ZIP(EDV)

Aus LernWerkstatt Geschichte
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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Wie an anderer Stelle angesprochen, gelten für die Kommunikation im Internet und somit für den Versand von E-Mails Verhaltensmaßregeln, die natürlich nicht rechtlich bindend sind, aber doch mit einer gesunden Portion Anstand einhergehen: Die sog. Netiquette. Neben den Grundsätzen von Höflichkeit, Lesbarkeit von Texten etc. gehört dazu auch, den Gegenüber nicht mit unnötig großen Datenmengen „zuzuschütten“.

Das Problem

Denn auch im Zeitalter schneller Breitbandverbindung (i.e. DSL) sind diese schnellen Zugangsarten noch längst nicht so verbreitet, wie es uns die Telekommunikationsbranche zuweilen glauben machen möchte. Man kann also nicht davon ausgehen, daß jeder der möglichen Empfänger einer E-Mail über einen dieser schnellen Anschlüsse verfügt. Schicken Sie einem dieser Menschen eine Mail mit einem Anhang der Größe 5 Megabyte, dauert das Herunterladen dieser Mail für ihn mit Modem oder ISDN ca. zehn Minuten. In dieser Zeit ist die Leitung voll ausgelastet, das Surfen auf Internetseiten während des Downloads wird zur Qual, weil sämtliche Bandbreite dem Download der Mail zur Verfügung gestellt wird. Zuweilen kann es sogar soweit führen, daß das E-Mail-Programm sich an einer solch großen mail „verschluckt“, d.h. den download abbricht und wieder von Neuem beginnt und der Empfänger somit an die restlichen Mails auf dem Server nicht herankommen. Da solche Schmalbandanschlüsse so gut wie nie in Verbund mit einer Flatrate erhältlich sind, kostet jede Online-Minute bares Geld. Sie können also davon ausgehen, daß ihre gutgemeinte, aber recht große Scherz-Powerpoint-Präsentation den Empfänger zwar erreicht, aber noch lange nicht bei jedem gut ankommt.

Die Lösung

Im Grunde genommen bleiben ihnen drei Auswege aus diesem Dilemma.

  • Sie verzichten auf solche humoristischen Schmankerl. Das mag für Scherz-Mails noch praktikabel sein, bei wichtigen Dokumenten eher weniger. Schließlich garantiert auch die Deutsche Post heutzutage keine Zustellung innerhalb weniger Minuten, Sie sind also auf das Medium E-Mail angewiesen.
  • Sie setzen auf platzsparende Dateiformate wie jenes von OpenOffice (*.odt für Textdateien) oder das seit Word 2007 verwendete *.docx-Format. Nachteil: Nicht jeder Empfänger hat OpenOffice oder die neueste Word-Version installiert. Eine OpenOffice-Textdatei identischen Inhalts kann bis zu 80 Prozent kleiner sein, als die Datei im Format *.doc.

Filesize horiz.jpg

  • Sie komprimieren die Urprungsdatei(en) mit einem Packprogramm, verschicken sie, und der Empfänger packt sie wieder aus. Für Textdateien ist damit eine ähnlich große Einsparung möglich wie beim *.odt- oder *.docx-Format (beide sind komprimierte Formate. Der Komprimierungsvorgang geschieht automatisch, der Anwender bekommt davon nichts mit). Diese Dateiformate zu packen bringt hingegen keine nennenswerten Platzersparnisse, ähnlich wie bei MP3s.

Das Prinzip

Das Prinzip eines solchen Packvorgangs ist dabei recht einfach: Zunächst werden beliebig viele Dateien in einen Container gesteckt, anschließend „schrumpft“ das Packprogramm die enthaltenen Dateien zusammen, die erstellte Archivdatei ist somit kleiner als die Summe der enthaltenen Dateien. Haben Sie keine Angst vor einem Datenverlust: Die Ursprungsdateien selber werden dabei nicht angerührt, im Archiv landen nur deren Kopien. Fast alle Dateitypen lassen sich prinzipiell „schrumpfen“, allerdings mit unterschiedlichem Erfolg. Während eine MP3-Datei sich meist kaum noch verkleinern lässt, sind die erwähnten Textdateien ein Paradebeispiel für die Wirksamkeit solcher Packer. Doch auch wenn bei bestimmten Dateitypen kein großer nomineller Erfolg zu erreichen ist, sind Archivdateien für den Versand per E-Mail als Anhang empfehlenswert: 100 Photos in einem Archiv verschickt sind die elegantere und komfortablere Lösung als jedes einzeln zu versenden.

Ein Formatkrieg, der keiner ist

Auch wenn mittlerweile viele verschiedene Archivformate mit teilweise ganz unterschiedlichen Einsatzzwecken entstanden sind, gibt es doch einen „Spitzenreiter“ mit dem mit Abstand höchsten Verbreitungsgrad: Das ZIP-Format (nicht zu verwechseln mit der teilweise immer noch in Gebrauch befindlichen ZIP-Diskette!). Seit Windows XP können Microsoft-Betriebssysteme von Haus aus mit ZIP-Dateien umgehen. Doppelklicken Sie im Windows Explorer auf eine solche ZIP-Datei, wird der Inhalt dieser Archivdatei direkt angezeigt, ein weitere Doppelklick auf eine der darin enthaltenen Datei entpackt und öffnet diese.

Selber zippen leicht gemacht

Auch das Erstellen einer ZIP-Datei aus einer oder mehreren Dateien ist recht einfach: Markieren Sie die zu packenden Dateien (bei mehreren STRG-Taste gedrückt halten und gewünschte Dateien mit der linken Maustaste nacheinander auswählen). Anschließend rufen Sie über einen Klick der rechten Maustaste das Kontextmenu auf und wählen SENDEN AN – ZIP-komprimierter Ordner aus. Kurze Zeit später erscheint im gleichen Verzeichnis eine ZIP-Datei die dem Namen der ersten enthaltenen Datei entspricht – nur eben mit der Endung *.zip. Die einfache Bedienung der Windows-internen ZIP-Funktion deutet jedoch bereits auch ihre Nachteile an. Sie kann eben genau zwei Dinge: ZIP-Dateien öffnen und ZIP-Dateien erstellen. Wer mehr Funktionen benötigt, ist auf externe Programme angewiesen.

Programme

Archive mit Passworten versehen, aufsplitten, den Kompressionsgrad einstellen oder gar selbstentpackende Archivdateien erstellen: Das stellt für die meisten Packprogramme kein Problem dar. Empfehlenswert sind kostenlose Vertreter wie 7ZIP, IZArc, ZIPStar und Ultimate ZIP, die in der Bedienung auch weniger erfahrenen Anwendern keine Probleme bereiten sollten. Zudem bieten sie einen weiteren Funktionsvorsprung gegenüber der Windows-internen ZIP-Funktion: Sie können mit einer Vielzahl anderer Archivdateiformate zumindest lesend umgehen. Falls Ihnen jemand eine RAR-, TAR- oder LHA-Datei schickt, kann eines dieser Programme damit umgehen.

Im folgenden drei empfehlenswerte und kostenlose Packprogramme