Zwischen zwei Kolonialreichen: Algerien im 19. Jahrhundert

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Inhaltsverzeichnis

Wechselnde Fremdherrscher bis zum imperialistischen Zeitalter

Gehört Algerien zu Afrika? Am Anfang des 19. Jahrhunderts war Algerien immer noch ein Gebiet der arabischen Welt, das von der damaligen zentralen Macht des Islams, dem Osmanischen Reich, kontrolliert wurde. Bis zur Mitte des Jahrhunderts wurde Algerien mit der Hilfe der Fremdenlegion erobert und in ein französisches Siedlungsgebiet verwandelt.

Doch dies waren nur zwei von mehreren Fremdherrschaften, die Interessen an diesem Teil der südlichen Mittelmeerküste hatten. Die autochthone (=einheimische) Bevölkerung bestand aus den Nachfahren von Libyer-, Numidier-, und Mauretaniervölkern, die heute unter den Begriff „Berber” zusammengefasst werden. Hinzu kamen die seit dem 4. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung aus dem südwestlichen Asien zugewanderten kriegerischen Nomaden, die unter dem Namen „Tuareg” bekannt sind. All diese Völker ließen sich im Gebiet des heutigen Algerien nieder, das bis zum 19. Jahrhundert zum Ziel fremder Mächte wurde.

Im 9. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung wurden die Länder am südlichen Ufer des Mittelmeeres Opfer einer Invasion der Phönizier. Sie gründeten die Stadt Karthago, die entlang der Küste Handelsniederlassungen unterhielt. Die Erben Karthagos wurden die Römer. Sie eroberten das nordafrikanische Gebiet und teilten es in die Provinzen „Africa” im Nordosten und „Mauretania” im Nordwesten auf. Durch die römische Besatzung mischten sich unter die einheimische Bevölkerung die ersten Christen und Juden. Viele Berbersiedlungen wurden christianisiert. In den Bergen des Atlas bildeten sich eigenständige Königreiche, die den Römern Tribut zahlen mussten. Die Römer entwickelten das Land als ihre Kornkammer und die Nomaden wurden nach Süden bis zu dem von Schwarzafrikanern besiedelten Gebiet vertrieben.

Erst im 7. Jahrhundert n. Chr. zogen die Araber unterm Banner des Propheten Mohammed in den „Maghreb“[1]. Das Gebiet des heutigen Algerien wurde zum Abendland des Morgenlandes. Römisches Kulturgut wurde durch Arabisches ersetzt, was zur Durchsetzung der arabischen Sprache führte. Der Christianisierung folgte die Islamisierung. Erneut hatte eine fremde Kultur ihre politische, wirtschaftliche und kulturelle Struktur der unterlegenen autochthonen Bevölkerung aufgezwungen. Die Herrschaft der arabischen Dynastien im „Maghreb“ hatte sich ins südliche Spanien ausgedehnt und hielt bis zum 15. Jahrhundert durch. Als die spanische Reconquista mit der Vertreibung der Araber aus Granada im Jahre 1492 ihren Höhepunkt erreichte, beschlossen Bewohner der Hafenstadt Algier, den türkischen Korsaren Arudsch zu Hilfe zu rufen, um der weiteren Ausbreitung der Spanier an der afrikanischen Mittelmeerküste ein Ende zu setzen. Mit der Unterstützung der osmanischen Flotte, gelang es ihm, die Spanier aus ihren zahlreichen Stützpunkten im Nordwestafrika zu vertreiben.

Algerien wurde von nun an als türkischer Vasallenstaat von einem Vertreter des Osmanischen Sultans, dem Dey von Algerien regiert[2]. Trotz der türkischen Besatzung blieb die Bevölkerung Algeriens arabisch. Die Herrschaft der Türken schuf unter der Regierungsform eines Militärstaates Ansätze einer algerischen Nation. Die Türken erlaubten zahlreichen Korsaren an den wirtschaftlichen Aktivitäten der algerischen Häfen teilzunehmen.

Das Osmanische Reich hatte sich über drei Kontinente ausgebreitet: vom Rande Südosteuropas, bis zum „Maghreb“ und im Nahen Osten. Von einem osmanischen Standpunkt aus, könnte man Algerien für das Gebiet eines eurasischen Afrikas bezeichnen.

Nach den Phöniziern, den Vandalen, den Römern, den Arabern, den Spaniern und den Türken, kamen schließlich die Franzosen.

Karte 1: Das Osmanische Reich vor 1830 mit seinen nordafrikanischen Gebieten.

Wegen einer unbezahlten Kornrechnung leitete Frankreichs König Charles X. im Jahre 1827 die Blockade des Hafens von Algier ein. Die Strafaktion gegen die Piratenstaaten Algerien nahm ein größeres Ausmaß an, als geplant. Es dauerte drei Jahre und endete mit der Einnahme des Hafens durch General de Bourmont; 37.000 französische Soldaten landeten in der Bucht von Sidi Ferruch und besiegten die Armee des türkischen Deys von Algier. In kurzer Zeit bemächtigten sich die Franzosen der Häfen von Oran, Arzew, und Bougie[3].

Die nach der Juli-Revolution von 1830 wiederbelebte französische Monarchie erbte die Situation und der neue König Louis-Philippe wurde von dem Militär überzeugt diese Neuerwerbungen zu bewahren. Die Besetzung Algiers wurde von der 1831 gegründeten Fremdenlegion gesichert. Als Frankreich im Jahre 1840 die totale Eroberung Algeriens beschloss und europäische „Colons“[4] dort hinschickte, wurde dieses Gebiet erneut kolonisiert. Nach einem Jahrtausend islamischen Einfluss handelte es sich nun aus französischer Sicht wieder um die Christianisierung des Landes.

Das Konzept „Frankreich über dem Meer“ war geboren und von dem französischen Standpunkt aus, könnte man Algerien für ein eurafrikanisches Gebiet halten. Zwei Kolonialreiche standen also in Algerien gegeneinander: Frankreich und das Osmanische Reich[5]. In beiden Fällen sind sowohl Araber, als auch die autochthonen Berber- und Nomadenvölker unterdrückt worden und wurden gezwungen die kulturelle und politische Struktur der kolonialen Völker zu übernehmen. Jedoch war der islamische Einfluss so lang und stark gewesen, dass fast die gesamte Bevölkerung der autochthonen Algerier[6], die heute weniger als 20 Prozent der Bevölkerung Algeriens stellen, sich zum Islam bekannten.

Karte 2: Ausdehnung der französischen Besetzung in Nordafrika.


Die Geburt eines muslimischen algerischen Nationalbewusstsein

Seit der Islamisierung des Maghrebs ab den 7. Jahrhundert n. Chr. Vermischten sich Berber- und Nomadenstämmen unter der arabischen Bevölkerung und übernahmen das arabische Kulturgut. Jedoch verspürten schon im Mittelalter sowohl arabischen Dynastien, wie zum Beispiel die Almohaden, die das gesamte Maghreb um 1200 beherrschten, als auch Berber und Tuareg einen Drang nach Unabhängigkeit gegenüber der restlichen arabischen Welt.

Während der türkischen Herrschaft seit dem 16. Jahrhundert war das Bedürfnis einer algerischen Eigenständigkeit eher auf eine regionale Identität zurückzuführen, da sowohl Osmanen als auch Algerier Muslime waren. Jedoch verstärkte das Verhältnis zwischen unterlegenen Völker und Invasoren zuerst ein kulturell geprägtes „Nationalbewusstsein“ obwohl es keineswegs auf der Differenzierung zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen beruhte.

Die Geburtsstunde des algerischen Nationalbewusstsein war zuerst die Folge der Kolonialgewalt des osmanischen Reiches: Als im Jahre 1834, der König Frankreichs die Besetzung Algeriens auf das Küstengebiet limitierte, beabsichtigte er das Innere des Landes der Kontrolle der autochthonen Führer zu überlassen. Unter denen machte sich der junge Marabout[7] Abd-el-Kader (1808-1883) bemerkbar und wurde von den algerischen Muslime gleich einem Heiligen verehrt. Letzterer hatte als Alliierter der Franzosen den Kampf gegen den osmanischen Führungskräfte in Algier aufgenommen. Um das Land von den türkischen Invasoren zu befreien, beschloss Abd-el-Kader die Unterstützung Frankreichs in Anspruch zu nehmen. Die Franzosen sahen in seiner Person einen zuverlässigen Partner, der das spätere Vorhaben Frankreichs einen Protektorat unter französischer Herrschaft zu errichten, bewilligen könnte. Der Marabout bekam militärische Hilfe. Bis 1838 war der Großteil Algeriens immer noch unter osmanischer Herrschaft. Es gelang Abd-el-Kader die verschiedenen Berber- und Nomadenstämme des Landes gegen die Türken zu vereinigen und seine Macht im Großteil Algeriens zu entfalten. Er organisierte einen, auf dem Koran basierenden, arabischen Staat, vereinigte das Land und gründete eine Armee von 10.000 Freiwilligen. Die gemeinsame Ablehnung der osmanischen Kolonialmacht ließ ein Zusammengehörigkeitsgefühl der „Algerier“ entstehen.

Bild 1: Abd-El-Kader. Europäisches Darstellung von C. Godefroy (um 1835).

Erst im Jahre 1839, als Frankreich die ersten Anzeichen einer vertieften Kolonisationspolitik aufwies, brach Abd-el-Kader die Beziehung mit Frankreich ab und rief zum heiligen Krieg gegen die christlichen Invasoren auf. In der Auseinandersetzung mit der französischen Kolonialmacht gelang es Abd-el-Kader ein muslimischen algerisches Nationalbewusstsein zu wecken. Alle im Befreiungskampf vereinten ethnischen Gruppen bekannten sich zum Islam, was die muslimische algerische Identität ebnete.

Von seiner Allianz mit Frankreich bis zum Befreiungskampf gegen die Christen; der Schicksal Abd-el-Kaders lässt sich auch anhand Bilderquelle deutlich thematisieren und ermöglicht einen differenzierten kulturellen Blick auf die Ereignisse.

Die erste Bildquelle, die auf Abd-el-Kader verweist, stammt aus dem „Musée de l´Armée“ in Paris und wurde von C. Godefroy gemalt als der junge Marabout noch Alliierter der Franzosen war. Diese Kunstüberlieferung ließ ihn zeitgemäß sehr europäisch wirken, was auf seine Allianz mit der französischen Kolonialmacht zurückzuführen ist[8].

Die zweite Darstellung Abd-el-Kaders zeigt uns den islamischen Priester aus einer anderen Perspektive. Es handelt sich um ein Bild von Mohamed Racim (1896-1975), das Anfang des 20. Jahrhunderts realisiert wurde. Dies ist ein Beispiel für die stilisierte Form der persischen Kunst; die Miniatur zeigt uns den Marabout aus einem islamischen Blickwinkel[9].

Abd-El-Kader. Arabisches Darstellung von Mohamed Racim (1896-1975).

Die Rolle der Religion im Kampf um die politische Unabhängigkeit war entscheidend, da der Ausgang der kriegerischen Auseinandersetzung mit Frankreich, von der Bereitschaft des Volkes, die Freiheitskämpfer zu unterstützen abhängig war. Die einfache Landbevölkerung Algeriens ließ sich von den Aufrufen der lokalen Prediger, sich am Heiligen Kampf gegen den Ungläubigen zu beteiligen beeinflussen.

Seit 1837 waren mehrere Tausend europäischen Siedler angekommen, die vermehrt angegriffen wurden. Daraufhin beschloss Frankreich die totale Eroberung Algeriens, um weitere Aufstände zu vermeiden. Von 1840 bis 1843 führte General Bugeaud eine Armee von 60.000 Soldaten in den Kampf und besiegte Abd-el-Kader in Taquine am 16. Mai 1843. Dieser floh zuerst nach Marokko und kapitulierte dann im Jahre 1847. Ein Nationalbewusstsein war jedoch geweckt und führte trotz französischer Unterdrückung im Jahre 1871 zu einem Aufstand der Rahmaniyya- Bruderschaft unter der Führung von Mohammad al-Muqranis. Dieser wurde jedoch niedergeworfen. Diese Strafaktion hinderte aber nicht die islamische algerische Identität bis ins 20. Jahrhundert weiter zu verstärken. Die algerische nationalistische Bewegung entfaltete sich erst am Anfang des 20. Jahrhunderts nach dem Ende des ersten Weltkrieges, in einer Zeit in der der arabische Nationalismus im gesamten Maghreb langsam Fuß fasste. Sie forderte angesichts der erstrebten französischen kulturellen Angleichung und Unterdrückung einen die Gleichheit verfechtenden Status für die arabische und autochthone Bevölkerung Algeriens.


Entwicklung der Unterentwicklung durch die Franzosen

Mit der Kolonialpolitik Frankreichs stieg die Anzahl der europäischen Siedler in Algerien von 27.000 im Jahre 1841, 112.000 um 1850, 245.000 um 1870, bis auf 580.000 zur Jahrhundertwende. Die französische Verwaltung vergab kostenlos Grundstücke an allen europäischen Siedler. Jedoch musste Frankreich im Jahre 1843 besorgt feststellen, dass die Mehrheit dieser Siedler aus Spanien, Malta, und Italien stammte. Algerien wurde 1848 zum französischen Gebiet erklärt, jedoch wurde den nicht- französischen „Colons“ erst 1865 die Einbürgerung zugesprochen. Im Jahre 1870 ermöglichte das „Crémieux-Gesetz” allen Juden Algeriens, die französische Staatsangehörigkeit zu übernehmen. Für die muslimische Bevölkerung glich jenes Gesetz einer Provokation und führte zu dem schon erwähnten Aufstand der Ramhaniyya- Brüderschaft. Die Muslime waren seit Napoléon III. Träger des „statut musulman“, das ihre besondere islamische Rechtssphäre zwar anerkannte, sie jedoch dadurch von der restlichen Bevölkerung ausgrenzte. Um die Jahrhundertwende bildeten schließlich französische Bürger die Mehrheit der „Colons“ Algeriens. Der Anteil europäischer Siedler stieg zwischen 1844 und 1906 auf 13 Prozent der gesamten algerischen Bevölkerung.

Als Algerien an den Verwaltungsapparat Frankreichs angeschlossen wurde, brach die muslimische Gesellschaft zusammen. Die autochthone Bevölkerung wurde einem besonderen Status zugeordnet; ihre Rechte bestanden aus einer Mischung von französischem Recht und Gesetzen nach dem Koran. Obwohl die Muslime offiziell als französische Bürger anerkannt wurden, konnten sie keine Grundstücke erwerben, solange sie nicht zum christlichen Glauben übergetreten waren.

Karte 3: Staatsgebiet von Abd-el-Kaders Algerien (1837-47) und spätere Aufteilung des Landes durch die Franzosen in Departements.

Während die Elite der muslimischen Gesellschaft sich auflöste, verarmten die Bauern muslimischer Herkunft durch hohe Besteuerung und Enteignung. Bis 1874 hatten die „Colons“ 500.000 Hektar den Einheimischen weggenommen. Um Algerien zu „modernisieren“ führte Frankreich eine Reihe von Maßnahmen durch und zwang der autochthonen Bevölkerung, eine von Europa geprägte Kultur, Infrastruktur, Wirtschaft, Industrie und, ein ebenso nach europäischem Muster errichtetes Verwaltungs- und Bildungssystem auf. Die Siedler beuteten die agrarischen Ressourcen des Landes zugunsten Frankreich aus. Algerien wurde zur „Kornkammer Frankreichs“. Die französische Besitznahme führte mit seinen Kriege, Hungersnöten und Seuchen dazu, dass zwischen 1830 bis 1890 die einheimische Bevölkerung von ungefähr 4 Millionen auf 2,5 Millionen Einwohner fiel. Die Siedler sahen in der autochthonen Bevölkerung eine minderwertige Unterklasse, die kontrolliert werden musste. Die Muslime durften weder öffentliche Vorträge halten, noch ihre Dörfer oder Distrikte ohne Regierungsgenehmigung verlassen. Die zunehmende Besiedlung Algeriens und deren kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Gewalt führten zur Unterentwicklung der einheimischen Bevölkerung.


Die Widersprüchlichkeit der französischen Kolonialpolitik

Die unterschiedliche politische Machtwechsel in Frankreich im 19. Jahrhundert, wie 1830 nach der Julirevolution, 1848 nach der Februarrevolution; von der II. Republik (1848-1851), zum II. Kaiserreich (1852-1870), bis hin zur III. Republik (1870-1940), führten zu keiner Änderung der Kolonialpolitik Frankreichs gegenüber Algerien. Dies zeichnete sich zum Beispiel im Jahre 1857 durch die Eroberung der Kabylei unter Napoléon III. aus. Obwohl die Kolonialpolitik seit der Gründung des Zweiten Kolonialreiches Frankreichs (1830-1870) wenig populär war[10], übernahm Frankreich seit der Aufklärung und der Revolution die Rolle des Vorkämpfers europäischer Kultur und Zivilisation. Die „Idée de la France“ musste weltweit propagiert werden. Um die französische Werte außerhalb der Metropole „zum Wohle“ der kolonisierten Völker zu verbreiten, musste Frankreich paradoxer Weise jene Völker ausgrenzen und unterdrücken.

Die Gründung der „Fremdenlegion“ erscheint als bestes Beispiel für die Widersprüchlichkeit der Kolonialpolitik Frankreichs. Die „Légion Etrangère“ wurde am 10. März 1831 von dem unmilitärischen „Bürgerkönig“ Louis-Philippe gegründet. Rastlose Emigranten waren nach Paris zugewandert. Diese bildeten einen potentiellen Unruheherd von Revolutionären, die aus allen Teilen Europas stammten. Der König Frankreichs wollte deren unruhige Energien für den Aufbau des Nordafrikanischen Kolonialreiches benutzen. So bildeten diese Emigranten die Anfangstruppen der Fremdenlegion und erlebten ihre ersten Kämpfe in Algerien. Die Franzosen merkten, dass dort keine europäische Kriegsregeln galten, und mussten sich an der Struktur eines Guerillakrieges anpassen. Eine neue Art der Kriegführung brauchte eine neue Truppe: die Fremdenlegion. Um gegen „Barbaren“ in den Kampf zu ziehen, musste man deren Mittel einsetzen. So bevorzugten die französische Kriegsherren ohne Rücksicht auf Verluste und jeglichen Moral, das Verbrennen des Getreides, das Abschlachten des Viehs, Massenhinrichtungen, Vergewaltigungen, und die Mittel der Tortur, um dem Feind die Versorgungsmöglichkeiten und dessen Kampfmut zu nehmen. Dies geschah jedoch im Namen der Freiheit, der Gleichheit, und der Brüderlichkeit.

Algerien war seit der Antike bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ein Siedlungsgebiet fremder Herrschaften. Frankreich war eine Macht unter Vielen, die sich dieses Land aneignen wollte. Algerien ist erst seit 1962 ein freier Staat. Die junge Geschichte Algeriens und deren politischen Unruhen sind das Erbe einer langen Kolonialgeschichte. Die heutige blutige Auseinandersetzung zwischen Islamischen Fundamentalisten und dem europäisch geprägten sozialistischen Staat spiegelt den Kampf zweier verschiedenen Kulturen wider. Innerhalb dieser Konstellation ist die Gewalt auch Teil des kolonialen Erbes, sie wird jedoch heute zum Zweck einer inneren Angelegenheit verübt.

Araber-Büro. Vermittlungsstelle der französischen Kolonisatoren zur Verwaltung des Landes.


Endnoten

  1. Arabisch für „Die im Westen gelegenen Gebiete des Islams“.
  2. Siehe Karte 1.
  3. Siehe Karte 3.
  4. In französischer Sprache: die Siedler.
  5. Siehe dazu Karte 1 und 2.
  6. Damit sind die Nachfahrer der Berber- und Nomadenstämme gemeint.
  7. 7Islamischer Priester.
  8. Siehe dazu Bild 1.
  9. Siehe dazu Bild 2.
  10. Den Liberalen und Wohlstandsbürgern Frankreichs war das algerische Kolonialunternehmen zu teuer und zu gefährlich, weshalb sich die Regierung 1835 verpflichtete, die Besitzung nicht ins unbekannte Landesinnere auszudehnen.



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