  • Literaturlisten für das Seminar können online gestellt werden
  • Materialien aller Art können online gestellt werden
  • ein Forum speziell für die Veranstaltung kann genutzt werden
  • eine Wiki kann genutzt werden
  • ein Chatroom kann aktiviert werden

Um StudIP nutzen zu können, benötigen sie einen e-Mail-Account beim Regionalen Rechenzentrum Niedersachsen. Als StudentIn der Universität haben sie automatisch Anrecht auf so eine e-Mail Adresse. Mit dieser können Sie sich dann als NutzerIn von StudIP registrieren.

studIP

Ob und vor allem wie eine Veranstaltung dann StudIP nutzt, wird jeweils in der Veranstaltung geklärt und ist ganz unterschiedlich.


H-Soz-Kult

H-Soz-Kult ist laut zutreffender Selbstbeschreibung "[...] ein moderiertes Informations- und Kommunikationsnetzwerk für professionell tätige Historikerinnen und Historiker. Seit 1996 hat sich H-Soz-u-Kult zu einem zentralen Angebot der historischen Fachinformation im deutschsprachigen Raum entwickelt, das im Februar 2005 von fast 11.000 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern an fast allen geschichtswissenschaftlichen Einrichtungen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz genutzt wird."

Es ist für Studienanfänger besonders interessant, weil es eine Vielzahl von Rezensionen bietet, die es Ihnen erleichtern, Literatur zu sichten und einzuordnen. Aber auch für die späteren Phasen des Studiums und über dies hinaus bleibt H-Soz-Kult eine zentrale Informationsquelle z.B. für Forschungstrends, Debatten, Termine, Veranstaltungen und dergleichen mehr.

H-Soz-Kult

Externes Angebot

Beachten Sie bitte, dass die TIB ihrerseits ein Tutorium zu Bibliotheken und deren Benutzung auf der Basis unserer Lernumgebung Ilias anbietet: Link



VITU IV: Methode und Theorien

Zurück zum Anfang